<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>http://wiki.dagpo.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Maboe</id>
	<title>wiki_dagpo - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://wiki.dagpo.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Maboe"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Maboe"/>
	<updated>2026-10-22T21:55:02Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.0</generator>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14435</id>
		<title>Vorbereitende Übungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14435"/>
		<updated>2026-10-12T04:44:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das „Sieben-Punkte-Geistestraining“ von Geshe [[Chekawa]] (1102–1176) beginnt gleich zu Beginn mit den vorbereitenden Kontemplationen. &lt;br /&gt;
Zu diesen Vorbereitungen gehört das Kontemplieren des kostbaren menschlichen Lebens, Tod und Vergänglichkeit, Karma und Wiedergeburt sowie der unbefriedigenden Natur von [[Samsara]] (dem Kreislauf von Geburt und Tod), wie wir ihn mit unserem gewöhnlichen, konzeptuellen [[Geist]] erleben. Jeder, der die tantrischen Vorbereitungen, oder Ngöndro, durchgeführt hat, weiß, dass wir zunächst über all diese Aspekte nachdenken müssen, um unsere günstigen Lebensumstände anzuerkennen und uns zu motivieren. Sie sind allgemein bekannt als „die vier Gedanken, die den Geist dem Dharma zuwenden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jetsunma Tenzin Palmo&#039;&#039;&#039; in [https://tricycle.org/magazine/vajrayana-buddhism-preliminaries/ Tricycle]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe [https://dagpo.de/vorbereitende-uebungen/ Geistestraining]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14434</id>
		<title>Vorbereitende Übungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14434"/>
		<updated>2026-10-12T04:42:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das „Sieben-Punkte-Geistestraining“ von Geshe [[Chekawa]] (1102–1176) beginnt gleich zu Beginn mit den vorbereitenden Kontemplationen. &lt;br /&gt;
Zu diesen Vorbereitungen gehört das Kontemplieren des kostbaren menschlichen Lebens, Tod und Vergänglichkeit, Karma und Wiedergeburt sowie der unbefriedigenden Natur von [[Samsara]] (dem Kreislauf von Geburt und Tod), wie wir ihn mit unserem gewöhnlichen, konzeptuellen [[Geist]] erleben. Jeder, der die tantrischen Vorbereitungen, oder Ngöndro, durchgeführt hat, weiß, dass wir zunächst über all diese Aspekte nachdenken müssen, um unsere günstigen Lebensumstände anzuerkennen und uns zu motivieren. Sie sind allgemein bekannt als „die vier Gedanken, die den Geist dem Dharma zuwenden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe [https://dagpo.de/vorbereitende-uebungen/ Geistestraining]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14433</id>
		<title>Vorbereitende Übungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14433"/>
		<updated>2026-10-12T04:40:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das „Sieben-Punkte-Geistestraining“ von Geshe [[Chekawa]] (1102–1176) beginnt gleich zu Beginn mit den Vorbereitungen. Zu diesen Vorbereitungen gehören das kostbare menschliche Leben, Tod und Vergänglichkeit, Karma und Wiedergeburt sowie die unbefriedigende Natur von [[Samsara]] (dem Kreislauf von Geburt und Tod), wie wir ihn mit unserem gewöhnlichen, konzeptuellen [[Geist]] erleben. Jeder, der die tantrischen Vorbereitungen, oder Ngöndro, durchgeführt hat, weiß, dass wir zunächst über all diese Aspekte nachdenken müssen, um unsere günstigen Lebensumstände anzuerkennen und uns zu motivieren. Sie sind allgemein bekannt als „die vier Gedanken, die den Geist dem Dharma zuwenden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe [https://dagpo.de/vorbereitende-uebungen/ Geistestraining]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14432</id>
		<title>Vorbereitende Übungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vorbereitende_%C3%9Cbungen&amp;diff=14432"/>
		<updated>2026-10-12T04:39:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde neu angelegt: „Siehe [https://dagpo.de/vorbereitende-uebungen/ Geistestraining]“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Siehe [https://dagpo.de/vorbereitende-uebungen/ Geistestraining]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Repa_Shiwa_%C3%96&amp;diff=14431</id>
		<title>Repa Shiwa Ö</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Repa_Shiwa_%C3%96&amp;diff=14431"/>
		<updated>2026-09-19T05:45:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Kopf|&lt;br /&gt;
* Schüler von &#039;&#039;&#039;[[Milarepa]]&#039;&#039;&#039; (1040-1123)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://milarepa.info/wp-content/uploads/2022/04/Repa-Shiwa-O%CC%88-237x300.jpeg.webp https://milarepa.info/wp-content/uploads/2022/04/Repa-Shiwa-O%CC%88-237x300.jpeg.webp] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[Repa]] Shiwa Ö རས་པ་ཞི་བ་འོད། 1088 (?) - &#039;&#039;&#039; (Quelle: [https://milarepa.info/disciples/ milarepa.info])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein gutaussehender und arroganter junger Mann namens &#039;&#039;&#039;Shuyé Dharma Wangchuk&#039;&#039;&#039; begegnete Milarepa am Flussufer in der Nähe von Silver Spring und begann, ihm zu folgen. Der junge Mann wurde später als Repa Shiwa Ö bekannt, einer der acht Herzenssöhne. Diese Begegnung war Milarepa am Tag zuvor von einer Dakini prophezeit worden.&lt;br /&gt;
(Anmerkung: Aus der Prophezeiung der Dakini in Milarepas Traum lässt sich schließen, dass dieser junge Mann zu dieser Zeit 20 Jahre alt war.)&amp;quot; ([https://milarepa.info/disciples/ milarepa.info], übersetzt mit DeepL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://ganachakra.com/wp-content/uploads/2013/10/repa-shiwa-o.jpg https://ganachakra.com/wp-content/uploads/2013/10/repa-shiwa-o.jpg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Shiwa Ö war einer der „acht großen Herzenssöhne“ von Milarepa, dem berühmtesten Yogi-Heiligen Tibets. Die Geschichte seiner Begegnung mit Milarepa (1052–1135) wird in „Die Begegnung an der Silberquelle“ erzählt, einem der „Hunderttausend Lieder von Milarepa“, übersetzt von Garma C.C. Chang.&lt;br /&gt;
Den Liedern zufolge war Shuye Tarma Wangchuk, der später als Shiwa Ö bekannt werden sollte, der junge Spross einer wohlhabenden tibetischen Familie. Obwohl er mit buddhistischen Praktiken vertraut war, widmete er sich ganz seinem Leben als wohlhabender Lebemann. Als reicher tibetischer Adliger besaß er unter anderem makellos geschneiderte Kleidung, teuren Schmuck, ein edles Reitpferd, Ländereien, einen exquisit verzierten Bogen und Pfeile sowie ein außergewöhnliches Messer in einer mit Edelsteinen besetzten Scheide.&lt;br /&gt;
Als er eines Tages zu Pferd unterwegs war, um sich mit einigen Freunden zu einer Feier zu treffen, kam Tarma Wangchuk an einen Fluss. Dort sah er Milarepa, der kaum mehr als seine Bettlerfetzen trug und am Ufer lag. Milarepa gab vor, aufgrund seines hohen Alters zu schwach zu sein, und bat Tarma Wangchuk, ihm über den Fluss zu helfen, doch dieser lehnte ab, da ihn Milarepas Erscheinung abstieß. Tarma Wangchuk versuchte daraufhin, den Fluss mit seinem Pferd zu durchqueren, doch als sein Pferd in der Strömung ins Straucheln geriet, sah er zu seiner großen Verwunderung, wie Milarepa auf dem Wasser an ihm vorbei über den Fluss ging.&lt;br /&gt;
In der Nacht zuvor hatte Jetsun Milarepa in einem Traum eine dunkelhäutige Frau gesehen, die einen etwa zwanzigjährigen jungen Mann mitbrachte und zu Milarepa sagte: „Dein Herz besteht aus acht Teilen, und dies ist einer davon“, und verschwand. Milarepa dachte daraufhin, sie sei eine Dakini gewesen, die prophezeite, dass er acht enge Schüler haben werde, die wie sein Herz seien. Dies ist der Beginn des Konzepts der „acht Herzsöhne“ Milarepas.&lt;br /&gt;
Als er erkannte, dass Milarepa ein vollendeter Meister war, bat er ihn inständig, zahlreiche Gaben anzunehmen, im Gegenzug dafür, dass er ihm Unterweisungen erteile. Er bot Milarepa seine verschiedenen Besitztümer an, darunter sein Pferd, Kleidung, Schmuck, Waffen und Ländereien. Milarepa lehnte jedes Angebot nacheinander ab, mit Versen wie den folgenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Höre mir zu, du naiver junger Mann! Vom Dach meiner Hütte im Schneegebirge fließt die Quintessenz aus Milch und Nektar. Obwohl sie nicht aus Gold oder Juwelen besteht, würde ich sie nicht in Tongefäße gießen. Um meine Taille ist der arme Mann mit starkem Willen an einen Baumwollgürtel fanatischer Hingabe gebunden! Die Abwesenheit von Heuchelei und Scheinheiligkeit ist das Muster meines Gürtels.&lt;br /&gt;
Strahlende Weisheit ist mein Messer, seine Scheide das Vertrauen in die drei Maße.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Glaube und Fleiß im Dharma sind meine gold-silberne Schnur. Die Schönheit des Dharma ist der Glanz über allem. Damit mich die Göttinnen nicht bestrafen, habe ich in der Vergangenheit, als ich lehrte, nie um Reichtum oder Geld gebeten, und werde es auch jetzt nicht tun. Lieber Junge, du darfst nach Hause gehen; ich will deine Gaben nicht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milarepa, Die hunderttausend Lieder des Milarepa, übersetzt von Garma C.C. Chang (Oriental Studies Foundation 1962), S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise wies Milarepa immer wieder darauf hin, dass, sobald man das dharmische Äquivalent jedes materiellen Besitzes erreicht habe, Tarma Wangchuks materielle Opfergaben keinen Wert mehr hätten. In seiner Verzweiflung bot Tarma Wangchuk an, seine Schwester Milarepa als Dienerin zu überlassen, doch Milarepa lehnte auch dies ab und forderte Tarma Wangchuk erneut auf, nach Hause zu gehen.&lt;br /&gt;
In seiner Verzweiflung erkannte Tarma Wangchuk, dass materielle Besitztümer für Milarepa keinen Wert hatten, und gestand den Irrtum seiner fehlgeleiteten Versuche, Milarepa Opfergaben darzubringen; er deutete sogar an, er würde Selbstmord begehen, sollte Milarepa sich weigern, ihn auf den richtigen Weg zu weisen. Als Antwort auf Tarma Wangchuks aufrichtiges Flehen gab Milarepa nach. Aufgrund eines prophetischen Traums wusste Milarepa, dass Tarma Wangchuk das Zeug dazu hatte, ein großer Schüler zu werden. Aufgrund seiner starken Verbindung zum Pfad erkannte Milarepa, dass Tarma Wangchuk in der Lage war, von den Lehren zu profitieren. Milarepa gab ihm Anweisungen, sich von Anhaftung zu befreien.&lt;br /&gt;
Tarma Wangchuk praktizierte vier Monate lang eifrig. Auf Milarepas Anweisung hin erhielt er verschiedene Lehren und Abhishekas (Einweihungen) vom Übersetzer Bari Lotsawa. Anschließend lebte und studierte er fünf Jahre lang bei Milarepa. Milarepa übertrug ihm die Sechs Yogas des [[Naropa]], das Mahamudra des [[Maitripa]], und nachdem er diese vollendet hatte, übertrug Milarepa ihm die Kernanweisungen der geflüsterten Überlieferungslinie. Milarepa gab Tarma Wangchuk den neuen Namen „Repa Shiwa Ö“, was so viel bedeutet wie „der in Baumwolle gekleidete Yogi des Lichts des Friedens“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Zeitpunkt an trug Repa Shiwa Ö niemals Lederschuhe, kleidete sich ausschließlich in ein einziges Stück weißer Baumwollkleidung, legte nie mehr als zwei Tage Proviant an und kehrte nie in seine Heimat zurück. Er verzichtete darauf, sich bloß auf Worte zu fixieren, und praktizierte ununterbrochen. Schließlich erlangte er noch zu Lebzeiten die vollkommene Erleuchtung.&lt;br /&gt;
Dieser Bericht basiert auf Die hunderttausend Lieder des Milarepa.&amp;quot;([https://dpr.info/biography/reincarnation/dzogchen-ponlop-early-incarnations/ Dzogchen Ponlop Rinpoche], übersetzt mit DeepL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hinweise|&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ähnliche Artikel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* {{#categorytree:Biographien|mode=all|depth=0}}&lt;br /&gt;
* {{#categorytree:Kagyu-Tradition|mode=all|depth=0}} &lt;br /&gt;
* {{#categorytree:Buddhismus in Tibet|mode=all|depth=0}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Tibet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biographien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kagyu-Tradition]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Ch%C3%B6gyam_Trungpa_Digital_Library&amp;diff=14415</id>
		<title>Chögyam Trungpa Digital Library</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Ch%C3%B6gyam_Trungpa_Digital_Library&amp;diff=14415"/>
		<updated>2026-09-05T11:51:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde neu angelegt: „[https://library.chogyamtrungpa.com/ Library]“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[https://library.chogyamtrungpa.com/ Library]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14412</id>
		<title>Braboszcz etal 2010</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14412"/>
		<updated>2026-08-23T16:07:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Braboszcz, C., Hahusseau, S., Delorme, A. (2010) [[Meditation]] and Neuroscience: from basic research to clinical practice. In “Integrative Clinical Psychology, Psychiatry and Behavioral Medicine: Perspectives, Practices and Research”. Editor: R. Carlstedt. Springer Publishing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14411</id>
		<title>Braboszcz etal 2010</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14411"/>
		<updated>2026-08-23T16:06:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Braboszcz, C., Hahusseau, S., Delorme, A. (2010) [[Meditation]] and Neuroscience: from basic research to clinical practice. In “Integrative Clinical Psychology, Psychiatry and Behavioral Medicine: Perspectives, Practices and Research”. Editor: R. Carlstedt. Springer Publishing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur):&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14410</id>
		<title>Braboszcz etal 2010</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14410"/>
		<updated>2026-08-23T16:06:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde geleert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14409</id>
		<title>Braboszcz etal 2010</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Braboszcz_etal_2010&amp;diff=14409"/>
		<updated>2026-08-23T16:05:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde neu angelegt: „Braboszcz, C., Hahusseau, S., Delorme, A. (2010) Meditation and Neuroscience: from basic research to clinical practice. In “Integrative Clinical Psychology, Psychiatry and Behavioral Medicine: Perspectives, Practices and Research”. Editor: R. Carlstedt. Springer Publishing.  Kategorie:Literatur): [[Kategorie:Meditationsforschung“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Braboszcz, C., Hahusseau, S., Delorme, A. (2010) [[Meditation]] and Neuroscience: from basic research to clinical practice. In “Integrative Clinical Psychology, Psychiatry and Behavioral Medicine: Perspectives, Practices and Research”. Editor: R. Carlstedt. Springer Publishing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur):&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Pecchia_2023&amp;diff=14408</id>
		<title>Pecchia 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Pecchia_2023&amp;diff=14408"/>
		<updated>2026-08-23T15:40:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde neu angelegt: „Pecchia, Cristina (2023): Meditation and Knowledge in Indian Buddhist Epistemology. In: Hiroko Matsuoka, Shinya Moriyama and Tyler Neill (eds.), To the Heart of Truth: Felicitation Volume for Eli Franco on the Occasion of His Seventieth Birthday. - Wien: Arbeitskreis für Tibetische und Buddhistische Studien Universität Wien, 2023. 667–684 (Wiener Studien zur Tibetologie und Buddhismuskunde. 104)  Kategorie:Literatur Kategorie:Meditationsforschung“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Pecchia, Cristina (2023): [[Meditation]] and Knowledge in Indian Buddhist Epistemology. In: Hiroko Matsuoka, Shinya Moriyama and Tyler Neill (eds.), To the Heart of Truth: Felicitation Volume for Eli Franco on the Occasion of His Seventieth Birthday. - Wien: Arbeitskreis für Tibetische und Buddhistische Studien Universität Wien, 2023. 667–684 (Wiener Studien zur Tibetologie und Buddhismuskunde. 104)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Gend%C3%BCn_Rinpoche&amp;diff=14368</id>
		<title>Gendün Rinpoche</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Gend%C3%BCn_Rinpoche&amp;diff=14368"/>
		<updated>2026-08-12T10:26:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Biographie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Ich habe keine Lebensgeschichte. Ich habe Tee getrunken und Tsampa gegessen .&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Gendün Rinpoche (1918-1997)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://norbu-verlag.de/wp/wp-content/uploads/fotobuch_lgr_3.jpg?v=3a52f3c22ed6 https://norbu-verlag.de/wp/wp-content/uploads/fotobuch_lgr_3.jpg?v=3a52f3c22ed6]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Biographie=&lt;br /&gt;
Gendun Rinpoche wurde im Erdpferd-Jahr (1918) in der Region Kham in Osttibet geboren, in einem Gebiet namens Nangchen, dessen Bewohner für ihre Tapferkeit und Ehrlichkeit bekannt sind. Viele von ihnen widmeten ihr Leben traditionell der mystischen Askese und dem Meditieren in Höhlen. Der Geburtsort von Lama Gendun wird als der Ort verehrt, an dem ein legendärer Yogi namens Sangye Yerpa unter außergewöhnlichen Umständen geboren wurde. Die Legende besagt, dass Sangye Yerpa von der Milch eines &#039;dzo&#039; (eines weiblichen Yaks) genährt wurde und später in einer Höhle am Berghang meditierte, wo er die volle Erleuchtung erlangte. An der Seite der Felswand kann man noch immer den Abdruck eines Dharma-Rades sehen, das spontan auftauchte und von seiner Verwirklichung zeugte.&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rinpoches Vater Mong-je Dargye war ein Bildhauer von Mantras (heilige, mystische Formeln) auf Holz und Stein. Von seiner frühesten Jugend an verspürte Lama Gendun eine tiefe Sehnsucht nach dem spirituellen Leben. In den Sommermonaten, als seine Eltern ihre Herden zu den Weiden führten, lebte die ganze Familie zusammen in einem großen Zelt. Rinpoches Lieblingsspiel war es, einen abgelegenen Platz zu finden, wo er Blätter und Zweige sammelte, um eine Hütte zu bauen. Er betrat sie, setzte sich in Meditationshaltung hin und verkündete: &amp;quot;Ich bin ein Einsiedler&amp;quot;. Dann machte der kleine Junge einen Sitz mit etwas Erde, füllte eine Vase mit Wasser und verschiedenen Substanzen, setzte sich auf seinen improvisierten Thron und gewährte Einweihungen, während er Gebete rezitierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl ich zu dieser Zeit keine religiöse Erziehung erhielt, richtete sich mein ganzes Streben auf den heiligen Dharma. Ich beobachtete das Leben meiner Eltern, die einfache und geradlinige Menschen waren, und da ich sah, dass sie sich nur mit diesem Leben beschäftigten, sagte ich mir: &#039;Alle Sorgen, die mit der Welt zu tun haben, sind nutzlos und haben keine Zukunft. Welchen Nutzen werden sie zum Zeitpunkt des Todes haben ? Ein gewöhnliches Leben bringt nichts Gutes. Es kann nur im Leiden enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;amp;nbsp;Ich habe tief über das Leid nachgedacht, das die Wesen in den Höllen und die Yidaks (hungrige Geister) erdulden mussten. Ich verstand, dass ihre Lebensumstände das Ergebnis davon waren, dass sie in früheren Existenzen in einzigartiger Weise mit weltlichen Aktivitäten beschäftigt waren. Ich hatte großes Mitleid mit ihrer Not und fürchtete, dass meinen Eltern zum Zeitpunkt ihres Todes ein ähnliches Schicksal widerfahren würde. Als ich intensiv über diesen Weg nachdachte, wandte sich mein [[Geist]] für immer von weltlichen Angelegenheiten ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater bemühte sich sehr, mir sein Handwerk beizubringen, aber seine Bemühungen waren vergeblich. Ich blieb unfähig, die Werkzeuge richtig zu benutzen. Meine Eltern machten sich Sorgen um meine Zukunft und gaben schließlich meinen wiederholten Bitten nach, einen Meister zu finden, von dem ich das heilige Dharma lernen könne. Sie beschlossen, mich in das nahe gelegene Kloster von Kyodrag zu bringen, wo ich sowohl eine religiöse Erziehung erhalten als auch für meine materiellen Bedürfnisse sorgen konnte.&lt;br /&gt;
Gendün Rinpoche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So begann Rinpoche etwa im Alter von sieben Jahren seine Lehre in der klösterlichen Lebensweise. Obwohl er sich an die Regeln der Gemeinschaft hielt, interessierte er sich wenig für die traditionellen Aktivitäten der Mönche: Lesen und Rezitieren von Texten, Herstellen von Tormas, religiöse Tänze und andere formale Studien. Im Gegensatz zu den anderen Mönchen war er nur zufrieden, wenn er in der [[Meditation]] verweilte, und er verbrachte seine Jahre damit, zu Füßen der großen verwirklichten Meister, die im Kloster blieben, meditieren zu lernen. Mit seinem ganzen Wesen sehnte er sich nur nach den Praktiken des Geheimen Mantras, dem Vajrayana, dem schnellen Weg zur spirituellen Verwirklichung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während dieser Zeit der Ausbildung führte Rinpoche eine Reihe von Einzelretreats durch. Im Alter von siebzehn Jahren erhielt er die große monastische Ordination von Gelong, und in seinem einundzwanzigsten Lebensjahr trat er in das Retreat-Zentrum seines Klosters ein, um das traditionelle Retreat von drei Jahren und drei Monaten zu absolvieren. Von einem unfehlbaren Glauben und einer unfehlbaren Hingabe beseelt, war er ein perfekter Empfänger der Lehre und durchtränkte seinen Geist vollständig mit dem seiner Meister. Er wandte die Praktiken der Tsas und Lungen der Sechs Yogas von [[Naropa]] an und trug keine andere Kleidung mehr als ein einziges weißes Baumwolltuch. Durch seine Verwirklichung des Yogas der psychischen Hitze - &#039;Tummo&#039; - entwickelte er auch die Fähigkeit, Eis zum Schmelzen zu bringen. Selbst mitten im Winter blieb er ohne Heizung in seiner Zelle und füllte sie durch die Kraft seines Samadi mit Wärme. Ein weiteres Zeichen für seine Meisterschaft in der Meditation war, dass er weder Hunger noch Durst verspürte und nur eine sehr geringe Menge an Nahrung aufnahm. Er erlangte ein direktes und endgültiges Verständnis aller Geisteszustände, selbst der subtilsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem dreijährigen Retreat blieb er noch einige Jahre im Kloster von Kyodrag und widmete sich intensiv der einsamen Meditation in strikter Abgeschiedenheit. Seine Tür war geschlossen, und sein einziger Besucher war der Koch, der sich um ihn kümmerte und den Schlüssel zu seiner Zelle behielt. Eines Tages kam sein Wurzellama [[Tulku]] Tenzin aus Kyodrag zu Besuch, öffnete die Tür seiner Zelle und sagte ihm: &#039;Jetzt ist es Zeit, hinauszugehen. Deine Meditation hat ihren Abschluss gefunden. Du hast die Verwirklichung der Praxis erreicht, es ist nicht mehr nützlich für dich, im Rückzug zu bleiben. Du bist wahrhaftig ein Träger der Gnade, und von nun an kannst du unter der Menge bleiben und das Wohlergehen der Wesen erreichen. Deine Verwirklichung ist unerschütterlich, du bist wie ein Fels in der Brandung. Du kannst dir dessen sicher sein ! Nun handle nach deinem eigenen Willen&#039;. Trotz dieser Worte blieb Rinpoche im Retreat. Nach einem zweiten Besuch von Tenzin Rinpoche sowie nach eindringlichem Drängen von Khenpo Mingyur, einem Siddha (vollendeter Meditierender), der im Kloster residierte und einer seiner Wurzellamas war, akzeptierte er schließlich, ihren Forderungen zu folgen und verließ sein Retreat. Daraufhin unternahm Rinpoche eine Pilgerreise, besuchte die heiligen Stätten Tibets und Nepals, brachte reichlich Opfer dar und vollbrachte kraftvolle Wunschgebete. Nachdem ein Jahr vergangen war, setzte er seine Praxis fort und meditierte in verschiedenen Höhlen, die von großen Siddhas der Vergangenheit wie [[Guru Rinpoche]] und [[Milarepa]] gesegnet worden waren. Dort vollendete Rinpoche seine Verwirklichung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1959, als die Ereignisse in Tibet an Kraft gewannen und die militärische Besetzung abgeschlossen war, befand sich Rinpoche immer noch im Rückzug. Daraufhin erschien eine Schutzgottheit und wies ihn an, in den Süden aufzubrechen und sicherte ihm ihren gegenwärtigen und zukünftigen Schutz zu. Ohne zu wissen, welchen Weg er einschlagen sollte, verließ Rinpoche das Land. Im Vertrauen auf die Zufluchtkraft der Drei Juwelen (Buddha, Dharma und Sangha) gelang es ihm, die chinesischen Grenzen zu überqueren und in Indien anzukommen, ohne sich durch die Gefahren der Reise beunruhigen zu lassen. In Indien angekommen, begab sich Rinpoche auf die Suche nach Gyalwa [[Karmapa]], der ihm die Leitung eines neu gegründeten Klosters im östlichen Bhutan anvertraute. Er blieb drei Jahre lang in dieser Position. Dank Gyalwa Karmapas Güte konnte er dann nach Kalimpong gehen und im Haus eines Sponsors wohnen. Dort blieb er für weitere zwölf Jahre im Halb-Retreat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://rigpedorje.weebly.com/uploads/5/9/7/5/5975625/801150.jpg?471 https://rigpedorje.weebly.com/uploads/5/9/7/5/5975625/801150.jpg?471 ]&lt;br /&gt;
[https://rigpedorje.weebly.com/uploads/5/9/7/5/5975625/published/2364325.jpg?1497382807   https://rigpedorje.weebly.com/uploads/5/9/7/5/5975625/published/2364325.jpg?1497382807  ]&lt;br /&gt;
Karmapa XVI und Gendün Rinpoche (Quelle: rigpedorje.weebly.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Jahr ging Rinpoche in das Kloster von Gyalwa Karmapa in Rumtek, wo er zahlreiche Übertragungen von ihm erhielt. 1974, als Karmapa sich auf seine erste Reise in den Westen vorbereitete, sprach er mit Rinpoche in den folgenden Worten: &#039;Ich werde nach Europa und Amerika reisen. Die Menschen im Westen, die das heilige Dharma nicht kennen, leiden sehr, da ihr Geist durch Stolz, Eifersucht, Verlangen und Hass gestört wird. Das heilige Dharma allein kann ein Heilmittel für ihr Leiden sein. Wenn die Voraussetzungen für die Entwicklung der Lehre zusammengetragen sind, wirst du für ihre Verbreitung in Europa verantwortlich sein. Es gibt nichts zu diskutieren, ich kenne die Zeichen; ich weiß, dass du ein Lama bist, der seine Praxis zu Ende geführt hat. Die Zeit ist gekommen, dass du den Nutzen der Wesen vollbringst&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;img    src=&amp;quot;https://dhagpo-kagyu-mandala.de/wp-content/uploads/2016/12/Laussedat-01.jpg&amp;quot;    &lt;br /&gt;
width=&amp;quot;120&amp;quot;&lt;br /&gt;
newtab=&amp;quot;true&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tempel in Dhagpo Kundreul Ling (Quelle: https://dhagpo-kagyu-mandala.de/)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lama Gendun Rinpoche kam im August 1975 nach Frankreich. Von diesem Zeitpunkt an gab er sich unermüdlich der Rolle hin, die ihm vom Gyalwa Karmapa anvertraut worden war, nämlich den authentischen Dharma an die Menschen im Westen weiterzugeben. Seine Tätigkeit führte ihn in eine große Anzahl europäischer Länder. Er starb am 31. Oktober 1997 in seinem Zimmer im Dhagpo Kundreul Ling in der Auvergne.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Biographie aus: [https://www.dhagpo-kundreul.org/ https://www.dhagpo-kundreul.org/])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;Gendün Rinpoches Aktivitäten im deutschsprachigen Raum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Ankunft 1975 in Frankreich reiste&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;häufig durch Europa und folgte damit vielen Einladungen von Personen, die in&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Dhagpo Kagyü Ling&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;an seinen Kursen teilgenommen hatten. In einigen deutschen Städten fanden sich Praktizierende in Zentren zusammen, in denen&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;regelmäßig unterrichtete. Im 1981 von&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Shamar Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;eingeweihten Kamalashila-Institut (Mechernich), lehrte&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;regelmäßig verstärkt ab 1986, während unter seiner Anleitung ein Dreijahresretreat in Halscheid stattfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;, der vom&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;16. Karmapa&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;als Linienhalter anerkannt worden war, zog aufgrund seiner Realisation, seines von Offenheit und Liebe strahlenden Geistes und seines überwältigenden Mitgefühls Menschen von sehr unterschiedlicher religiöser und sozialer Zugehörigkeit an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 wurde auf Initiative von&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;der Verein&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Karma Kündröl Püntsok Ling&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;(KKPL) gegründet und zur gleichen Zeit in Niederbayern das Zentrum Jägerndorf als erstes deutsches Zentrum des Dhagpo Kagyü-Mandalas eröffnet. Zu dieser Zeit begannen die deutschsprachigen Lamas, die in Frankreich während der Dreijahresretreats ihre Ausbildung bei&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;bekommen hatten, in Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland und der Schweiz zu unterrichten. Daraufhin bildeten sich hauptsächlich in den Städten zahlreiche Dharmagruppen. Viele Praktizierende trafen sich zudem ab 2001 jährlich zum Karma Kagyü-Osterkurs in Fulda, der sich zu einer zentralen Veranstaltung des Mandalas im deutschsprachigen Raum entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend den Wünschen des&amp;amp;nbsp;[https://dhagpo-kagyu-mandala.de/linienhalter-und-meister/17-gyalwa-karmapa-thaye-dorje/ &#039;&#039;17. Gyalwa Karmapa&#039;&#039;],&amp;amp;nbsp;[https://dhagpo-kagyu-mandala.de/linienhalter-und-meister/14-shamarpa-mipham-choekyi-lodroe/ &#039;&#039;Shamar Rinpoches&#039;&#039;],&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Gendün Rinpoches&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;und&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Jigme Rinpoches&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;wurde weiter nach einem Zentrum in der Mitte von Deutschland Ausschau gehalten. Die intensive Suche einiger Lamas und Laienpraktizierender wurde 2004 belohnt –&amp;amp;nbsp;in Thüringen wurde ein Gebäude gefunden. Ende 2004 trafen sich Lama&amp;amp;nbsp;[https://dhagpo-kagyu-mandala.de/lehrerinnen-und-lehrer/#Lama-Yeshe-Sangmo &#039;&#039;Yeshe Sangmo&#039;&#039;]&amp;amp;nbsp;und&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Hans-Erich Frey&#039;&#039;, als Vertreter der deutschen Lamas, mit dem Bürgermeister der Gemeinde Moorgrund,&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Udo Schilling&#039;&#039;, und bekundeten ihr Interesse an dem Gebäude, das damals den Namen »Kosmos« trug und zuletzt als Ferienerholungsheim genutzt worden war. Der Architekt&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Oskar Laser&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;wurde beauftragt, die Gebäudesubstanz des seit einigen Jahren unbewohnten Hauses zu prüfen. Als dem&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;Fotos vom Haus gezeigt wurden, sagte er: »We should buy it.« Und als 2005&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;Jigme Rinpoche&#039;&#039;&amp;amp;nbsp;das Haus im Anschluss an den Osterkurs besichtigte, guckte er tiefer und meinte, trotz des damaligen desolaten Zustandes des Hauses: »Very nice.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. August 2005 konnte das Gebäude schließlich im Rahmen einer Versteigerung erworben werden. Wenige Tage später segnete &#039;&#039;Jigme Rinpoche&#039;&#039; den Platz und weihte das Dharmazentrum Möhra ein. Zur Eröffnung kamen neben zahlreichen Gästen aus ganz Deutschland auch viele Bürger der Gemeinde Moorgrund. Das [https://dhagpo-kagyu-mandala.de/dharmazentrum-moehra/ Dharmazentrum Möhra] ist heute der Hauptsitz des Dhagpo-Kagyü-Mandalas im deutschsprachigen Raum und wird von den Lamas und Drublas des Dhagpo-Kagyü-Mandalas, die ihre Ausbildung bei &#039;&#039;Gendün Rinpoche&#039;&#039; erhalten haben, betreut. Es wird getragen vom Verein &#039;&#039;Karma Kündrol Püntsok Ling&#039;&#039;, dessen spiritueller Leiter der &#039;&#039;17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje&#039;&#039; ist.&amp;quot; (https://dhagpo-kagyu-mandala.de/geschichte/)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# [https://vimeo.com/386578380 Video: Belehrung von Gendün Rinpoche über die Natur des Geistes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biographien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karma Kagyü]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Tibet]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vajradhara&amp;diff=14361</id>
		<title>Vajradhara</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vajradhara&amp;diff=14361"/>
		<updated>2026-08-08T19:32:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;tib. རྡོ་རྗེ་འཆང།&amp;amp;nbsp; (Dorje Chang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Lehre der Nyingmapas ist Dorje Chang der Samboghakaya-Aspekt des Urbuddha ([https://dagpo.de/glossar/samantabhadra/ Samantabhadra], tibet. Kun tu bzang po). In der Lehre der neuen tibetischen Schulen ([[Sakya]], [[Gelug]], Kagyü) ist Dorje Chang der Wurzellama des Mahamudra und Manifestiation des Urbuddha. Die &#039;&#039;&amp;quot;Verwirklichung von Dorje Chang&amp;quot;&#039;&#039; ist eine Beschreibung für die vollständige Realisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dorje Chang ist von blauer Farbe und sitzt auf einem Lotus- und Mond-Thron. Er wird immer sitzend dargestellt, im Lotussitz und mit sichtbaren Fußsohlen. Er trägt die Bodhisattva-Krone sowie das Kleid und die Ornamente eines indischen Prinzen. Er zeigt ein offenes drittes Auge (Urna). Seine Arme sind vor der Brust gekreuzt und halten Vajra und Ghanta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Tibet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kagyu-Tradition]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hinweise|&#039;&#039;&#039;Ähnliche Seiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;categorytree mode=all depth=0&amp;gt;Kagyu-Tradition&amp;lt;/categorytree&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;categorytree mode=all depth=0&amp;gt;Buddhismus in Tibet&amp;lt;/categorytree&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vitakka-vic%C4%81ra&amp;diff=14347</id>
		<title>Vitakka-vicāra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vitakka-vic%C4%81ra&amp;diff=14347"/>
		<updated>2026-07-17T07:41:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Vitarka (skr.) steht für den kognitiven Impuls des Denkens oder der anfänglichen Aufmerksamkeit, der der ersten [[Dhyana]]-Stufe zugeordnet wird (vgl. ([[Terje/Sacchet 2024]]). Mit dieser anfänglichen Geistesbewegung wird die Aufmerksamkeit einem Objekt zugewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonyme: [https://en.wikipedia.org/wiki/Pali_language Pali]: &#039;&#039;[[vitakka]]&#039;&#039;; [https://en.wikipedia.org/wiki/Tibetan_script tibetisch]: རྟོག་པ།, [https://en.wikipedia.org/wiki/Wylie_transliteration Wylie]: &#039;&#039;rtog pa&#039;&#039;, [https://en.wikipedia.org/wiki/THL_Simplified_Phonetic_Transcription THL]: &#039;&#039;tokpa&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„angewandte Geistesbewegung“, (anfängliche) Untersuchung, und &#039;&#039;vicāra&#039;&#039; (विचार und 𑀯𑀺𑀘𑀸𑀭; [https://en.wikipedia.org/wiki/Tibetan_script tibetisch]: དཔྱོད་པ།, [https://en.wikipedia.org/wiki/Wylie_transliteration Wylie]: &#039;&#039;dpyod pa&#039;&#039;, [https://en.wikipedia.org/wiki/THL_Simplified_Phonetic_Transcription THL]: &#039;&#039;[[chöpa]]&#039;&#039;), „das Untersuchen dessen, worauf sich &#039;&#039;vitakka&#039;&#039; konzentriert hat, sind Eigenschaften oder Elemente des ersten [https://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana#Das_erste_Jhana &#039;&#039;dhyāna&#039;&#039;] oder &#039;&#039;jhāna&#039;&#039;.Im [https://en.wikipedia.org/wiki/Pali_canon Pali-Kanon] bilden &#039;&#039;Vitakka-vicāra&#039;&#039; eine Form des Ausdrucks, die sich darauf bezieht, die eigenen Geistesbewegungen oder die Aufmerksamkeit auf ein Objekt (&#039;&#039;vitarka&#039;&#039;) zu richten und es zu untersuchen (&#039;&#039;vicāra&#039;&#039;), „es in seine funktionalen Komponenten zu zerlegen“, um es zu verstehen, und die Vielzahl der an einem phänomenalen Ereignis beteiligten Bedingungsfaktoren zu unterscheiden.&amp;quot;Die spätere Kommentartradition des [[Theravada]], wie sie in [https://en.wikipedia.org/wiki/Buddhaghosa Buddhaghosas] [https://en.wikipedia.org/wiki/Visuddhimagga Visuddhimagga] vertreten wird, interpretiert &#039;&#039;vitarka&#039;&#039; und &#039;&#039;vicāra&#039;&#039; als die anfängliche und anhaltende Anwendung von Aufmerksamkeit auf ein Meditationsobjekt, die in der Beruhigung des Geistes gipfelt. Laut Fox und Bucknell kann &#039;&#039;vitarka-vicāra&#039;&#039; auch als „normaler Prozess der diskursiven Geistesbewegung“ verstanden werden, der durch Versenkung in die zweite &#039;&#039;[https://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana#Das_erste_Jhana jhāna]&#039;&#039; zur Ruhe kommt.&amp;quot; ([https://en.wikipedia.org/wiki/Vitarka-vic%C4%81ra en.Wikipedia], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dhyana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vitakka-vic%C4%81ra&amp;diff=14346</id>
		<title>Vitakka-vicāra</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Vitakka-vic%C4%81ra&amp;diff=14346"/>
		<updated>2026-07-17T07:40:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Vitarka (skr.) steht für den kognitiven Impuls des Denkens oder der anfänglichen Aufmerksamkeit, der der ersten [[Dhyana]]-Stufe zugeordnet wird (vgl. ([[Terje/Sacchet 2024]]). Mit dieser anfänglichen Geistesbewegung wird die Aufmerksamkeit einem Objekt zugewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonyme: [https://en.wikipedia.org/wiki/Pali_language Pali]: &#039;&#039;[[vitakka]]&#039;&#039;; [https://en.wikipedia.org/wiki/Tibetan_script tibetisch]: རྟོག་པ།, [https://en.wikipedia.org/wiki/Wylie_transliteration Wylie]: &#039;&#039;rtog pa&#039;&#039;, [https://en.wikipedia.org/wiki/THL_Simplified_Phonetic_Transcription THL]: &#039;&#039;tokpa&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„angewandte Geistesbewegung“, (anfängliche) Untersuchung, und &#039;&#039;vicāra&#039;&#039; (विचार und 𑀯𑀺𑀘𑀸𑀭; [https://en.wikipedia.org/wiki/Tibetan_script tibetisch]: དཔྱོད་པ།, [https://en.wikipedia.org/wiki/Wylie_transliteration Wylie]: &#039;&#039;dpyod pa&#039;&#039;, [https://en.wikipedia.org/wiki/THL_Simplified_Phonetic_Transcription THL]: &#039;&#039;[[chöpa]]&#039;&#039;), „das Untersuchen dessen, worauf sich &#039;&#039;vitakka&#039;&#039; konzentriert hat, sind Eigenschaften oder Elemente des ersten [https://en.wikipedia.org/wiki/Dhyana_in_Buddhism &#039;&#039;dhyāna&#039;&#039;] oder &#039;&#039;jhāna&#039;&#039;.Im [https://en.wikipedia.org/wiki/Pali_canon Pali-Kanon] bilden &#039;&#039;Vitakka-vicāra&#039;&#039; eine Form des Ausdrucks, die sich darauf bezieht, die eigenen Geistesbewegungen oder die Aufmerksamkeit auf ein Objekt (&#039;&#039;vitarka&#039;&#039;) zu richten und es zu untersuchen (&#039;&#039;vicāra&#039;&#039;), „es in seine funktionalen Komponenten zu zerlegen“, um es zu verstehen, und die Vielzahl der an einem phänomenalen Ereignis beteiligten Bedingungsfaktoren zu unterscheiden.&amp;quot;Die spätere Kommentartradition des [[Theravada]], wie sie in [https://en.wikipedia.org/wiki/Buddhaghosa Buddhaghosas] [https://en.wikipedia.org/wiki/Visuddhimagga Visuddhimagga] vertreten wird, interpretiert &#039;&#039;vitarka&#039;&#039; und &#039;&#039;vicāra&#039;&#039; als die anfängliche und anhaltende Anwendung von Aufmerksamkeit auf ein Meditationsobjekt, die in der Beruhigung des Geistes gipfelt. Laut Fox und Bucknell kann &#039;&#039;vitarka-vicāra&#039;&#039; auch als „normaler Prozess der diskursiven Geistesbewegung“ verstanden werden, der durch Versenkung in die zweite &#039;&#039;[https://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana#Das_erste_Jhana jhāna]&#039;&#039; zur Ruhe kommt.&amp;quot; ([https://en.wikipedia.org/wiki/Vitarka-vic%C4%81ra en.Wikipedia], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dhyana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana&amp;diff=14345</id>
		<title>Dhyana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana&amp;diff=14345"/>
		<updated>2026-07-17T07:38:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Das Wort Dhyana=&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Dhyāna&amp;quot; stammt aus dem Sanskrit und wird gewöhnlich mit &amp;quot;[[Meditation]]&amp;quot; übersetzt. Synonyme: &#039;&#039;[[Jhāna]]&#039;&#039; (Pali, gesprochen Dschaana), in der chinesischen Entsprechung &#039;&#039;„[[Chan]]&#039;&#039;“, hieraus leitet sich das japanische „&#039;&#039;Zen&#039;&#039;&amp;quot; ab. Dhyana bezeichnet sowohl die Methode der Meditation als auch die daraus resultierenden höheren Bewusstseinszustände der Meditation. (vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Dhyana Wikipedia], 13.02.2025)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dhyana und bhavana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;In den ältesten Texten des Buddhismus ist dhyāna […] eine Komponente der Geistesschulung (bhavana), die gemeinhin mit Meditation übersetzt wird, um den [[Geist]] von den automatischen Reaktionen auf Sinneseindrücke zurückzuziehen und die Verunreinigungen zu „verbrennen“, was zu einem „Zustand des vollkommenen Gleichmuts und Gewahrseins (upekkhā-sati-parisuddhi) führt. [...] In der späteren Kommentartradition, die im heutigen Theravāda überlebt hat, wird dhyāna mit „Konzentration“ gleichgesetzt, einem Zustand der auf einen Punkt gerichteten [[Absorption]], in dem ein vermindertes Bewusstsein für die Umgebung besteht.[..]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chan und Zen ==&lt;br /&gt;
In den buddhistischen Traditionen von Chan und Zen (deren Namen die chinesische bzw. japanische Aussprache von dhyāna sind), wie auch im [[Theravada]] und Tiantai, ist anapanasati (Achtsamkeit auf den Atem), das in der buddhistischen Tradition als Mittel zur Entwicklung von dhyana weitergegeben wird, eine zentrale Praxis. In der Chan/Zen-Tradition basiert diese Praxis letztlich auf [[Sarvāstivāda]]-Meditationstechniken, die seit dem Beginn der gemeinsamen Zeitrechnung überliefert wurden.&amp;quot; ([https://en.wikipedia.org/wiki/Dhyana_in_Buddhism en.Wikipedia], übersetzt 13.02.2025)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== jhāna ==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die jhānas (von Sanskrit &#039;&#039;dhyāna&#039;&#039;), die aus dem Hinduismus, insbesondere der frühen brahmanischen Meditation, hervorgegangen sind [...], wurden als Zustände angesehen, die mit der Einsicht in die grundlegenden Strukturen und Bedingungen der Existenz verbunden sind, und als eine Meditationsform, die zur endgültigen Befreiung vom Leiden führen kann.“ ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Ursprünge =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es ist wenig darüber bekannt, wann die Menschen begannen, Zustände tiefer Absorption zu kultivieren, und wir wollen hier keine Spekulationen darüber anstellen. Was man weiß, ist, dassdie Praxis der Absorption/jhāna auch zu den vorbuddhistischen Traditionen gehört. Diese Idee ist selbst Teil des buddhistischen Glaubens, der besagt, dass der Buddha die Praxis bestimmter jhānas von einigen seiner Lehrer gelernt hat. [...] Die Mahāsaccaka-Sutta, die zum Kanon des Theravāda-Buddhismus gehört und eine Quelle für biografische Informationen über das Leben des Buddha ist, erklärt den Ursprung der jhāna-Praxis. Als der Buddha mit dem Saccaka, einem angesehenen Debattierer und Jain, über kontemplative Praxis sprach, soll er jhāna als den Weg zum Erwachen und zum Ende des Leidens erkannt haben (Ñanamoli &amp;amp;amp; Bodhi, 1995, S. 332-3431). Der Buddha erklärt, dass er, nachdem er die Grenzen der Askese erfahren hatte, die den Körper schwächte und nicht zur Einsicht führte, beschloss, zu versuchen, in das erste jhāna, das er schon als kleines Kind erfahren hatte, einzutreten. Obwohl die jhānas angenehm sind, stellen sie keinen sinnlichen Genuss dar. Vielmehr liegen die jhānas zwischen den Extremen der Askese und des sinnlichen Genussesiehe [[Der]] Buddha erzählt dann, dass er das Erwachen durch das Durchlaufen der vier jhānas erlangte, die ein integraler Bestandteil des sogenannten achtfachen Pfades des Buddhismus wurden.&amp;quot; ([[Terje/Sacchet 2024]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Bestimmung und Differenzierung im Theravada=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terje und Sacchet haben 2004 gemeinsame Merkmale und Diskrepanzen der Jhanas auf der Basis buddhistischer Meditationshandbücher untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Allgemeine Charakterisierung der jhanas=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind definiert durch stabile Konzentration, Fokussierung und Absorption, die im Rahmen der Meditation erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind positiv bewertet (glücklich, freudig, vergnüglich, glückselig, tröstlich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind ruhevoll (ruhig, abgeschieden) und still (wenig oder keine Gedanken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In jhāna herrscht klares Bewusstsein, im Gegensatz zu Trance- oder Schlafzuständen, die ohne Bewusstsein sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Es gibt ein Fortschreiten durch die jhānas, bei dem sich die Faktoren, die mit den verschiedenen jhānas verbunden sind, verändern (im Allgemeinen in Richtung einer größeren Verfeinerung oder Auflösung der Verstrickung des Selbst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas bereiten den Geist auf die Einsicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu den Wirkungen von jhāna gehören Reinigung, [[Heilung]]/Verjüngung und eine Umwandlung/Umformung des Geistes, die schließlich zum Erwachen führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas gelten als heilsam, können mit dem Zustand des Fließens verglichen werden und haben einen inneren Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Es gibt verschiedene Arten von jhāna.&amp;quot; ([[Terje/Sacchet 2024]], übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Definition=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schlagen folgende Definition für Dhyana vor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Die jhānas sind sequentiell geordnete Zustände (a) intensiver, mühelos stabiler Konzentration und bewusster Absorption, in denen (b) negative Geisteszustände reduziert oder völlig abwesend sind, während (c) Faktoren wie Glückseligkeit, Frieden und formlose Aspekte entwickelt und verfeinert werden, und (d) der Geist zu geistiger Verjüngung, psychologischer und philosophischer Einsicht und meditativen Endpunkten neigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe Grad und die stabile Konzentration auf ein Objekt und das klare Gewahrsein unterscheiden jhānas von Trancezuständen und anderen Zuständen der Absorption. Negative Geisteszustände, die traditionell als Hindernisse bezeichnet werden, umfassen eine Reihe spezifischer Meditationshindernisse wie Sinneslust, Sorgen und Zweifel, können aber auch alle negativ bewerteten Zustände im allgemeineren Sinne von Fesseln (Gier, Hass usw.) umfassen (Sparby, 20222). Zu den Faktoren gehören traditionelle Faktoren wie &#039;&#039;[[vitakka]] &#039;&#039;(Denken oder anfängliche Aufmerksamkeit) und &#039;&#039;[[vicāra]] &#039;&#039;(prüfende oder anhaltende Aufmerksamkeit), &#039;&#039;pītisukha &#039;&#039;(Glückseligkeit, Freude und Zufriedenheit), &#039;&#039;upekkhā &#039;&#039;(Gleichmut) und andere Faktoren. Außerdem können (a) und (b) als grundlegende Merkmale von jhāna betrachtet werden, während (c) den Prozess betrifft, der sich während jhāna entfaltet, und (d) betrifft das Ergebnis.“ (Terje/Sacchet 2024, übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 4 Formhaften Stufen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das erste [[Jhana]]==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Es gibt ein hohes Maß an Überschneidungen in den Handbüchern, wenn es um die traditionellen Faktoren geht, zu denen &#039;&#039;[[vitakka]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[vicāra]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[pīti]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[sukha]] &#039;&#039;und &#039;&#039;[[ekaggatā]] &#039;&#039;gehören. Allerdings beziehen sich zwei Handbücher auf [[vitakka]] und [[vicāra]] als &#039;&#039;Denken und Untersuchen &#039;&#039;(Brasington, 20153; Johnson, 20184), während der Rest diese Begriffe als &#039;&#039;anfängliche und anhaltende Aufmerksamkeit &#039;&#039;versteht; die anfängliche Aufmerksamkeit besteht darin, die Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt zu richten, während die anhaltende Aufmerksamkeit darin besteht, dass die Aufmerksamkeit beim Objekt verbleibt. Alle Handbücher stimmen darin überein, dass pīti und sukha im ersten jhāna vorhanden sind. Pīti kann mit Freude, Glückseligkeit oder Verzückung übersetzt werden, während sukha oft mit Glück übersetzt wird.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die erste meditative Konzentration beginnt mit der Übung des &amp;quot;Anstoßens&amp;quot; („Ejection“) und der verständlichen Vorbereitungsphase der Meditation ohne Hindernisse, deren Vollendung die Grundlage für die erste eigentliche meditative Konzentration bildet. Das tatsächliche Erreichen der ersten meditativen Konzentration löst grobe Erscheinungen und geistige Faktoren auf, und was verbleibt, sind sehr subtile diskursive Gedanken, Reflexion (Skt. &#039;&#039;[[vicāra]]&#039;&#039;), Freude (Skt. &#039;&#039;[[pīti]]&#039;&#039;) und Glückseligkeit (Skt. &#039;&#039;[[sukha]]&#039;&#039;). Durch das Üben dieser meditativen Konzentration wird man im ersten Götterreich der meditativen Konzentration, dem Brahma-Reich, wiedergeboren. Durch das Üben einer besonderen meditativen Konzentration wird man im Mahabrahma-Reich wiedergeboren.&amp;quot; ([[Gampopa  1998]]:117, übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das zweite Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Handbücher stimmen alle darin überein, dass das zweite jhāna durch die Abwesenheit von [[vitakka]] und [[vicāra]] charakterisiert ist, entweder als Denken/Untersuchen oder als anfängliche/aufrechterhaltene Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahm erwähnt einen jhanischen Zustand, der keine angewandte, aber eine anhaltende Aufmerksamkeit aufweist; dieser Zustand soll dem zweiten jhāna so nahe stehen, dass er oft in dieses einbezogen wird (Brahm, 2014, S. 159). Ingram stellt fest, dass das zweite jhāna durch das Fallenlassen &amp;quot;fast aller angewandten und anhaltenden Anstrengung&amp;quot; gekennzeichnet ist; es hat &amp;quot;viel mehr die Qualität, sich zu zeigen, sich zu entfalten, das Feld der Aufmerksamkeit mit sich selbst zu füllen, natürlich zu erblühen&amp;quot; (Ingram, 2018, S. 1645). Für Catherine ist der Geist im zweiten jhāna auf das Meditationsobjekt &amp;quot;fixiert&amp;quot; und tritt in eine &amp;quot;vertrauensvolle, auf einen Punkt ausgerichtete Vereinigung mit [ihm]&amp;quot; ein (Catherine, 2008, S. 133). Brahm zufolge hört das Taumeln, d. h. das oben beschriebene Schwanken der Aufmerksamkeit, auf (Brahm, 2014, S. 159). Dennison stellt fest, dass die Aufmerksamkeit im zweiten jhāna &amp;quot;effektiv automatisch&amp;quot; wird (Dennison, 2022, S. 53), was mit dem Abklingen von vitakka und vicāra und dem Entstehen der Einigung des Geistes zusammenhängt (Dennison, 2022, S. 51). Für diejenigen, die vitakka und vicāra als mit dem Denken verbunden verstehen, schreibt Johnson, dass &amp;quot;das interne Verbalisieren im Wesentlichen aufgehört hat&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 112). Im Gegensatz dazu stellt Brasington fest, dass das Denken nicht vollständig nachlässt, wenn man nicht einen Monat oder länger im Retreat war (Brasington, 2015, S. 49). In zwei Handbüchern wird pīti oder pītisukha als die Vorstufe des dominanter Faktor des zweiten jhāna (Dennison, 2022, S. 50; Ingram, 2018, S. 164). Für Brasington steht sukha im zweiten jhāna im Vordergrund, während es im ersten jhāna im Hintergrund steht (Brasington, 2015, S. 48). Diese Umkehrung von Vordergrund und Hintergrund ist das, was in der traditionellen Beschreibung des zweiten jhāna nach Brasington mit &amp;quot;innerer Ruhe&amp;quot; gemeint ist (Brasington, 2015, S. 49). Catherine zufolge &amp;quot;intensiviert sich im zweiten jhāna der Faktor pīti; ohne die Aufregung gerichteter und anhaltender Energien stabilisiert sich dieses Vergnügen jedoch zu einer kraftvollen Erfahrung innerer Ruhe&amp;quot;. Für Brasington wird das zweite jhāna meist als tiefer im Körper gelegen erlebt als das erste jhāna: Die Erfahrung des zweiten jhāna scheint tiefer im Körper angesiedelt zu sein als die Erfahrung des ersten jhāna; bei den meisten Menschen befindet sie sich eher im Herzzentrum. Es fühlt sich an, als käme das Glück aus dem Herzen und würde wie aus einer Quelle aufsteigen. (Brasington, 2015, S. 50) Dies ist ein Merkmal, das nicht Teil der traditionellen Faktoren ist. Andere Autoren, wie z.B. Johnson (2018), weisen auch darauf hin, dass verschiedene jhānas auf verschiedene Körperteile oder räumliche Bereiche fokussiert sein können (wie im Einzelfall unten angemerkt).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das dritte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es besteht Einigkeit darüber, dass im dritten jhāna vitakka und vicāra nicht vorhanden sind. Außerdem wird sukha (Glück oder Zufriedenheit) als vorhanden angesehen, während pīti verschwunden oder transformiert ist (Dennison, 2022, S. 41). Shaila stellt fest, dass der Geist des Meditierenden &amp;quot;mit stiller Freude und Zufriedenheit vereint ist&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 139), was als Hinweis auf die Anwesenheit von ekaggatā verstanden werden kann. Snyder/Rasmussen stellen explizit fest, dass ekaggatā im dritten jhāna vorhanden ist (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 796), während Brahm, Dennison, Johnson und Ingram ekaggatā nicht explizit in Bezug auf das dritte jhāna erwähnen. Es kann jedoch gefolgert werden, dass sie ekaggatā für vorhanden halten, basierend auf (i) der Tatsache, dass diese Autoren dazu neigen, den traditionellen Visuddhimagga-Charakterisierungen für ihre Listen von Merkmalen zu folgen, und (ii) dass sie erwähnt hätten, wenn ekaggatā wegfallen würde (wie zum Beispiel vitakka/vicāra im zweiten jhāna). Catherine stellt fest, dass sukha die &amp;quot;zentrale Bühne&amp;quot; dritten jhāna einnimmt (Catherine, 2008, S. 139), während Brasington darauf hinweist, dass die Idee des dritten jhāna darin besteht, sukha &amp;quot;alldurchdringend&amp;quot; erscheinen zu lassen (Brasington, 2015, S. 57). Auf diese Weise kann sukha als ein primärer Faktor des dritten jhāna betrachtet werden. Ruhe und Frieden werden neben Achtsamkeit, klarem Verständnis und Gleichmut auch mit dem dritten Jhāna in Verbindung gebracht. Diese Faktoren können ebenfalls als traditionell angesehen werden, obwohl sie typischerweise nicht als Jauptfaktoren dargestellt werden. Ingram stellt fest, dass im dritten jhāna &amp;quot;formlose Elemente&amp;quot; auftreten können, zu denen &amp;quot;das Gefühl gehört, dass der Körper wegfällt, dass der Anblick wegfällt, dass die Klänge wegfallen&amp;quot; (Ingram, 2018, S. 167). Darüber hinaus ist für Ingram im dritten jhāna die Aufmerksamkeit an den Rändern klar, während sie in der Mitte unklar ist (mit anderen Worten, die Aufmerksamkeit ist &amp;quot;weit&amp;quot;), was im Gegensatz zur Aufmerksamkeit im zweiten jhāna steht, die in der Mitte klar ist (Ingram, 2018, S. 165). Für Brasington ist das dritte jhāna eher im Bauch angesiedelt (Brasington, 2015, S. 56). Diese beiden Merkmale bezeichnen wir als nicht-traditionell.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das vierte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Alle Handbücher stimmen darin überein, dass das vierte jhāna dadurch gekennzeichnet ist, dass sukha/Glücklichsein abfällt, während Gleichmut bleibt. Dennison merkt an, dass Gleichmut allmählich zum primären Faktor des dritten jhāna wird, während &amp;quot;die subtile Anhaftung an sukha schwindet&amp;quot;, woraufhin der Übergang zum vierten jhāna stattfinden kann (Dennison, 2022, S. 79). Brahm stellt fest, dass ein tiefes Gefühl des Friedens das Kennzeichen des vierten jhāna ist: Nichts bewegt sich hier, nichts leuchtet. Nichts erfährt Glück oder Unbehagen. Man spürt vollkommene Ausgeglichenheit im Zentrum des Geistesiehe Im Zentrum eines Wirbelsturms, im Zentrum des geistigen Auges, regt sich nichts. Hier gibt es ein Gefühl der Vollkommenheit, eine Vollkommenheit der Stille und des Gewahrseins. (Brahm, 2014, S. 163).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Stille ist dann mit Gleichmut verbunden. Brasington charakterisiert das vierte jhāna als &amp;quot;Gleichmut, der weder Lust noch Schmerz kennt&amp;quot;, und Johnson stellt ausdrücklich fest, dass jeder Schmerz im Körper im vierten jhāna aufhört, da keine Abneigung vorhanden ist (Johnson, 2018, S. 118).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Achtsamkeit wird in einigen Handbüchern als eine weitere zentrale Qualität des vierten jhāna hervorgehoben (Catherine, 2008, S. 147; Ingram, 2018, S. 168; Yates et al., 2015, S. 382) und kann als vollständig verfeinert (vervollkommnet) durch Gleichmut angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt des vierten jhāna, der auch in der traditionellen Literatur erwähnt wird, ist, dass der Atem anhält. Ein Handbuch stellt fest, dass der Atem &amp;quot;sehr, sehr flach&amp;quot; wird (Cath- erine, 2008, S. 147); ein anderes stellt fest, dass es sich erfahrungsgemäß so anfühlt, als würde der Atem anhalten (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 82). Dies könnte mit dem Phänomen der Befriedung zusammenhängen, das laut den meisten Handbüchern im vierten jhāna besonders ausgeprägt ist: Es kann überhaupt keine Wahrnehmung der Außenwelt geben (Brahm, 2014, S. 164; Catherine, 2008, S. 147) oder der Kontakt mit dem Körper kann zwischen einem gewissen Kontakt und dem vollständigen Verschwinden des Kontakts im vierten jhāna schwanken (Ingram, 2018, S. 168). Geräusche und andere Eindrücke können immer noch in das vierte jhāna eindringen, wenn sie laut oder aufdringlich genug sind (Catherine, 2008, S. 146). Zwei Handbücher erwähnen Veränderungen in der Lichtwahrnehmung im vierten jhāna, entweder als erhöhte Helligkeit (Brasington, 2015, S. 63-64) oder als das Vorhandensein eines goldenen Lichts (John- son, 2018, S. 118). Dennison gibt an, dass das vierte jhāna im Scheitel des Kopfes verkörpert wird (Johnson, 2018, S. 118), während Brasington angibt, dass das vierte jhāna erlebt wird, indem man vom dritten jhāna (das in der Bauchregion angesiedelt war) weiter nach unten geht; der Körper kann sogar anfangen, in sich zusammenzusinken (Brasington, 2015, S. 61-62).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingram sagt, dass das vierte jhāna eine panoramische Qualität hat (Ingram, 2018, S. 168). Einsicht und Weisheit können auch im Zusammenhang mit dem vierten jhāna in einer Weise entstehen, die zu führt. Wenn man im Kontext des vierten jhāna mit Sinneserfahrungen in Kontakt kommt, werden sie &amp;quot;aus der Perspektive des Gleichmuts erkannt.&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 146). Die Abneigung gegen den Schmerz als Quelle der Vermeidung schmerzhafter Situationen kann durch Reaktionen ersetzt werden, die auf Intelligenz und Weisheit beruhen, d. h. durch Handlungen, die auf der Einsicht beruhen, was hilfreiche Reaktionen auf Schmerz sind (Catherine, 2008, S. 149).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 4 Formlosen Stufen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das fünfte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die formlosen jhānas werden traditionell als auf dem vierten jhāna basierend betrachtet (Dennison, 2022, S. 139; Ingram, 2018, S. 172). In der Tat betrachten die meisten Handbücher alle formlosen jhānas als durch Gleichmut und ekaggatā gekennzeichnet (Brahm, 2014, S. 169; Catherine, 2008, S. 193; Dennison, 2022, S. 139; Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 101; Yates et al., 2015, S. 383).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spezifisch für das fünfte jhāna ist der &#039;&#039;grenzenlose Raum&#039;&#039;, der auf verschiedene Weise als unendlich (Brasington, 2015, S. 77) oder &amp;quot;leer, unermesslich und unbestimmt&amp;quot; (Brahm, 2014, S. 170) beschrieben wird. Das fünfte jhāna kann entweder durch die Konzentration auf die Qualität der unendlichen Ausdehnung (Brasington, 2015, S. 77) oder durch die Verwendung sogenannter kasiṇas, das sind Sinnesobjekte wie farbige Scheiben, erreicht werden. Um in fünfte jhāna einzutreten, kann man sich zum Beispiel auf die Kanten von Löchern in materiellen Objekten konzentrieren (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 102). Einige subtile visuelle Qualitäten können ebenfalls mit dem fünften jhāna in Verbindung gebracht werden, wie z.B. Grautöne, Off-White oder Schwarz (Brasington, 2015, S. 78).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johnson erklärt, dass das fünfte jhāna aus Mitgefühl besteht, das sich in alle Richtungen ausdehnt (Johnson, 2018, S. 124). Die Befriedung mag im fünften jhāna stärker sein, aber es besteht kein Konsens darüber, ob Sinneseindrücke, einschließlich Geräusche, notwendigerweise vollständig verschwinden. Einzelne Handbücher berichten, dass die Subjektivität verschwinden kann (Dennison, 2022, S. 148-149), dass die Müdigkeit im fünften jhāna in einem solchen Ausmaß verschwindet, dass &amp;quot;Schlaf sich anfühlen kann&amp;quot; (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 196-197) und dass das fünfte jhāna zutiefst reinigend ist, obwohl dies für alle formlosen jhānas gilt (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 104).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das sechste Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die meisten Handbücher stimmen darin überein, dass das sechste jhāna durch Gleichmut und Ein-Punkt-Sein oder Einigung des Geistes gekennzeichnet ist (da dies auch für das siebte und achte jhāna gilt, werden wir diesen Aspekt nicht noch einmal erwähnen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Objekt des sechsten jhāna ist das grenzenlose Bewusstsein oder ein unendliches Bewusstsein, das &amp;quot;weder groß, weit und ausgedehnt noch unendlich klein ist&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 200). Dieses Bewusstsein wird auch als ein Bewusstsein des Bewusstseins beschrieben, das &amp;quot;sehr groß, unbegrenzt&amp;quot; und &amp;quot;dunkel&amp;quot; ist (Brasington, 2015, S. 80). Johnsons Darstellung des sechsten jhāna fügt hinzu, dass das Objekt des sechsten jhāna muditā oder altruistische Freude ist (Johnson, 2018, S. 127).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unendliches Bewusstsein kann zum Beispiel erreicht werden, indem man sich dem Bewusstsein widmet, das sich des begrenzungslosen Raums des fünften jhāna bewusst war. Einige Handbücher weisen jedoch darauf hin, dass &amp;quot;grenzenloses Bewusstsein&amp;quot; nicht als &amp;quot;Grund des Seins&amp;quot; oder als Beweis für eine Art Idealismus angesehen werden sollte, bei dem das Bewusstsein oder das Selbst die Grundlage aller Dinge ist (Brasington, 2015, S. 80-81; Ingram, 2018, S. 174); Während die Erfahrung des unendlichen Bewusstseins auf die Anwesenheit eines universellen Selbst oder Geistes hindeuten mag, sollte diese Anwesenheit als Illusion oder Fiktion verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sechste jhāna kann jedoch als Ausgangspunkt für Einsicht genommen werden, es ist &amp;quot;eine wunderbare Plattform, um die gewohnheitsmäßige Verbindung des Bewusstseins mit seinen Objekten in Frage zu stellen&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 200). Es kann jedoch unmöglich sein, Beobachtungen zu machen, während man sich im Zustand befindet, was bedeutet, dass die Einsicht aus der Reflexion und dem Vergleich der Zustände entsteht, nachdem man sie erlebt hat (Catherine, 2008, S. 199). Dies steht im Gegensatz zu Johnsons Schilderung, die besagt, dass Einsichten im jhāna stattfinden: &amp;quot;Du siehst aus erster Hand, wie wahrhaftig unbeständig alles ist. Man zweifelt nicht mehr daran, dass alles nur entsteht und dann vergeht.&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 127).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das siebte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Im siebten jhāna wird das &amp;quot;Nichts&amp;quot; zum Gegenstand der Meditation und zur zentralen Erfahrung. Die Art des Nichts kann als das Gefühl der Abwesenheit beschrieben werden, das entsteht, wenn man erwartet, etwas zu finden, aber feststellt, dass &amp;quot;kein Ding&amp;quot; vorhanden ist. Andere Möglichkeiten, das Nichts zu beschreiben, sind [[Leerheit]] (&amp;quot;voidness&amp;quot;, Catherine, 2008, S. 202), Art Abwesenheit (Brasington, 2015, S. 82) und Nicht-Bewusstheit (&amp;quot;no-consciousness&amp;quot;, Brahm, 2014, S. 170). Dennison schlägt vor, dass das Nicht- Bewusstsein des siebten jhāna zwischen Subjektivität (dem erlebenden Geist) und Objektivität (dem Geist, der sich nach Objekten ausstreckt) liegt (Dennison, 2022, S. 156).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich also um ein begrenztes Konzept, ein sehr subtiles &amp;quot;Etwas&amp;quot;, eine Abwesenheit, die im Gegensatz zu einer Präsenz steht, die konkret, spezifisch und identifizierbar ist. Darüber wird gesagt, dass die Einigung des Geistes und der Gleichmut im siebten jhāna ebenso präsent sind wie in den anderen formlosen jhānasiehe [[Im]] Gegensatz zu anderen Handbüchern stellt Johnson fest, dass das siebte jhāna im Kopf angesiedelt und durch Gleichmut gekennzeichnet ist (d.h. nicht mehr muditā, wie im sechsten jhāna) (Johnson, 2018, S. 135).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das siebte jhāna kann als ein Nicht-Selbst gesehen werden (Johnson, 2018, S. 133), und dennoch kann es ein &amp;quot;winziges Gefühl eines Beobachters geben, der im Nichts schwebt&amp;quot; (Brasington, 2015, S. 83). Trotz des Gleichmuts und der Friedlichkeit kann das Nichts aus Grund als furchterregend erlebt werden, aus dem ein dunkler Raum oder das Unbekannte Angst hervorrufen kann (Brasington, 2015, S. 83; Ingram, 2018, S. 176).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das achte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Alle Handbücher sind sich einig, dass das achte jhāna durch die eher paradoxe Aussage &amp;quot;weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; charakterisiert werden kann. Man kann in diesen Zustand eintreten, indem man seine Aufmerksamkeit auf das Gewahrsein der &amp;quot;Nicht-Dingheit&amp;quot; des siebten jhāna richtet (“no-thingness”, Catherine, 2008, S. 202). &amp;quot;Weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; kann bedeuten, dass dieser Zustand &amp;quot;weitgehend unverständlich&amp;quot; ist (Ingram, 2018, S. 178) oder unmöglich logisch konsistent zu beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt jedoch Wege, die Bedeutung von &amp;quot;weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; zu entschlüsseln, die der Logik nicht widersprechen. Im achten jhāna kann es einen Rest von Wahrnehmung geben, der so subtil ist, dass er keine Wahrnehmung von etwas Bestimmtem ist, nicht einmal eine Wahrnehmung von Nichts/Abwesenheit (Brahm, 2014, S. 171). Oder es kann als ein Zustand beschrieben werden, der &#039;&#039;erkennbar &#039;&#039;ist, aber nicht als &#039;&#039;etwas &#039;&#039;erkennbar ist, d. h. ein Dies-und-Nicht- Das (Catherine, 2008, S. 203). Die weiteren Beschreibungen, die in verschiedenen Handbüchern angeboten werden, schwanken zwischen paradoxen Aussagen und Versuchen, ihn konkret zu beschreiben: Einerseits kann das achte jhāna ein Zustand ohne Bewusstsein sein, es ist &amp;quot;irgendwie da, irgendwie nicht&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 147) oder man ist in dem Zustand &amp;quot;weder identifizierend noch nicht identifizierend&amp;quot; (Brasington, 2015, S. 85). Andererseits kann sich der Zustand vor dem Gesicht befinden (Brasington, 2015, S. 85) und durch Sanftheit und Frieden gekennzeichnet sein (Catherine, 2008, S. 203). Snyder und Rasmussen beschreiben den Zustand &amp;quot;nicht-duales Gewahrsein&amp;quot;, da er sowohl Wahrnehmung als auch Nicht- Wahrnehmung &amp;quot;zur gleichen Zeit&amp;quot; enthält (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 109). Brasington beschreibt eine besondere Art von Taumel, der in diesem Zustand auftreten kann; da der Zustand so verfeinert ist, ist es leichter, den Fokus zu verlieren (Brasington, 2015, S. 86). Auch wenn der Zustand selbst schwer logisch konsistent zu beschreiben sein mag, gibt es also zumindest phänomenologische Aspekte, die verständlich und kommunizierbar sind.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Neurophysiologische Deutung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Meditation umfasst eine Vielzahl von geistigen Aktivitäten, die auf absichtliches Gewahrsein abzielen, wie z. B. das Beobachten, Fokussieren und Loslassen des Geistes, mit einer Untermauerung durch [[Meta-Gewahrsein]]. [...] Diese Zustände sind Teil der meditativen Entwicklung [...], die in meditativen Endpunkten gipfeln, wie z. B. Prozessionsereignissen, die mit psychologischer Klarheit und Offenheit verbunden sind. [...] Ein fortgeschrittener meditativer Zustand, der Teil der meditativen Entwicklung ist, ist jhana[...].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhanas sind fortgeschrittene Meditationszustände, in denen der Meditierende eine immense Konzentration auf das Meditationsobjekt entwickelt [...], was zu einem vorübergehenden Erlöschen von spontanen geistigen Inhalten führt [...]. Diese Zustände werden als reichhaltige und tiefgreifende Sequenzen von zunehmend tieferen Zuständen uneingeschränkter Ruhe, Klarheit, Ich-Auflösung und offenem Bewusstsein beschrieben. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhanas sind fortschreitende und systematische Bewusstseinszustände, die sich mit zunehmender Aufmerksamkeitstiefe, abnehmender narrativer Verarbeitung und dem Auftauchen von positiven Affekten und Belohnungen weiterentwickeln (Gunaratana 19887). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhana-Meditation dekonstruiert den einheitlichen Bewusstseinsraum in Schichten roher Bewusstseinserfahrungen (Tononi 20048, 20089). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir konnten positive lineare Trends in affektiven Regionen nachweisen, die auf eine erhöhte [[Erregung]] und Belohnungsverarbeitung während der Jhana-Meditation hinweisen könnten. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomenologie von Jhanas kann aufgrund ihrer primären und sekundären Merkmale von Individuum zu Individuum variieren (Sparby 201910). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn unsere Ergebnisse für den Einzelnen spezifisch sein mögen, gibt es zwingende Hinweise darauf, dass diese neurophänomenologischen Ergebnisse eng mit den Beschreibungen von Jhanas in alten kontemplativen Texten übereinstimmen. Daher sollten zukünftige Studien die Beschreibungen von Jhanas, die in alten kontemplativen Texten zu finden sind, mit modernen neurophänomenologischen Methoden empirisch untersuchen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jhanas durch facettenreiche Abstufungen des Bewusstseins gekennzeichnet sind, die mit neurophänomenologischen Ansätzen untersucht werden können. Hier haben wir eine reiche Palette einzigartiger Gehirnaktivitätsmuster identifiziert, die durch Jhana-Meditation hervorgerufen werden. Wir fanden heraus, dass sich die mit Jhanas verbundenen Gehirnzustände von denen nicht-meditativer Bewusstseinszustände unterscheiden und dass diese Gehirnzustände mit phänomenologischen Qualitäten verbunden sind. Diese Studie bietet eine solide Grundlage für die weitere Erforschung fortgeschrittener meditativer Zustände und letztlich für ein wissenschaftliches Verständnis, das die Ausweitung dieser Zustände auf mehr Menschen ermöglicht.&amp;quot; (Yang etal 2023, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stufen der Versenkung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Während sich die Jhanas entfalten, wird der Grad der Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt immer tiefer, da der Meditierende systematisch die vorherrschenden jhanischen Eigenschaften oder Merkmale, die mit dem jeweiligen Jhana verbunden sind, loslässt. Dieser Prozess ermöglicht es, in ein nachfolgendes tieferes Jhana zu fallen, bis der Meditierende das achte Jhana erreicht, das durch einen Zustand minimalen Bewusstseins gekennzeichnet ist, der von äußeren Reizen unbeeinflusst ist ([[Metzinger 2020]]). Mit der Beherrschung werden die Jhanas relativ leicht zugänglich und können nach Belieben wiederhergestellt werden. Sie scheinen nicht nur für die buddhistische Meditation typisch zu sein; andere spirituelle und religiöse Praktiken wie die Karmelitentradition ([[Beauregard/Paquette 2006]]), die islamische Sufi-Meditation ([[Ernst 1998]]; [[Applebaum 2019]]) und die jüdischen kontemplativen Traditionen (Fisher 202211) haben zahlreiche Beispiele für ähnliche Zustände geliefert, die durch Sinnesentzug, immense Aufmerksamkeit und selbst erzeugte Freude ausgelöst werden oder damit einhergehen.&amp;quot; ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 8 Jhanas=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Jhanas bieten einzigartige Einblicke in die Natur des Bewusstseins und sind ein wichtiger Schwerpunkt in der Meditationspraxis. Sie lassen sich in zwei übergreifende Arten charakterisieren: die Form-Jhanas (&#039;&#039;rupa jhanas&#039;&#039;) und die formlosen Jhanas oder Bereiche (&#039;&#039;arupa jhanas &#039;&#039;oder &#039;&#039;arupa ayatanas&#039;&#039;). Die Formen-Jhanas werden nach ihren fortschreitenden Stadien nummeriert (J1 bis J4), während die formlosen Jhanas üblicherweise nach ihren primären phänomenologischen Merkmalen bezeichnet werden, sie können aber auch als J5 bis J8 bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach typischen traditionellen Darstellungen ist das erste Jhana (J1), das erste der Formen-Jhanas, durch das Vorhandensein von fünf spezifischen Faktoren gekennzeichnet, die als Jhana-Faktoren bezeichnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* gerichtete Aufmerksamkeit;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* anhaltende Aufmerksamkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* emotionale Freude,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geistige Leichtigkeit und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zielgerichtetheit (Sayadaw 2008; Buswell et al. 2014).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meditierende in J1 empfinden körperliche Freude, die den ganzen Körper durchdringt (Brahm 200512). Die körperliche Freude und die gerichtete Aufmerksamkeit nehmen während der anschließenden Erfahrung von J2 ab, die durch die Erfahrung intensiver emotionaler Freude (Schwung) gekennzeichnet ist (Sayadaw 200813). Wenn die emotionale Freude abgeklungen ist, verbleibt eine intensive geistige Freude und Leichtigkeit (J3). J4 ist erreicht, wenn die geistige Freude und Leichtigkeit von J3 nachlässt und eine tiefe Erfahrung von Gleichmut zum Vorschein kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusstsein und Wahrnehmung werden in den nächsten vier Jhanas (J5 bis J8), den formlosen Jhanas, zunehmend verfeinert. Man beachte, dass die Jhana-Faktoren in den J1-J4 allmählich verfeinert werden, während Bewusstsein und Wahrnehmung in den J5-J8 stark verfeinert werden (Sayadaw 2008).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
J5-J8 sind sehr subtil und zunehmend schwieriger zu beschreiben; wir geben hier kurze Definitionen, um ihre Eigenschaften zu kontextualisieren. J5 wird als &#039;&#039;unendlicher Raum &#039;&#039;bezeichnet, in dem die Erfahrung von grenzenlosem Raum den Geist ausfüllt. J6 wird als &#039;&#039;unendliches Bewusstsein &#039;&#039;bezeichnet, in dem sich die Wahrnehmung des grenzenlosen Raums auflöst und die Wahrnehmung des einpunktigen Bewusstseins erhalten bleibt. In ähnlicher Weise verblasst in J7 (bezeichnet als &#039;&#039;unendliches Nichts&#039;&#039;) die Wahrnehmung des unendlichen Bewusstseins, um eine sehr subtile Wahrnehmung dessen zu offenbaren, was man als unendliches Nichts bezeichnen könnte. In J8 schließlich, bezeichnet als &#039;&#039;weder Wahrnehmung noch Nicht-Wahrnehmung&#039;&#039;, bleibt nur eine äußerst subtile Form des Gewahrseins.&amp;quot; ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Indien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theravada]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dhyana]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=14329</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=14329"/>
		<updated>2026-07-16T07:31:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Willkommen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel ‚Dagpo‘ bezeichnet einen Ort in Tibet, an dem der Begründer der tibetischen Kagyü-Tradition lebte. Er wurde das ‚Juwel aus Dagpo‘ (Dagpo Rinpoche) genannt, oder Sönam Rinchen [[Gampopa]] .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki ist ein Lerntagebuch von Martin Böker. Die Inhalte sind also nicht so angelegt, dass sie irgendwie vollständig wären. Mir hilft es immer wieder, Informationen zu sortieren. Dann versuche ich, in Verbindung zu bringen, was zusammen gehört und zu trennen, was verschieden ist. Informationen sind nicht unbedingt Einsichten und mein Gedächtnis ist leider flüchtig. Und manchmal dämmert mir eine Einsicht, wenn ich eine Information öfter lese. Ich sammle Informationen hier, weil ich dann leichter weiß, wo ich Erinnerungen finde, die ich schon wieder verloren habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn wir spirituellen Lehren zuhören, geht es nicht darum, immer mehr Konzepte und Wissen anzuhäufen. Solches Gepäck ist eine Bürde, von der wir uns freimachen sollten. Weisheit und Einsicht entstehen nicht aus Wissen. Entscheidend ist es zu praktizieren: zu atmen, zu gehen, zu sitzen, zu lächeln. Es geht nicht darum, über unser Wissen zu sprechen, sondern darum, unsere Einsicht zu leben.“ (Thich Nath Hanh)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=14328</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=14328"/>
		<updated>2026-07-16T07:29:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Willkommen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel ‚Dagpo‘ bezeichnet einen Ort in Tibet, an dem der Begründer der tibetischen Kagyü-Tradition lebte. Er wurde das ‚Juwel aus Dagpo‘ (Dagpo Rinpoche) genannt, oder Sönam Rinchen [[Gampopa]] .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki ist ein Lerntagebuch von Martin Böker. Die Inhalte sind also nicht so angelegt, dass sie irgendwie vollständig wären. Mir hilft es immer wieder, Informationen zu sortieren. Dann versuche ich, in Verbindung zu bringen, was zusammen gehört und zu trennen, was verschieden ist. Informationen sind nicht unbedingt Einsichten und mein Gedächtnis ist leider flüchtig. Und manchmal dämmert mir eine Einsicht, wenn ich eine Information öfter lese. Ich sammle Informationen hier, weil ich dann leichter weiß, wo ich Erinnerungen finde, die ich schon wieder verloren habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn wir spirituellen Lehren zuhören, geht es nicht darum, immer mehr Konzepte und Wissen anzuhäufen. Solches Gepäck ist eine Bürde, von der wir uns freimachen sollten. Weisheit und Einsicht entstehen nicht aus Wissen. Entscheidend ist es zu praktizieren: zu atmen, zu gehen, zu sitzen, zu lächeln. Es geht nicht darum, über unser Wissen zu sprechen, sondern darum, unsere Einsicht zu leben.“ (Thich Nath Hanh)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=HRV&amp;diff=14324</id>
		<title>HRV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=HRV&amp;diff=14324"/>
		<updated>2026-07-16T05:46:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Herzratenvariabilität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Herzratenvariabilität=&lt;br /&gt;
Herzfrequenzvariabilität, siehe auch [[Stein Kleiger 1999]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition Herzratenvariabilität==&lt;br /&gt;
„Als [[Herzfrequenzvariabilität]] (kurz HFV) oder [[Herzratenvariabilität]] (englisch heart rate variability, HRV) wird die Variation der Zeiten zwischen aufeinanderfolgenden regulären Herzschlägen bezeichnet. Die Herzfrequenzvariabilität ist ein Indikator für die Fähigkeit, die Herzfrequenz den körperlichen und mentalen Anforderungen anzupassen. Maße für die Herzfrequenzvariabilität lassen sich statistisch im Zeitbereich als Streumaße (Mittelwert, Standardabweichung, Varianz) oder spektral im Frequenzbereich (niedrigfrequent, hochfrequent) ableiten; eine dritte Möglichkeit bieten nicht-lineare Methoden (z. B. Poincaré-Abbildung, Fluktuationsanalyse).“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzfrequenzvariabilit%C3%A4t Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
„Man glaubt, dass die HRV zeigt, wie gut sich das Herz an veränderte Bedingungen anpassen kann, indem es unvorhersehbare Reize erkennt und schnell darauf reagiert. Mit der HRV-Analyse kann man die allgemeine Herzgesundheit und den Zustand des autonomen Nervensystems (ANS) einschätzen, das für die Regulierung der Herzaktivität zuständig ist.&lt;br /&gt;
Die HRV ist ein nützliches Signal, um den Zustand des ANS zu verstehen. Die HRV bezieht sich auf die Schwankungen der Schlagintervalle oder entsprechend der momentanen Herzfrequenz.&lt;br /&gt;
Die normale Variabilität der HF ist auf die autonome neuronale Regulation des Herzens und des Kreislaufsystems zurückzuführen [111]. Die ausgleichende Wirkung des sympathischen Nervensystems (SNS) und des parasympathischen Nervensystems (PNS), die Zweige des ANS, steuert die HF.&lt;br /&gt;
Eine erhöhte SNS- oder verminderte PNS-Aktivität führt zu einer Herzfrequenzbeschleunigung. Umgekehrt verursacht eine geringe SNS-Aktivität oder eine hohe PNS-Aktivität eine Herzfrequenzverlangsamung.“ ([[Rajendra Acharya etal 2006]], übersetzt mit DeepL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:HRV]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hinweise|&#039;&#039;&#039;Ähnliche Seiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;categorytree mode=all depth=1&amp;gt;HRV&amp;lt;/categorytree&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana&amp;diff=13858</id>
		<title>Dhyana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Dhyana&amp;diff=13858"/>
		<updated>2026-07-14T13:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Das vierte Jhana */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Das Wort Dhyana=&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;quot;Dhyāna&amp;quot; stammt aus dem Sanskrit und wird gewöhnlich mit &amp;quot;[[Meditation]]&amp;quot; übersetzt. Synonyme: &#039;&#039;[[Jhāna]]&#039;&#039; (Pali, gesprochen Dschaana), in der chinesischen Entsprechung &#039;&#039;„[[Chan]]&#039;&#039;“, hieraus leitet sich das japanische „&#039;&#039;Zen&#039;&#039;&amp;quot; ab. Dhyana bezeichnet sowohl die Methode der Meditation als auch die daraus resultierenden höheren Bewusstseinszustände der Meditation. (vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Dhyana Wikipedia], 13.02.2025)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dhyana und bhavana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;In den ältesten Texten des Buddhismus ist dhyāna […] eine Komponente der Geistesschulung (bhavana), die gemeinhin mit Meditation übersetzt wird, um den [[Geist]] von den automatischen Reaktionen auf Sinneseindrücke zurückzuziehen und die Verunreinigungen zu „verbrennen“, was zu einem „Zustand des vollkommenen Gleichmuts und Gewahrseins (upekkhā-sati-parisuddhi) führt. [...] In der späteren Kommentartradition, die im heutigen Theravāda überlebt hat, wird dhyāna mit „Konzentration“ gleichgesetzt, einem Zustand der auf einen Punkt gerichteten [[Absorption]], in dem ein vermindertes Bewusstsein für die Umgebung besteht.[..]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chan und Zen ==&lt;br /&gt;
In den buddhistischen Traditionen von Chan und Zen (deren Namen die chinesische bzw. japanische Aussprache von dhyāna sind), wie auch im [[Theravada]] und Tiantai, ist anapanasati (Achtsamkeit auf den Atem), das in der buddhistischen Tradition als Mittel zur Entwicklung von dhyana weitergegeben wird, eine zentrale Praxis. In der Chan/Zen-Tradition basiert diese Praxis letztlich auf [[Sarvāstivāda]]-Meditationstechniken, die seit dem Beginn der gemeinsamen Zeitrechnung überliefert wurden.&amp;quot; ([https://en.wikipedia.org/wiki/Dhyana_in_Buddhism en.Wikipedia], übersetzt 13.02.2025)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== jhāna ==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die jhānas (von Sanskrit &#039;&#039;dhyāna&#039;&#039;), die aus dem Hinduismus, insbesondere der frühen brahmanischen Meditation, hervorgegangen sind [...], wurden als Zustände angesehen, die mit der Einsicht in die grundlegenden Strukturen und Bedingungen der Existenz verbunden sind, und als eine Meditationsform, die zur endgültigen Befreiung vom Leiden führen kann.“ ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Ursprünge =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es ist wenig darüber bekannt, wann die Menschen begannen, Zustände tiefer Absorption zu kultivieren, und wir wollen hier keine Spekulationen darüber anstellen. Was man weiß, ist, dassdie Praxis der Absorption/jhāna auch zu den vorbuddhistischen Traditionen gehört. Diese Idee ist selbst Teil des buddhistischen Glaubens, der besagt, dass der Buddha die Praxis bestimmter jhānas von einigen seiner Lehrer gelernt hat. [...] Die Mahāsaccaka-Sutta, die zum Kanon des Theravāda-Buddhismus gehört und eine Quelle für biografische Informationen über das Leben des Buddha ist, erklärt den Ursprung der jhāna-Praxis. Als der Buddha mit dem Saccaka, einem angesehenen Debattierer und Jain, über kontemplative Praxis sprach, soll er jhāna als den Weg zum Erwachen und zum Ende des Leidens erkannt haben (Ñanamoli &amp;amp;amp; Bodhi, 1995, S. 332-3431). Der Buddha erklärt, dass er, nachdem er die Grenzen der Askese erfahren hatte, die den Körper schwächte und nicht zur Einsicht führte, beschloss, zu versuchen, in das erste jhāna, das er schon als kleines Kind erfahren hatte, einzutreten. Obwohl die jhānas angenehm sind, stellen sie keinen sinnlichen Genuss dar. Vielmehr liegen die jhānas zwischen den Extremen der Askese und des sinnlichen Genussesiehe [[Der]] Buddha erzählt dann, dass er das Erwachen durch das Durchlaufen der vier jhānas erlangte, die ein integraler Bestandteil des sogenannten achtfachen Pfades des Buddhismus wurden.&amp;quot; ([[Terje/Sacchet 2024]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Bestimmung und Differenzierung im Theravada=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terje und Sacchet haben 2004 gemeinsame Merkmale und Diskrepanzen der Jhanas auf der Basis buddhistischer Meditationshandbücher untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Allgemeine Charakterisierung der jhanas=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind definiert durch stabile Konzentration, Fokussierung und Absorption, die im Rahmen der Meditation erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind positiv bewertet (glücklich, freudig, vergnüglich, glückselig, tröstlich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas sind ruhevoll (ruhig, abgeschieden) und still (wenig oder keine Gedanken).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In jhāna herrscht klares Bewusstsein, im Gegensatz zu Trance- oder Schlafzuständen, die ohne Bewusstsein sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Es gibt ein Fortschreiten durch die jhānas, bei dem sich die Faktoren, die mit den verschiedenen jhānas verbunden sind, verändern (im Allgemeinen in Richtung einer größeren Verfeinerung oder Auflösung der Verstrickung des Selbst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas bereiten den Geist auf die Einsicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zu den Wirkungen von jhāna gehören Reinigung, [[Heilung]]/Verjüngung und eine Umwandlung/Umformung des Geistes, die schließlich zum Erwachen führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die jhānas gelten als heilsam, können mit dem Zustand des Fließens verglichen werden und haben einen inneren Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Es gibt verschiedene Arten von jhāna.&amp;quot; ([[Terje/Sacchet 2024]], übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Definition=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Autoren schlagen folgende Definition für Dhyana vor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Die jhānas sind sequentiell geordnete Zustände (a) intensiver, mühelos stabiler Konzentration und bewusster Absorption, in denen (b) negative Geisteszustände reduziert oder völlig abwesend sind, während (c) Faktoren wie Glückseligkeit, Frieden und formlose Aspekte entwickelt und verfeinert werden, und (d) der Geist zu geistiger Verjüngung, psychologischer und philosophischer Einsicht und meditativen Endpunkten neigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hohe Grad und die stabile Konzentration auf ein Objekt und das klare Gewahrsein unterscheiden jhānas von Trancezuständen und anderen Zuständen der Absorption. Negative Geisteszustände, die traditionell als Hindernisse bezeichnet werden, umfassen eine Reihe spezifischer Meditationshindernisse wie Sinneslust, Sorgen und Zweifel, können aber auch alle negativ bewerteten Zustände im allgemeineren Sinne von Fesseln (Gier, Hass usw.) umfassen (Sparby, 20222). Zu den Faktoren gehören traditionelle Faktoren wie &#039;&#039;[[vitakka]] &#039;&#039;(Denken oder anfängliche Aufmerksamkeit) und &#039;&#039;[[vicāra]] &#039;&#039;(prüfende oder anhaltende Aufmerksamkeit), &#039;&#039;pītisukha &#039;&#039;(Glückseligkeit, Freude und Zufriedenheit), &#039;&#039;upekkhā &#039;&#039;(Gleichmut) und andere Faktoren. Außerdem können (a) und (b) als grundlegende Merkmale von jhāna betrachtet werden, während (c) den Prozess betrifft, der sich während jhāna entfaltet, und (d) betrifft das Ergebnis.“ (Terje/Sacchet 2024, übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 4 Formhaften Stufen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das erste [[Jhana]]==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Es gibt ein hohes Maß an Überschneidungen in den Handbüchern, wenn es um die traditionellen Faktoren geht, zu denen &#039;&#039;vitakka&#039;&#039;, &#039;&#039;vicāra&#039;&#039;, &#039;&#039;pīti&#039;&#039;, &#039;&#039;sukha &#039;&#039;und &#039;&#039;[[ekaggatā]] &#039;&#039;gehören. Allerdings beziehen sich zwei Handbücher auf vitakka und vicāra als &#039;&#039;Denken und Untersuchen &#039;&#039;(Brasington, 20153; Johnson, 20184), während der Rest diese Begriffe als &#039;&#039;anfängliche und anhaltende Aufmerksamkeit &#039;&#039;versteht; die anfängliche Aufmerksamkeit besteht darin, die Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt zu richten, während die anhaltende Aufmerksamkeit darin besteht, dass die Aufmerksamkeit beim Objekt verbleibt. Alle Handbücher stimmen darin überein, dass pīti und sukha im ersten jhāna vorhanden sind. Pīti kann mit Freude, Glückseligkeit oder Verzückung übersetzt werden, während sukha oft mit Glück übersetzt wird.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das zweite Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Handbücher stimmen alle darin überein, dass das zweite jhāna durch die Abwesenheit von vitakka und vicāra charakterisiert ist, entweder als Denken/Untersuchen oder als anfängliche/aufrechterhaltene Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brahm erwähnt einen jhanischen Zustand, der keine angewandte, aber eine anhaltende Aufmerksamkeit aufweist; dieser Zustand soll dem zweiten jhāna so nahe stehen, dass er oft in dieses einbezogen wird (Brahm, 2014, S. 159). Ingram stellt fest, dass das zweite jhāna durch das Fallenlassen &amp;quot;fast aller angewandten und anhaltenden Anstrengung&amp;quot; gekennzeichnet ist; es hat &amp;quot;viel mehr die Qualität, sich zu zeigen, sich zu entfalten, das Feld der Aufmerksamkeit mit sich selbst zu füllen, natürlich zu erblühen&amp;quot; (Ingram, 2018, S. 1645). Für Catherine ist der Geist im zweiten jhāna auf das Meditationsobjekt &amp;quot;fixiert&amp;quot; und tritt in eine &amp;quot;vertrauensvolle, auf einen Punkt ausgerichtete Vereinigung mit [ihm]&amp;quot; ein (Catherine, 2008, S. 133). Brahm zufolge hört das Taumeln, d. h. das oben beschriebene Schwanken der Aufmerksamkeit, auf (Brahm, 2014, S. 159). Dennison stellt fest, dass die Aufmerksamkeit im zweiten jhāna &amp;quot;effektiv automatisch&amp;quot; wird (Dennison, 2022, S. 53), was mit dem Abklingen von vitakka und vicāra und dem Entstehen der Einigung des Geistes zusammenhängt (Dennison, 2022, S. 51). Für diejenigen, die vitakka und vicāra als mit dem Denken verbunden verstehen, schreibt Johnson, dass &amp;quot;das interne Verbalisieren im Wesentlichen aufgehört hat&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 112). Im Gegensatz dazu stellt Brasington fest, dass das Denken nicht vollständig nachlässt, wenn man nicht einen Monat oder länger im Retreat war (Brasington, 2015, S. 49). In zwei Handbüchern wird pīti oder pītisukha als die Vorstufe des dominanter Faktor des zweiten jhāna (Dennison, 2022, S. 50; Ingram, 2018, S. 164). Für Brasington steht sukha im zweiten jhāna im Vordergrund, während es im ersten jhāna im Hintergrund steht (Brasington, 2015, S. 48). Diese Umkehrung von Vordergrund und Hintergrund ist das, was in der traditionellen Beschreibung des zweiten jhāna nach Brasington mit &amp;quot;innerer Ruhe&amp;quot; gemeint ist (Brasington, 2015, S. 49). Catherine zufolge &amp;quot;intensiviert sich im zweiten jhāna der Faktor pīti; ohne die Aufregung gerichteter und anhaltender Energien stabilisiert sich dieses Vergnügen jedoch zu einer kraftvollen Erfahrung innerer Ruhe&amp;quot;. Für Brasington wird das zweite jhāna meist als tiefer im Körper gelegen erlebt als das erste jhāna: Die Erfahrung des zweiten jhāna scheint tiefer im Körper angesiedelt zu sein als die Erfahrung des ersten jhāna; bei den meisten Menschen befindet sie sich eher im Herzzentrum. Es fühlt sich an, als käme das Glück aus dem Herzen und würde wie aus einer Quelle aufsteigen. (Brasington, 2015, S. 50) Dies ist ein Merkmal, das nicht Teil der traditionellen Faktoren ist. Andere Autoren, wie z.B. Johnson (2018), weisen auch darauf hin, dass verschiedene jhānas auf verschiedene Körperteile oder räumliche Bereiche fokussiert sein können (wie im Einzelfall unten angemerkt).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das dritte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es besteht Einigkeit darüber, dass im dritten jhāna vitakka und vicāra nicht vorhanden sind. Außerdem wird sukha (Glück oder Zufriedenheit) als vorhanden angesehen, während pīti verschwunden oder transformiert ist (Dennison, 2022, S. 41). Shaila stellt fest, dass der Geist des Meditierenden &amp;quot;mit stiller Freude und Zufriedenheit vereint ist&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 139), was als Hinweis auf die Anwesenheit von ekaggatā verstanden werden kann. Snyder/Rasmussen stellen explizit fest, dass ekaggatā im dritten jhāna vorhanden ist (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 796), während Brahm, Dennison, Johnson und Ingram ekaggatā nicht explizit in Bezug auf das dritte jhāna erwähnen. Es kann jedoch gefolgert werden, dass sie ekaggatā für vorhanden halten, basierend auf (i) der Tatsache, dass diese Autoren dazu neigen, den traditionellen Visuddhimagga-Charakterisierungen für ihre Listen von Merkmalen zu folgen, und (ii) dass sie erwähnt hätten, wenn ekaggatā wegfallen würde (wie zum Beispiel vitakka/vicāra im zweiten jhāna). Catherine stellt fest, dass sukha die &amp;quot;zentrale Bühne&amp;quot; dritten jhāna einnimmt (Catherine, 2008, S. 139), während Brasington darauf hinweist, dass die Idee des dritten jhāna darin besteht, sukha &amp;quot;alldurchdringend&amp;quot; erscheinen zu lassen (Brasington, 2015, S. 57). Auf diese Weise kann sukha als ein primärer Faktor des dritten jhāna betrachtet werden. Ruhe und Frieden werden neben Achtsamkeit, klarem Verständnis und Gleichmut auch mit dem dritten Jhāna in Verbindung gebracht. Diese Faktoren können ebenfalls als traditionell angesehen werden, obwohl sie typischerweise nicht als Jauptfaktoren dargestellt werden. Ingram stellt fest, dass im dritten jhāna &amp;quot;formlose Elemente&amp;quot; auftreten können, zu denen &amp;quot;das Gefühl gehört, dass der Körper wegfällt, dass der Anblick wegfällt, dass die Klänge wegfallen&amp;quot; (Ingram, 2018, S. 167). Darüber hinaus ist für Ingram im dritten jhāna die Aufmerksamkeit an den Rändern klar, während sie in der Mitte unklar ist (mit anderen Worten, die Aufmerksamkeit ist &amp;quot;weit&amp;quot;), was im Gegensatz zur Aufmerksamkeit im zweiten jhāna steht, die in der Mitte klar ist (Ingram, 2018, S. 165). Für Brasington ist das dritte jhāna eher im Bauch angesiedelt (Brasington, 2015, S. 56). Diese beiden Merkmale bezeichnen wir als nicht-traditionell.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das vierte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Alle Handbücher stimmen darin überein, dass das vierte jhāna dadurch gekennzeichnet ist, dass sukha/Glücklichsein abfällt, während Gleichmut bleibt. Dennison merkt an, dass Gleichmut allmählich zum primären Faktor des dritten jhāna wird, während &amp;quot;die subtile Anhaftung an sukha schwindet&amp;quot;, woraufhin der Übergang zum vierten jhāna stattfinden kann (Dennison, 2022, S. 79). Brahm stellt fest, dass ein tiefes Gefühl des Friedens das Kennzeichen des vierten jhāna ist: Nichts bewegt sich hier, nichts leuchtet. Nichts erfährt Glück oder Unbehagen. Man spürt vollkommene Ausgeglichenheit im Zentrum des Geistesiehe Im Zentrum eines Wirbelsturms, im Zentrum des geistigen Auges, regt sich nichts. Hier gibt es ein Gefühl der Vollkommenheit, eine Vollkommenheit der Stille und des Gewahrseins. (Brahm, 2014, S. 163).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Stille ist dann mit Gleichmut verbunden. Brasington charakterisiert das vierte jhāna als &amp;quot;Gleichmut, der weder Lust noch Schmerz kennt&amp;quot;, und Johnson stellt ausdrücklich fest, dass jeder Schmerz im Körper im vierten jhāna aufhört, da keine Abneigung vorhanden ist (Johnson, 2018, S. 118).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Achtsamkeit wird in einigen Handbüchern als eine weitere zentrale Qualität des vierten jhāna hervorgehoben (Catherine, 2008, S. 147; Ingram, 2018, S. 168; Yates et al., 2015, S. 382) und kann als vollständig verfeinert (vervollkommnet) durch Gleichmut angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt des vierten jhāna, der auch in der traditionellen Literatur erwähnt wird, ist, dass der Atem anhält. Ein Handbuch stellt fest, dass der Atem &amp;quot;sehr, sehr flach&amp;quot; wird (Cath- erine, 2008, S. 147); ein anderes stellt fest, dass es sich erfahrungsgemäß so anfühlt, als würde der Atem anhalten (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 82). Dies könnte mit dem Phänomen der Befriedung zusammenhängen, das laut den meisten Handbüchern im vierten jhāna besonders ausgeprägt ist: Es kann überhaupt keine Wahrnehmung der Außenwelt geben (Brahm, 2014, S. 164; Catherine, 2008, S. 147) oder der Kontakt mit dem Körper kann zwischen einem gewissen Kontakt und dem vollständigen Verschwinden des Kontakts im vierten jhāna schwanken (Ingram, 2018, S. 168). Geräusche und andere Eindrücke können immer noch in das vierte jhāna eindringen, wenn sie laut oder aufdringlich genug sind (Catherine, 2008, S. 146). Zwei Handbücher erwähnen Veränderungen in der Lichtwahrnehmung im vierten jhāna, entweder als erhöhte Helligkeit (Brasington, 2015, S. 63-64) oder als das Vorhandensein eines goldenen Lichts (John- son, 2018, S. 118). Dennison gibt an, dass das vierte jhāna im Scheitel des Kopfes verkörpert wird (Johnson, 2018, S. 118), während Brasington angibt, dass das vierte jhāna erlebt wird, indem man vom dritten jhāna (das in der Bauchregion angesiedelt war) weiter nach unten geht; der Körper kann sogar anfangen, in sich zusammenzusinken (Brasington, 2015, S. 61-62).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingram sagt, dass das vierte jhāna eine panoramische Qualität hat (Ingram, 2018, S. 168). Einsicht und Weisheit können auch im Zusammenhang mit dem vierten jhāna in einer Weise entstehen, die zu führt. Wenn man im Kontext des vierten jhāna mit Sinneserfahrungen in Kontakt kommt, werden sie &amp;quot;aus der Perspektive des Gleichmuts erkannt.&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 146). Die Abneigung gegen den Schmerz als Quelle der Vermeidung schmerzhafter Situationen kann durch Reaktionen ersetzt werden, die auf Intelligenz und Weisheit beruhen, d. h. durch Handlungen, die auf der Einsicht beruhen, was hilfreiche Reaktionen auf Schmerz sind (Catherine, 2008, S. 149).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 4 Formlosen Stufen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das fünfte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die formlosen jhānas werden traditionell als auf dem vierten jhāna basierend betrachtet (Dennison, 2022, S. 139; Ingram, 2018, S. 172). In der Tat betrachten die meisten Handbücher alle formlosen jhānas als durch Gleichmut und ekaggatā gekennzeichnet (Brahm, 2014, S. 169; Catherine, 2008, S. 193; Dennison, 2022, S. 139; Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 101; Yates et al., 2015, S. 383).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spezifisch für das fünfte jhāna ist der &#039;&#039;grenzenlose Raum&#039;&#039;, der auf verschiedene Weise als unendlich (Brasington, 2015, S. 77) oder &amp;quot;leer, unermesslich und unbestimmt&amp;quot; (Brahm, 2014, S. 170) beschrieben wird. Das fünfte jhāna kann entweder durch die Konzentration auf die Qualität der unendlichen Ausdehnung (Brasington, 2015, S. 77) oder durch die Verwendung sogenannter kasiṇas, das sind Sinnesobjekte wie farbige Scheiben, erreicht werden. Um in fünfte jhāna einzutreten, kann man sich zum Beispiel auf die Kanten von Löchern in materiellen Objekten konzentrieren (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 102). Einige subtile visuelle Qualitäten können ebenfalls mit dem fünften jhāna in Verbindung gebracht werden, wie z.B. Grautöne, Off-White oder Schwarz (Brasington, 2015, S. 78).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johnson erklärt, dass das fünfte jhāna aus Mitgefühl besteht, das sich in alle Richtungen ausdehnt (Johnson, 2018, S. 124). Die Befriedung mag im fünften jhāna stärker sein, aber es besteht kein Konsens darüber, ob Sinneseindrücke, einschließlich Geräusche, notwendigerweise vollständig verschwinden. Einzelne Handbücher berichten, dass die Subjektivität verschwinden kann (Dennison, 2022, S. 148-149), dass die Müdigkeit im fünften jhāna in einem solchen Ausmaß verschwindet, dass &amp;quot;Schlaf sich anfühlen kann&amp;quot; (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 196-197) und dass das fünfte jhāna zutiefst reinigend ist, obwohl dies für alle formlosen jhānas gilt (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 104).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das sechste Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die meisten Handbücher stimmen darin überein, dass das sechste jhāna durch Gleichmut und Ein-Punkt-Sein oder Einigung des Geistes gekennzeichnet ist (da dies auch für das siebte und achte jhāna gilt, werden wir diesen Aspekt nicht noch einmal erwähnen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Objekt des sechsten jhāna ist das grenzenlose Bewusstsein oder ein unendliches Bewusstsein, das &amp;quot;weder groß, weit und ausgedehnt noch unendlich klein ist&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 200). Dieses Bewusstsein wird auch als ein Bewusstsein des Bewusstseins beschrieben, das &amp;quot;sehr groß, unbegrenzt&amp;quot; und &amp;quot;dunkel&amp;quot; ist (Brasington, 2015, S. 80). Johnsons Darstellung des sechsten jhāna fügt hinzu, dass das Objekt des sechsten jhāna muditā oder altruistische Freude ist (Johnson, 2018, S. 127).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unendliches Bewusstsein kann zum Beispiel erreicht werden, indem man sich dem Bewusstsein widmet, das sich des begrenzungslosen Raums des fünften jhāna bewusst war. Einige Handbücher weisen jedoch darauf hin, dass &amp;quot;grenzenloses Bewusstsein&amp;quot; nicht als &amp;quot;Grund des Seins&amp;quot; oder als Beweis für eine Art Idealismus angesehen werden sollte, bei dem das Bewusstsein oder das Selbst die Grundlage aller Dinge ist (Brasington, 2015, S. 80-81; Ingram, 2018, S. 174); Während die Erfahrung des unendlichen Bewusstseins auf die Anwesenheit eines universellen Selbst oder Geistes hindeuten mag, sollte diese Anwesenheit als Illusion oder Fiktion verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sechste jhāna kann jedoch als Ausgangspunkt für Einsicht genommen werden, es ist &amp;quot;eine wunderbare Plattform, um die gewohnheitsmäßige Verbindung des Bewusstseins mit seinen Objekten in Frage zu stellen&amp;quot; (Catherine, 2008, S. 200). Es kann jedoch unmöglich sein, Beobachtungen zu machen, während man sich im Zustand befindet, was bedeutet, dass die Einsicht aus der Reflexion und dem Vergleich der Zustände entsteht, nachdem man sie erlebt hat (Catherine, 2008, S. 199). Dies steht im Gegensatz zu Johnsons Schilderung, die besagt, dass Einsichten im jhāna stattfinden: &amp;quot;Du siehst aus erster Hand, wie wahrhaftig unbeständig alles ist. Man zweifelt nicht mehr daran, dass alles nur entsteht und dann vergeht.&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 127).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das siebte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Im siebten jhāna wird das &amp;quot;Nichts&amp;quot; zum Gegenstand der Meditation und zur zentralen Erfahrung. Die Art des Nichts kann als das Gefühl der Abwesenheit beschrieben werden, das entsteht, wenn man erwartet, etwas zu finden, aber feststellt, dass &amp;quot;kein Ding&amp;quot; vorhanden ist. Andere Möglichkeiten, das Nichts zu beschreiben, sind [[Leerheit]] (&amp;quot;voidness&amp;quot;, Catherine, 2008, S. 202), Art Abwesenheit (Brasington, 2015, S. 82) und Nicht-Bewusstheit (&amp;quot;no-consciousness&amp;quot;, Brahm, 2014, S. 170). Dennison schlägt vor, dass das Nicht- Bewusstsein des siebten jhāna zwischen Subjektivität (dem erlebenden Geist) und Objektivität (dem Geist, der sich nach Objekten ausstreckt) liegt (Dennison, 2022, S. 156).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich also um ein begrenztes Konzept, ein sehr subtiles &amp;quot;Etwas&amp;quot;, eine Abwesenheit, die im Gegensatz zu einer Präsenz steht, die konkret, spezifisch und identifizierbar ist. Darüber wird gesagt, dass die Einigung des Geistes und der Gleichmut im siebten jhāna ebenso präsent sind wie in den anderen formlosen jhānasiehe [[Im]] Gegensatz zu anderen Handbüchern stellt Johnson fest, dass das siebte jhāna im Kopf angesiedelt und durch Gleichmut gekennzeichnet ist (d.h. nicht mehr muditā, wie im sechsten jhāna) (Johnson, 2018, S. 135).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das siebte jhāna kann als ein Nicht-Selbst gesehen werden (Johnson, 2018, S. 133), und dennoch kann es ein &amp;quot;winziges Gefühl eines Beobachters geben, der im Nichts schwebt&amp;quot; (Brasington, 2015, S. 83). Trotz des Gleichmuts und der Friedlichkeit kann das Nichts aus Grund als furchterregend erlebt werden, aus dem ein dunkler Raum oder das Unbekannte Angst hervorrufen kann (Brasington, 2015, S. 83; Ingram, 2018, S. 176).&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das achte Jhana==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Alle Handbücher sind sich einig, dass das achte jhāna durch die eher paradoxe Aussage &amp;quot;weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; charakterisiert werden kann. Man kann in diesen Zustand eintreten, indem man seine Aufmerksamkeit auf das Gewahrsein der &amp;quot;Nicht-Dingheit&amp;quot; des siebten jhāna richtet (“no-thingness”, Catherine, 2008, S. 202). &amp;quot;Weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; kann bedeuten, dass dieser Zustand &amp;quot;weitgehend unverständlich&amp;quot; ist (Ingram, 2018, S. 178) oder unmöglich logisch konsistent zu beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt jedoch Wege, die Bedeutung von &amp;quot;weder Wahrnehmung noch Nicht- Wahrnehmung&amp;quot; zu entschlüsseln, die der Logik nicht widersprechen. Im achten jhāna kann es einen Rest von Wahrnehmung geben, der so subtil ist, dass er keine Wahrnehmung von etwas Bestimmtem ist, nicht einmal eine Wahrnehmung von Nichts/Abwesenheit (Brahm, 2014, S. 171). Oder es kann als ein Zustand beschrieben werden, der &#039;&#039;erkennbar &#039;&#039;ist, aber nicht als &#039;&#039;etwas &#039;&#039;erkennbar ist, d. h. ein Dies-und-Nicht- Das (Catherine, 2008, S. 203). Die weiteren Beschreibungen, die in verschiedenen Handbüchern angeboten werden, schwanken zwischen paradoxen Aussagen und Versuchen, ihn konkret zu beschreiben: Einerseits kann das achte jhāna ein Zustand ohne Bewusstsein sein, es ist &amp;quot;irgendwie da, irgendwie nicht&amp;quot; (Johnson, 2018, S. 147) oder man ist in dem Zustand &amp;quot;weder identifizierend noch nicht identifizierend&amp;quot; (Brasington, 2015, S. 85). Andererseits kann sich der Zustand vor dem Gesicht befinden (Brasington, 2015, S. 85) und durch Sanftheit und Frieden gekennzeichnet sein (Catherine, 2008, S. 203). Snyder und Rasmussen beschreiben den Zustand &amp;quot;nicht-duales Gewahrsein&amp;quot;, da er sowohl Wahrnehmung als auch Nicht- Wahrnehmung &amp;quot;zur gleichen Zeit&amp;quot; enthält (Snyder &amp;amp;amp; Rasmussen, 2009, S. 109). Brasington beschreibt eine besondere Art von Taumel, der in diesem Zustand auftreten kann; da der Zustand so verfeinert ist, ist es leichter, den Fokus zu verlieren (Brasington, 2015, S. 86). Auch wenn der Zustand selbst schwer logisch konsistent zu beschreiben sein mag, gibt es also zumindest phänomenologische Aspekte, die verständlich und kommunizierbar sind.&amp;quot; (Terje/Sacchet 2024, übersetzt, gekürzt) &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Neurophysiologische Deutung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Meditation umfasst eine Vielzahl von geistigen Aktivitäten, die auf absichtliches Gewahrsein abzielen, wie z. B. das Beobachten, Fokussieren und Loslassen des Geistes, mit einer Untermauerung durch [[Meta-Gewahrsein]]. [...] Diese Zustände sind Teil der meditativen Entwicklung [...], die in meditativen Endpunkten gipfeln, wie z. B. Prozessionsereignissen, die mit psychologischer Klarheit und Offenheit verbunden sind. [...] Ein fortgeschrittener meditativer Zustand, der Teil der meditativen Entwicklung ist, ist jhana[...].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhanas sind fortgeschrittene Meditationszustände, in denen der Meditierende eine immense Konzentration auf das Meditationsobjekt entwickelt [...], was zu einem vorübergehenden Erlöschen von spontanen geistigen Inhalten führt [...]. Diese Zustände werden als reichhaltige und tiefgreifende Sequenzen von zunehmend tieferen Zuständen uneingeschränkter Ruhe, Klarheit, Ich-Auflösung und offenem Bewusstsein beschrieben. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhanas sind fortschreitende und systematische Bewusstseinszustände, die sich mit zunehmender Aufmerksamkeitstiefe, abnehmender narrativer Verarbeitung und dem Auftauchen von positiven Affekten und Belohnungen weiterentwickeln (Gunaratana 19887). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhana-Meditation dekonstruiert den einheitlichen Bewusstseinsraum in Schichten roher Bewusstseinserfahrungen (Tononi 20048, 20089). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir konnten positive lineare Trends in affektiven Regionen nachweisen, die auf eine erhöhte [[Erregung]] und Belohnungsverarbeitung während der Jhana-Meditation hinweisen könnten. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Phänomenologie von Jhanas kann aufgrund ihrer primären und sekundären Merkmale von Individuum zu Individuum variieren (Sparby 201910). [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn unsere Ergebnisse für den Einzelnen spezifisch sein mögen, gibt es zwingende Hinweise darauf, dass diese neurophänomenologischen Ergebnisse eng mit den Beschreibungen von Jhanas in alten kontemplativen Texten übereinstimmen. Daher sollten zukünftige Studien die Beschreibungen von Jhanas, die in alten kontemplativen Texten zu finden sind, mit modernen neurophänomenologischen Methoden empirisch untersuchen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jhanas durch facettenreiche Abstufungen des Bewusstseins gekennzeichnet sind, die mit neurophänomenologischen Ansätzen untersucht werden können. Hier haben wir eine reiche Palette einzigartiger Gehirnaktivitätsmuster identifiziert, die durch Jhana-Meditation hervorgerufen werden. Wir fanden heraus, dass sich die mit Jhanas verbundenen Gehirnzustände von denen nicht-meditativer Bewusstseinszustände unterscheiden und dass diese Gehirnzustände mit phänomenologischen Qualitäten verbunden sind. Diese Studie bietet eine solide Grundlage für die weitere Erforschung fortgeschrittener meditativer Zustände und letztlich für ein wissenschaftliches Verständnis, das die Ausweitung dieser Zustände auf mehr Menschen ermöglicht.&amp;quot; (Yang etal 2023, übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stufen der Versenkung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Während sich die Jhanas entfalten, wird der Grad der Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt immer tiefer, da der Meditierende systematisch die vorherrschenden jhanischen Eigenschaften oder Merkmale, die mit dem jeweiligen Jhana verbunden sind, loslässt. Dieser Prozess ermöglicht es, in ein nachfolgendes tieferes Jhana zu fallen, bis der Meditierende das achte Jhana erreicht, das durch einen Zustand minimalen Bewusstseins gekennzeichnet ist, der von äußeren Reizen unbeeinflusst ist ([[Metzinger 2020]]). Mit der Beherrschung werden die Jhanas relativ leicht zugänglich und können nach Belieben wiederhergestellt werden. Sie scheinen nicht nur für die buddhistische Meditation typisch zu sein; andere spirituelle und religiöse Praktiken wie die Karmelitentradition ([[Beauregard/Paquette 2006]]), die islamische Sufi-Meditation ([[Ernst 1998]]; [[Applebaum 2019]]) und die jüdischen kontemplativen Traditionen (Fisher 202211) haben zahlreiche Beispiele für ähnliche Zustände geliefert, die durch Sinnesentzug, immense Aufmerksamkeit und selbst erzeugte Freude ausgelöst werden oder damit einhergehen.&amp;quot; ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die 8 Jhanas=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Jhanas bieten einzigartige Einblicke in die Natur des Bewusstseins und sind ein wichtiger Schwerpunkt in der Meditationspraxis. Sie lassen sich in zwei übergreifende Arten charakterisieren: die Form-Jhanas (&#039;&#039;rupa jhanas&#039;&#039;) und die formlosen Jhanas oder Bereiche (&#039;&#039;arupa jhanas &#039;&#039;oder &#039;&#039;arupa ayatanas&#039;&#039;). Die Formen-Jhanas werden nach ihren fortschreitenden Stadien nummeriert (J1 bis J4), während die formlosen Jhanas üblicherweise nach ihren primären phänomenologischen Merkmalen bezeichnet werden, sie können aber auch als J5 bis J8 bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach typischen traditionellen Darstellungen ist das erste Jhana (J1), das erste der Formen-Jhanas, durch das Vorhandensein von fünf spezifischen Faktoren gekennzeichnet, die als Jhana-Faktoren bezeichnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* gerichtete Aufmerksamkeit;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* anhaltende Aufmerksamkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* emotionale Freude,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geistige Leichtigkeit und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zielgerichtetheit (Sayadaw 2008; Buswell et al. 2014).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meditierende in J1 empfinden körperliche Freude, die den ganzen Körper durchdringt (Brahm 200512). Die körperliche Freude und die gerichtete Aufmerksamkeit nehmen während der anschließenden Erfahrung von J2 ab, die durch die Erfahrung intensiver emotionaler Freude (Schwung) gekennzeichnet ist (Sayadaw 200813). Wenn die emotionale Freude abgeklungen ist, verbleibt eine intensive geistige Freude und Leichtigkeit (J3). J4 ist erreicht, wenn die geistige Freude und Leichtigkeit von J3 nachlässt und eine tiefe Erfahrung von Gleichmut zum Vorschein kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusstsein und Wahrnehmung werden in den nächsten vier Jhanas (J5 bis J8), den formlosen Jhanas, zunehmend verfeinert. Man beachte, dass die Jhana-Faktoren in den J1-J4 allmählich verfeinert werden, während Bewusstsein und Wahrnehmung in den J5-J8 stark verfeinert werden (Sayadaw 2008).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
J5-J8 sind sehr subtil und zunehmend schwieriger zu beschreiben; wir geben hier kurze Definitionen, um ihre Eigenschaften zu kontextualisieren. J5 wird als &#039;&#039;unendlicher Raum &#039;&#039;bezeichnet, in dem die Erfahrung von grenzenlosem Raum den Geist ausfüllt. J6 wird als &#039;&#039;unendliches Bewusstsein &#039;&#039;bezeichnet, in dem sich die Wahrnehmung des grenzenlosen Raums auflöst und die Wahrnehmung des einpunktigen Bewusstseins erhalten bleibt. In ähnlicher Weise verblasst in J7 (bezeichnet als &#039;&#039;unendliches Nichts&#039;&#039;) die Wahrnehmung des unendlichen Bewusstseins, um eine sehr subtile Wahrnehmung dessen zu offenbaren, was man als unendliches Nichts bezeichnen könnte. In J8 schließlich, bezeichnet als &#039;&#039;weder Wahrnehmung noch Nicht-Wahrnehmung&#039;&#039;, bleibt nur eine äußerst subtile Form des Gewahrseins.&amp;quot; ([[Yang etal 2023]], übersetzt, gekürzt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Indien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditationsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theravada]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1682</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1682"/>
		<updated>2026-04-20T04:49:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Schulung in höherer ethischer Disziplin umfasst auch die rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und der rechten vertieften Konzentration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Rechte Bemühung&#039;&#039;&#039; bezeichnet die Bemühung, seine Energien von schädlichen und destruktiven Gedanken wegzulenken und stattdessen nutzbringende Qualitäten zu entwickeln.&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Rechte Vergegenwärtigung&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf die vier festen Ausrichtungen der Vergegenwärtigung (tib. [[dran-pa]] nyer-bzhag, vier Grundlagen der Achtsamkeit), die in Bezug auf den Körper, das Empfinden verschiedener Grade von Glücklichsein, den Geist und die Phänomene geübt werden.&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Rechte vertiefte Konzentration&#039;&#039;&#039; beinhaltet die fortschreitende Entwicklung meditativer Fähigkeiten durch die tägliche Meditationspraxis.&amp;quot; ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1681</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1681"/>
		<updated>2026-04-20T04:48:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Schulung in höherer ethischer Disziplin umfasst auch die rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und der rechten vertieften Konzentration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Rechte Bemühung&#039;&#039;&#039; bezeichnet die Bemühung, seine Energien von schädlichen und destruktiven Gedanken wegzulenken und stattdessen nutzbringende Qualitäten zu entwickeln.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Rechte Vergegenwärtigung&#039;&#039;&#039; bezieht sich auf die vier festen Ausrichtungen der Vergegenwärtigung (tib. [[dran-pa]] nyer-bzhag, vier Grundlagen der Achtsamkeit), die in Bezug auf den Körper, das Empfinden verschiedener Grade von Glücklichsein, den Geist und die Phänomene geübt werden.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Rechte vertiefte Konzentration&#039;&#039;&#039; beinhaltet die fortschreitende Entwicklung meditativer Fähigkeiten durch die tägliche Meditationspraxis.&amp;quot; ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1680</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1680"/>
		<updated>2026-04-20T04:47:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Schulung in höherer ethischer Disziplin umfasst auch die rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und der rechten vertieften Konzentration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#Rechte Bemühung bezeichnet die Bemühung, seine Energien von schädlichen und destruktiven Gedanken wegzulenken und stattdessen nutzbringende Qualitäten zu entwickeln.&lt;br /&gt;
#Rechte Vergegenwärtigung bezieht sich auf die vier festen Ausrichtungen der Vergegenwärtigung (tib. [[dran-pa]] nyer-bzhag, vier Grundlagen der Achtsamkeit), die in Bezug auf den Körper, das Empfinden verschiedener Grade von Glücklichsein, den Geist und die Phänomene geübt werden.&lt;br /&gt;
#Rechte vertiefte Konzentration beinhaltet die fortschreitende Entwicklung meditativer Fähigkeiten durch die tägliche Meditationspraxis.&amp;quot; ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wallace_2021&amp;diff=1679</id>
		<title>Wallace 2021</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wallace_2021&amp;diff=1679"/>
		<updated>2026-04-20T04:36:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Wallace, Alan B. (2021)&#039;&#039;&#039;: Cultivating Genuine Happiness and Mental Balance. Science &amp;amp;amp; [https://www.scienceandwisdomofemotions.com/ Wisdom of Emotions Summit.] (https://www.theawakenetwork.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wallace_2021&amp;diff=1678</id>
		<title>Wallace 2021</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wallace_2021&amp;diff=1678"/>
		<updated>2026-04-20T04:35:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Wallace, Alan B. (2021)&#039;&#039;&#039;: Cultivating Genuine Happiness and Mental Balance. Science &amp;amp;amp; Wisdom of Emotions Summit. (https://www.theawakenetwork.com)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://www.scienceandwisdomofemotions.com/ Siehe auch]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wohlbefinden&amp;diff=1677</id>
		<title>Wohlbefinden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wohlbefinden&amp;diff=1677"/>
		<updated>2026-04-20T04:28:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Eudaimonia (ευδαιμονία - z.B. Wachstum, Sinn, Authentizität, Exzellenz) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Wohlbefinden - Eudaimonia und Hedonia=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt nicht die eine richtige Definition von echtem Wohlbefinden. Aber es gibt eine, die ich irgendwie erarbeitet habe, hauptsächlich inspiriert durch meine Ausbildung im Buddhismus, die nun schon fast 50 Jahre andauert, und die es von dem unterscheidet, was wir weltliches Vergnügen nennen können. Aber ich mag die griechischen Begriffe, weil sie zu keinem Jargon, keiner Fachsprache gehören. Sie sind nicht dogmatisch, sie versuchen nicht, uns in eine bestimmte religiöse Weltanschauung einzusperren. Und so sind die griechischen Begriffe, die ich hier diskutieren möchte, und ich werde versuchen, dies in aller Kürze zu tun, zwei Arten von Glück. Und sie sind beide legitim. Es ist nicht so, dass das eine gut und das andere schlecht ist, aber sie sind unterschiedlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hedonia (Ηδονία - z.B. Vergnügen, Genuss, Komfort, Abwesenheit von Leid)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Fangen wir also mit der &#039;&#039;Hedonia&#039;&#039; an. Und mit &#039;&#039;Hedonia&#039;&#039;, also dem Substantiv von Hedonismus, oder mit Hedonismus verbunden, aber ich meine Hedonia nicht als etwas Grobes oder Vulgäres. Aber Hedonia ist jede Art von Vergnügen, Freude, Glück, die wir als Reaktion auf etwas Angenehmes erleben, das wir als angenehm empfinden, das uns widerfährt. Das können also andere Menschen, Orte, Ereignisse, Aktivitäten sein. Es könnte aber auch sein, dass wir uns geistig stimulieren, in Nostalgie verfallen und uns an angenehme Dinge aus der Vergangenheit erinnern oder freudig etwas vorwegnehmen, von dem wir hoffen, dass es in der Zukunft passieren wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber all das ist reizgesteuert. Und es gibt auch stimulusgesteuertes Vergnügen, das nicht durch Nachdenken oder Beobachten von diesem oder jenem kommt, sondern durch, obwohl ich selbst keinen Alkohol trinke, denke ich, dass viele Menschen ihn wirklich genießen und vielleicht den Rausch genießen. Es kann also auch chemisch induziertes Vergnügen durch Alkohol, legale und illegale Drogen geben. All das gehört also in den Bereich der Hedonie.Aber ich möchte noch ein kleines bisschen länger verweilen, denn es sieht so aus, als könnte das nur sinnlich oder grob oder niederträchtig sein, aber ich würde vorschlagen, dass es nicht nur das ist. Es beinhaltet das, aber auch das Vergnügen, genug zu essen zu haben. Das Vergnügen, angemessene Kleidung und eine Unterkunft zu haben. Das Vergnügen, medizinische Versorgung zu haben, wenn man sie braucht, und das Vergnügen, eine Ausbildung zu bekommen und in der Lage zu sein, seinen Lebensunterhalt auf der Grundlage einer Ausbildung zu verdienen, das Vergnügen der Freundschaft, der Ehe und so weiter. Es gibt nichts Triviales an all diesen Dingen, nichts Niederes oder Abgewertetes oder &amp;quot;Oh, das ist für nicht-spirituelle Menschen.&amp;quot; Aber das ist der gemeinsame Nenner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Hedonie ist etwas, das wir von der Welt bekommen. Oft erwerben wir es durch Reichtum, Macht, Prestige. Aber es ist etwas, das wir von der Welt bekommen, und von Natur aus neigt es dazu, konkurrierend zu sein. Wenn ein Land oder ein Individuum mehr Reichtum hat, hat jemand weniger. Einer hat mehr Macht. Jemand anderes hat weniger. Im Allgemeinen neigt das Streben nach Hedonie also dazu, wettbewerbsorientiert zu sein. Und so wissen wir alle davon, und Tiere streben nach Hedonia, alle Arten von Menschen, von zutiefst spirituellen, hoch erleuchteten Wesen, heiligen Wesen, wir alle brauchen Hedonia. Wir brauchen zu essen, wir brauchen zu trinken. Wir müssen Kleidung und Unterkunft haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die großen Weisen der Welt, Sokrates kommt mir in den Sinn, Buddha kommt mir in den Sinn und viele andere in Ost und West, viele von ihnen in der Religion, einige in der Philosophie, und jetzt sehen wir auch in der modernen Wissenschaft, haben erkannt, dass Hedonia immer vergänglich ist und nie vollständig befriedigt. Es gibt keinen Abschluss. Es gibt kein: &amp;quot;Okay, jetzt habe ich genug.&amp;quot; Es gibt immer eine Sehnsucht nach mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren habe ich gelernt, dass acht Menschen auf der Welt ein Vermögen haben, das dem von 3,5 Milliarden Menschen entspricht, die zu den ärmeren Menschen auf diesem Planeten gehören. Acht Menschen haben also die gleiche Menge an Vermögenswerten wie 3,5 Milliarden. Die enorme, noch nie dagewesene Ungleichheit des Vermögens in unserer modernen Welt. Aber was ist mit diesen acht? Nun, sie wollen mehr. Daran gibt es keinen Zweifel. Sie wollen mehr. Nur unter den Top 8 zu sein. Warum nicht unter den ersten vier? Warum nicht einfach die Nummer 1 sein? Und so befriedigt Hedonie nie, sie ist vergänglich. Und wenn man es einmal erlebt hat, ist nichts mehr passiert. Es kommt und es geht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eudaimonia (ευδαιμονία - z.B. Wachstum, Sinn, Authentizität, Exzellenz)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Weisen der Welt haben von - ich verwende einfach den griechischen Begriff - &#039;&#039;eudaimonia &#039;&#039;gesprochen, oder ich denke, die beste Übersetzung ist echtes Wohlbefinden, denn es geht nicht darum, die ganze Zeit glücklich zu sein, sondern echtes Wohlbefinden kommt von innen. Es muss nicht angestrebt werden, sondern kultiviert werden. Und es ist nachhaltig und nicht wettbewerbsorientiert. In Anlehnung an die buddhistische Tradition, aber nicht nur dort, gibt es mehrere Ebenen von Eudaimonia oder echtem Wohlbefinden. Und es ist in einer ethischen Lebensweise verwurzelt oder geerdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber noch einmal, ich meine das auf eine völlig undogmatische Art und Weise, die nicht unbedingt mit irgendeiner Weltanschauung, einem Glaubenssystem und so weiter verbunden ist, sondern ein Leben, das in Gewaltlosigkeit und Mitgefühl verwurzelt ist. Und wenn wir im Laufe des Tages, während wir uns mit anderen Menschen, Tieren, der Ökosphäre, der Gesellschaft auseinandersetzen, wenn wir am Ende des Tages zurückblicken und realistischerweise wissen, ich bin wirklich durch diesen Tag gegangen, indem ich das Thema, die Priorität der Gewaltlosigkeit beibehalten habe, keinen Schaden zuzufügen, so wenig Schaden wie möglich zuzufügen, mit dem Körper und der Sprache, aber auch mit dem eigenen [[Geist]], mit Absichten und so weiter. Gewaltlosigkeit als ein grundlegendes Prinzip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dann haben wir bei vielen Gelegenheiten, wie gerade jetzt, die Möglichkeit, anderen zu dienen, anderen zu helfen, vielleicht Leiden zu lindern, anderen größere Freude zu bereiten, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Und so mit Mitgefühl, Wohlwollen, Altruismus zu handeln. Auf diese Weise ein Leben zu führen, ob man nun religiös ist oder nicht, ob man auch nur eine Minute meditiert oder sich mit irgendeiner Art von spiritueller Praxis beschäftigt, das führt bereits zu einem Gefühl des Wohlbefindens. Und der Buddha nannte dies das Wohlbefinden, ein reines Gewissen zu haben, keine Gewissensbisse zu haben. Nicht, dass wir nie irren, aber wir irren und wir lernen daraus und wiederholen unsere Fehler nicht. Das ist also etwas, das eindeutig nicht wettbewerbsorientiert ist und das wir nicht von der Welt bekommen, aber es gibt eine Befriedigung, ein Gefühl des Wohlbefindens, dass meine Anwesenheit, meine Aktivität in der Welt zu einem größeren Wohl beigetragen hat. Und damit bin ich zufrieden. Ich bin glücklich zu wissen, dass dies die Lebensweise ist, die ich kultiviert habe.Und dann kommt noch ein zentrales Thema hinzu, [...] und das ist die Kultivierung des Geistes. Und in unserer modernen eurozentrischen Welt, wenn wir das Wort [[Meditation]] sagen oder irgendeine der anderen europäischen Sprachen, Übersetzungen von Meditation, klingt es so etwas wie esoterisch oder ein Nischeninteresse oder etwas, was spirituelle Menschen oder mystische Menschen tun wollen, während der entsprechende Begriff im Sanskrit, bhavana, einfach kultivieren bedeutet. Kultivieren Sie also Ihren Geist auf eine sinnvolle und nützliche Weise oder nicht? Wenn ja, dann ist das, was Sie tun, um emotionale Intelligenz zu kultivieren, emotionale Ausgeglichenheit, das ist Meditation. Es ist eine Kultivierung des Geistes. Es gibt also eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den Geist zu kultivieren, um mit destruktiven Emotionen umzugehen, um emotionale Belastbarkeit, Ausgeglichenheit, Intelligenz und so weiter zu kultivieren. Echtes Wohlbefinden ist also in der Ethik verwurzelt, es kommt zu größerer Blüte, wenn wir psychologisches, echtes Wohlbefinden durch die Kultivierung des Geistes kultivieren, indem wir erkennen, welche Tendenzen im Geist befallen sind, die uns selbst und anderen schaden, und Schritte unternehmen, um sie zu besänftigen, sie zu beruhigen, den Geist von diesen Störgefühle zu heilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann schließlich, ich weiß, dass ich zu weit gehe. Schließlich dann, und das ist, wie ich finde, universell unter den kontemplativen Traditionen der Welt. Das größte Wohlbefinden, das größte echte Wohlbefinden kommt aus dem Wissen um die Realität, wie sie ist. Für einen Theisten, einen Juden, Christen, Moslem, Hindu, Gott zu kennen. Gott zu kennen, vielleicht sogar die Vereinigung mit Gott. Das wäre das höchste Gut, das höchste Wohlbefinden. Der Buddhismus neigt nicht so sehr dazu, von der Vereinigung mit Gott zu sprechen, er ist nicht eindeutig theistisch, er ist nicht atheistisch, manchmal wird er als nicht-theistisch bezeichnet, aber es geht darum, die Realität zu kennen, wie sie ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zu finden, und dazu gehört auch, und das ist sehr zentral, sich selbst zu erkennen. Erkenne dich selbst, der älteste Aphorismus, den wir in der westlichen Zivilisation haben, das Delphische Orakel, erkenne dich selbst. Und zu wissen, wer wir sind, bis hinunter auf den Grund, die äußersten Tiefen unseres Wesens, gilt in der buddhistischen Tradition und darüber hinaus als der ultimative Grund, die Quelle echten Wohlbefindens.&amp;quot; ([[Wallace 2021]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Interesse an &#039;&#039;Eudaimonia&#039;&#039; (z.B. Wachstum, Sinn, Authentizität, Exzellenz) und ihrer Unterscheidung von &#039;&#039;Hedonia &#039;&#039;(z.B. Vergnügen, Genuss, Komfort, Abwesenheit von Leid) wächst rapide, da Forscher erkennen, dass beide Konzepte zentral für die Untersuchung von Wohlbefinden sind.&amp;quot; ([[Huta/Waterman 2014]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wohlbefinden&amp;diff=1676</id>
		<title>Wohlbefinden</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Wohlbefinden&amp;diff=1676"/>
		<updated>2026-04-20T04:21:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Hedonia (Ηδονία - z.B. Vergnügen, Genuss, Komfort, Abwesenheit von Leid) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Wohlbefinden - Eudaimonia und Hedonia=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt nicht die eine richtige Definition von echtem Wohlbefinden. Aber es gibt eine, die ich irgendwie erarbeitet habe, hauptsächlich inspiriert durch meine Ausbildung im Buddhismus, die nun schon fast 50 Jahre andauert, und die es von dem unterscheidet, was wir weltliches Vergnügen nennen können. Aber ich mag die griechischen Begriffe, weil sie zu keinem Jargon, keiner Fachsprache gehören. Sie sind nicht dogmatisch, sie versuchen nicht, uns in eine bestimmte religiöse Weltanschauung einzusperren. Und so sind die griechischen Begriffe, die ich hier diskutieren möchte, und ich werde versuchen, dies in aller Kürze zu tun, zwei Arten von Glück. Und sie sind beide legitim. Es ist nicht so, dass das eine gut und das andere schlecht ist, aber sie sind unterschiedlich.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hedonia (Ηδονία - z.B. Vergnügen, Genuss, Komfort, Abwesenheit von Leid)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Fangen wir also mit der &#039;&#039;Hedonia&#039;&#039; an. Und mit &#039;&#039;Hedonia&#039;&#039;, also dem Substantiv von Hedonismus, oder mit Hedonismus verbunden, aber ich meine Hedonia nicht als etwas Grobes oder Vulgäres. Aber Hedonia ist jede Art von Vergnügen, Freude, Glück, die wir als Reaktion auf etwas Angenehmes erleben, das wir als angenehm empfinden, das uns widerfährt. Das können also andere Menschen, Orte, Ereignisse, Aktivitäten sein. Es könnte aber auch sein, dass wir uns geistig stimulieren, in Nostalgie verfallen und uns an angenehme Dinge aus der Vergangenheit erinnern oder freudig etwas vorwegnehmen, von dem wir hoffen, dass es in der Zukunft passieren wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber all das ist reizgesteuert. Und es gibt auch stimulusgesteuertes Vergnügen, das nicht durch Nachdenken oder Beobachten von diesem oder jenem kommt, sondern durch, obwohl ich selbst keinen Alkohol trinke, denke ich, dass viele Menschen ihn wirklich genießen und vielleicht den Rausch genießen. Es kann also auch chemisch induziertes Vergnügen durch Alkohol, legale und illegale Drogen geben. All das gehört also in den Bereich der Hedonie.Aber ich möchte noch ein kleines bisschen länger verweilen, denn es sieht so aus, als könnte das nur sinnlich oder grob oder niederträchtig sein, aber ich würde vorschlagen, dass es nicht nur das ist. Es beinhaltet das, aber auch das Vergnügen, genug zu essen zu haben. Das Vergnügen, angemessene Kleidung und eine Unterkunft zu haben. Das Vergnügen, medizinische Versorgung zu haben, wenn man sie braucht, und das Vergnügen, eine Ausbildung zu bekommen und in der Lage zu sein, seinen Lebensunterhalt auf der Grundlage einer Ausbildung zu verdienen, das Vergnügen der Freundschaft, der Ehe und so weiter. Es gibt nichts Triviales an all diesen Dingen, nichts Niederes oder Abgewertetes oder &amp;quot;Oh, das ist für nicht-spirituelle Menschen.&amp;quot; Aber das ist der gemeinsame Nenner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Hedonie ist etwas, das wir von der Welt bekommen. Oft erwerben wir es durch Reichtum, Macht, Prestige. Aber es ist etwas, das wir von der Welt bekommen, und von Natur aus neigt es dazu, konkurrierend zu sein. Wenn ein Land oder ein Individuum mehr Reichtum hat, hat jemand weniger. Einer hat mehr Macht. Jemand anderes hat weniger. Im Allgemeinen neigt das Streben nach Hedonie also dazu, wettbewerbsorientiert zu sein. Und so wissen wir alle davon, und Tiere streben nach Hedonia, alle Arten von Menschen, von zutiefst spirituellen, hoch erleuchteten Wesen, heiligen Wesen, wir alle brauchen Hedonia. Wir brauchen zu essen, wir brauchen zu trinken. Wir müssen Kleidung und Unterkunft haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die großen Weisen der Welt, Sokrates kommt mir in den Sinn, Buddha kommt mir in den Sinn und viele andere in Ost und West, viele von ihnen in der Religion, einige in der Philosophie, und jetzt sehen wir auch in der modernen Wissenschaft, haben erkannt, dass Hedonia immer vergänglich ist und nie vollständig befriedigt. Es gibt keinen Abschluss. Es gibt kein: &amp;quot;Okay, jetzt habe ich genug.&amp;quot; Es gibt immer eine Sehnsucht nach mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren habe ich gelernt, dass acht Menschen auf der Welt ein Vermögen haben, das dem von 3,5 Milliarden Menschen entspricht, die zu den ärmeren Menschen auf diesem Planeten gehören. Acht Menschen haben also die gleiche Menge an Vermögenswerten wie 3,5 Milliarden. Die enorme, noch nie dagewesene Ungleichheit des Vermögens in unserer modernen Welt. Aber was ist mit diesen acht? Nun, sie wollen mehr. Daran gibt es keinen Zweifel. Sie wollen mehr. Nur unter den Top 8 zu sein. Warum nicht unter den ersten vier? Warum nicht einfach die Nummer 1 sein? Und so befriedigt Hedonie nie, sie ist vergänglich. Und wenn man es einmal erlebt hat, ist nichts mehr passiert. Es kommt und es geht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eudaimonia (ευδαιμονία - z.B. Wachstum, Sinn, Authentizität, Exzellenz)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Weisen der Welt haben von - ich verwende einfach den griechischen Begriff - &#039;&#039;eudaimonia &#039;&#039;gesprochen, oder ich denke, die beste Übersetzung ist echtes Wohlbefinden, denn es geht nicht darum, die ganze Zeit glücklich zu sein, sondern echtes Wohlbefinden kommt von innen. Es muss nicht angestrebt werden, sondern kultiviert werden. Und es ist nachhaltig und nicht wettbewerbsorientiert. In Anlehnung an die buddhistische Tradition, aber nicht nur dort, gibt es mehrere Ebenen von Eudaimonia oder echtem Wohlbefinden. Und es ist in einer ethischen Lebensweise verwurzelt oder geerdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber noch einmal, ich meine das auf eine völlig undogmatische Art und Weise, die nicht unbedingt mit irgendeiner Weltanschauung, einem Glaubenssystem und so weiter verbunden ist, sondern ein Leben, das in Gewaltlosigkeit und Mitgefühl verwurzelt ist. Und wenn wir im Laufe des Tages, während wir uns mit anderen Menschen, Tieren, der Ökosphäre, der Gesellschaft auseinandersetzen, wenn wir am Ende des Tages zurückblicken und realistischerweise wissen, ich bin wirklich durch diesen Tag gegangen, indem ich das Thema, die Priorität der Gewaltlosigkeit beibehalten habe, keinen Schaden zuzufügen, so wenig Schaden wie möglich zuzufügen, mit dem Körper und der Sprache, aber auch mit dem eigenen [[Geist]], mit Absichten und so weiter. Gewaltlosigkeit als ein grundlegendes Prinzip.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dann haben wir bei vielen Gelegenheiten, wie gerade jetzt, die Möglichkeit, anderen zu dienen, anderen zu helfen, vielleicht Leiden zu lindern, anderen größere Freude zu bereiten, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten. Und so mit Mitgefühl, Wohlwollen, Altruismus zu handeln. Auf diese Weise ein Leben zu führen, ob man nun religiös ist oder nicht, ob man auch nur eine Minute meditiert oder sich mit irgendeiner Art von spiritueller Praxis beschäftigt, das führt bereits zu einem Gefühl des Wohlbefindensiehe [[Und der]] Buddha nannte dies das Wohlbefinden, ein reines Gewissen zu haben, keine Gewissensbisse zu haben. Nicht, dass wir nie irren, aber wir irren und wir lernen daraus und wiederholen unsere Fehler nicht. Das ist also etwas, das eindeutig nicht wettbewerbsorientiert ist und das wir nicht von der Welt bekommen, aber es gibt eine Befriedigung, ein Gefühl des Wohlbefindens, dass meine Anwesenheit, meine Aktivität in der Welt zu einem größeren Wohl beigetragen hat. Und damit bin ich zufrieden. Ich bin glücklich zu wissen, dass dies die Lebensweise ist, die ich kultiviert habe.Und dann kommt noch ein zentrales Thema hinzu, [...] und das ist die Kultivierung des Geistesiehe [[Und in unserer modernen eurozentrischen]] Welt, wenn wir das Wort [[Meditation]] sagen oder irgendeine der anderen europäischen Sprachen, Übersetzungen von Meditation, klingt es so etwas wie esoterisch oder ein Nischeninteresse oder etwas, was spirituelle Menschen oder mystische Menschen tun wollen, während der entsprechende Begriff im Sanskrit, bhavana, einfach kultivieren bedeutet. Kultivieren Sie also Ihren Geist auf eine sinnvolle und nützliche Weise oder nicht? Wenn ja, dann ist das, was Sie tun, um emotionale Intelligenz zu kultivieren, emotionale Ausgeglichenheit, das ist Meditation. Es ist eine Kultivierung des Geistesiehe [[Es gibt also eine ganze]] Reihe von Möglichkeiten, den Geist zu kultivieren, um mit destruktiven Emotionen umzugehen, um emotionale Belastbarkeit, Ausgeglichenheit, Intelligenz und so weiter zu kultivieren. Echtes Wohlbefinden ist also in der Ethik verwurzelt, es kommt zu größerer Blüte, wenn wir psychologisches, echtes Wohlbefinden durch die Kultivierung des Geistes kultivieren, indem wir erkennen, welche Tendenzen im Geist befallen sind, die uns selbst und anderen schaden, und Schritte unternehmen, um sie zu besänftigen, sie zu beruhigen, den Geist von diesen Störgefühle zu heilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann schließlich, ich weiß, dass ich zu weit gehe. Schließlich dann, und das ist, wie ich finde, universell unter den kontemplativen Traditionen der Welt. Das größte Wohlbefinden, das größte echte Wohlbefinden kommt aus dem Wissen um die Realität, wie sie ist. Für einen Theisten, einen Juden, Christen, Moslem, Hindu, Gott zu kennen. Gott zu kennen, vielleicht sogar die Vereinigung mit Gott. Das wäre das höchste Gut, das höchste Wohlbefinden. Der Buddhismus neigt nicht so sehr dazu, von der Vereinigung mit Gott zu sprechen, er ist nicht eindeutig theistisch, er ist nicht atheistisch, manchmal wird er als nicht-theistisch bezeichnet, aber es geht darum, die Realität zu kennen, wie sie ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das zu finden, und dazu gehört auch, und das ist sehr zentral, sich selbst zu erkennen. Erkenne dich selbst, der älteste Aphorismus, den wir in der westlichen Zivilisation haben, das Delphische Orakel, erkenne dich selbst. Und zu wissen, wer wir sind, bis hinunter auf den Grund, die äußersten Tiefen unseres Wesens, gilt in der buddhistischen Tradition und darüber hinaus als der ultimative Grund, die Quelle echten Wohlbefindens.&amp;quot; ([[Wallace 2021]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Das Interesse an &#039;&#039;Eudaimonia&#039;&#039; (z.B. Wachstum, Sinn, Authentizität, Exzellenz) und ihrer Unterscheidung von &#039;&#039;Hedonia &#039;&#039;(z.B. Vergnügen, Genuss, Komfort, Abwesenheit von Leid) wächst rapide, da Forscher erkennen, dass beide Konzepte zentral für die Untersuchung von Wohlbefinden sind.&amp;quot; ([[Huta/Waterman 2014]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1675</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1675"/>
		<updated>2026-04-20T04:09:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Darstellung von Rodney Smith */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1674</id>
		<title>Anatman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1674"/>
		<updated>2026-04-19T06:39:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Konzept des [[Anattâ]] (skrt. [[anâtman]]), welches besagt, dass es kein dauerhaft bleibendes Ich beziehungsweise keine unsterbliche Seele gibt, bildet das Herzstück der buddhistischen Lehre, doch da wir im Westen die psychische Gesundheit dermaßen betonen, ist es vielleicht unvermeidlich, dass dieser wesentliche Aspekt der Lehre entweder heruntergespielt oder gar ausgespart wird. Leere steht schließlich im Gegensatz zu vielen unserer wichtigsten Werte, wie etwa der Eigenständigkeit, der individuellen Initiative sowie dem Streben nach Vergnügen. Wir wünschen uns die Zufriedenheit und das Glück, die der Buddha uns versprochen hat, aber mit einem vollkommen stabilen und intakten „Ich“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese selektive Herangehensweise an den Buddhismus scheint es möglich zu machen, uns das Beste aus der östlichen und der westlichen Welt herauszupicken. Wir können die Techniken und Praktiken verwenden, die unseren unmittelbaren Zwecken dienen, ohne die spirituellen Fragen stellen zu müssen, die unsere Existenz betreffen. Das Tolle daran ist, dass die Methoden funktionieren und die größere Achtsamkeit intensive und wohltuende Auswirkungen sowohl auf unsere geistige Gesundheit wie auch auf unser alltägliches [[Wohlbefinden]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte fände hier ein glückliches Ende, wenn es nicht einen Haken dabei gäbe, den Dharma (die Lehren Buddhas) derart zurechtzustutzen. Im Äußeren sehen wir, wie die Umwelt der Erde vor unseren Augen kaputtgeht, wie die Bevölkerungszahl emporschnellt und wie unsere natürlichen Ressourcen abnehmen. Wir sehen, wie beispiellose Gier und Aggression auf einem ständig schrumpfenden Planeten zu immer größeren Spaltungen führen. Zu einer Zeit, in der die Welt nach Freundlichkeit und Mitgefühl hungert, sehen wir, wie Kulturen ihr altes Gezänk fortsetzen und dabei ihr gemeinsames Erbe vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerlich bestehen unsere Probleme ebenfalls weiter. Wir leiden und verstehen nicht, woran. Angst, Begehren und Kummer erfüllen unser Leben. Unsere ausgefeilten psychologischen Methoden sollten unsere Probleme eigentlich lösen, aber all die Therapien und Selbsthilfemethoden scheinen unsere Isoliertheit und Getrenntheit nicht mindern zu können. Wir würden gern Mitgefühl für alle Wesen empfinden, aber unsere eigenen Probleme nehmen uns so sehr in Beschlag, dass wir wenig Zeit haben, andere in unser Herz mit aufzunehmen. Wir versuchen diese Mängel durch mehr sozial engagierte Aktivitäten zu kompensieren, stellen jedoch fest, dass unsere Motivation oft auf Rechthaberei beruht, welche die Welt weiter aufspaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch all unsere Techniken und Behandlungsmethoden hindurch bleibt die Ichempfindung der Eckpfeiler unserer Existenz. Wenn wir unsere Erfahrung betrachten, scheinen wir der Mittelpunkt des Universums zu sein. Alle Erfahrungen scheinen unseren zentralen Platz im Leben zu bestätigen und jede Wahrnehmung wird durch die Brille des Ich betrachtet. Wir hören von der verderblichen Macht des Ego, scheinen jedoch unfähig zu sein, diese allgegenwärtige Ichempfindung abzuschütteln. Die Autorität des Ich scheint absolut zu sein und die meisten von uns beugen sich letztlich seiner Herrschaft. So üben wir denn den Dharma, indem wir die Ichempfindung im Herzen unserer spirituellen Entwicklung mit uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele von uns verbinden mit ihrer Praxis ein freundlicheres und sanfteres spirituelles „Ich“, das im Gegensatz zu dem weltlichen „Ich“ steht, dem uns Probleme bereitenden Zwilling, der einer Therapie bedarf. Wir spielen dann das vertraute Spiel von „Teile und herrsche“ und nehmen mit unseren spirituellen Idealen den Kampf gegen unsere weltlichen Reaktionen auf. Doch dem Ego nur verschiedene Namen zu geben, so erkennen wir schließlich, führt lediglich dazu, seine umfassende Kontrolle noch zu verstärken, was unausweichlich zu größerem Leiden und größerer Feindseligkeit führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige von uns folgen dem Weg der Weisheit und es gelingt ihnen, den Einfluss des Ego zu schwächen, sodass sie einzigartige Einsichten in die Substanzlosigkeit des Ego erfahren, aber sie können aus diesen Offenbarungen zurückkehren, ohne dass Macht und Stärke ihres „Ich“ wesentlich vermindert wurden. Das Ego bringt es fertig, auf seinen eigenen Untergang Bezug zu nehmen, indem es sagt: „Oh, ich habe gerade eine Erfahrung meiner eigenen Leere gemacht.“ Ganz gleich, was wir tun, ganz gleich, wie viele Einsichten in unsere wahre Natur wir gewinnen, wir scheinen die Welt noch immer um die Grundprämisse herum zu organisieren, die da lautet: „Ich“ bin hier drinnen und sehe nach draußen auf alles Übrige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann realisiert ein den Dharma Übender, dass seine innere Welt von abstrakten Diskussionen angefüllt und die äußere Welt von Konflikt und Kampf belastet bleibt, solange das „Ich“ die treibende Kraft hinter Gedanken und Emotionen ist. Wir beginnen zudem zu verstehen, dass die Ursache unseres Leidens nicht in dem liegt, was wir tun, sondern in der Weise, wie wir wahrnehmen, und solange wir mit diesem Hindernis nicht fertig werden, wird alles, was wir mit Körper, Rede und [[Geist]] tun, unweigerlich unsere alten Wahrnehmungen von Ich und anderen, Problem und Lösung, Einschränkung und Freiheit verstärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spirituelle Praxis heißt, der vermeintlichen Realität des „Ich“ zu entfliehen, indem man begreift, was das „Ich“ ist, und seinen ständigen Fixierungen Energie entzieht. Der Buddha stellte die Verwirklichung und Integration von Anattâ in den Mittelpunkt seiner Lehren. Wir besitzen keine getrennte Existenz; das ist eine Tatsache. Wenn wir all unsere Praktiken und Bemühungen auf diese Tatsache hin ausrichten, wird der spirituelle Weg recht einfach und transformiert alles, was wir tun. All die Klöster, Entsagungen, Beschränkungen, geschickten Mittel, Lotos-Sitzhaltungen und alles Richten der Aufmerksamkeit auf die Nasenspitze haben nur diesen einen Zweck. Ein wesentlicher Punkt wird sich in immer neuen Ausdrucksformen durch das ganz Buch ziehen, und der ist, dass wir sehr aufpassen müssen, die Annahme der Getrenntheit nicht in unsere Praktiken hineinzutragen, die den ausdrücklichen Zweck haben, die Selbsttäuschung hinter sich zu lassen. Tun wir das, werden wir die Konditionierung durch unser Ego nur noch verstärken und uns von der Freiheit Buddhas entfernen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&lt;br /&gt;
&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1673</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1673"/>
		<updated>2026-04-19T06:39:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weiser Samâdhi */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1672</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1672"/>
		<updated>2026-04-19T06:38:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1671</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1671"/>
		<updated>2026-04-19T06:37:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksmṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1670</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1670"/>
		<updated>2026-04-19T06:36:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1669</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1669"/>
		<updated>2026-04-19T06:35:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert aus. Er unterscheidet hier gar nicht eine äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1668</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1668"/>
		<updated>2026-04-19T06:35:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelns. Dem gegenüber stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1667</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1667"/>
		<updated>2026-04-19T06:33:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Der Zweig, der Verständnis hervorbringt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1666</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1666"/>
		<updated>2026-04-19T06:33:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Vier Zweige */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1665</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1665"/>
		<updated>2026-04-19T06:31:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Der Zweig, der gründlich abtrennt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Vier Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnis. Wir beginnen mit einer Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnis. Wir kontemplieren das. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1664</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1664"/>
		<updated>2026-04-19T06:29:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Acht Zweige */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Vier Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von [[Anattâ]]. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=An%C3%A2tman&amp;diff=1663</id>
		<title>Anâtman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=An%C3%A2tman&amp;diff=1663"/>
		<updated>2026-04-19T06:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Weiterleitung nach Anatman erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Anatman]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weiterleitung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1662</id>
		<title>Anatman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1662"/>
		<updated>2026-04-19T06:28:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Konzept des [[Anattâ]] (skrt. [[anâtman]]), welches besagt, dass es kein dauerhaft bleibendes Ich beziehungsweise keine unsterbliche Seele gibt, bildet das Herzstück der buddhistischen Lehre, doch da wir im Westen die psychische Gesundheit dermaßen betonen, ist es vielleicht unvermeidlich, dass dieser wesentliche Aspekt der Lehre entweder heruntergespielt oder gar ausgespart wird. Leere steht schließlich im Gegensatz zu vielen unserer wichtigsten Werte, wie etwa der Eigenständigkeit, der individuellen Initiative sowie dem Streben nach Vergnügen. Wir wünschen uns die Zufriedenheit und das Glück, die der Buddha uns versprochen hat, aber mit einem vollkommen stabilen und intakten „Ich“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese selektive Herangehensweise an den Buddhismus scheint es möglich zu machen, uns das Beste aus der östlichen und der westlichen Welt herauszupicken. Wir können die Techniken und Praktiken verwenden, die unseren unmittelbaren Zwecken dienen, ohne die spirituellen Fragen stellen zu müssen, die unsere Existenz betreffen. Das Tolle daran ist, dass die Methoden funktionieren und die größere Achtsamkeit intensive und wohltuende Auswirkungen sowohl auf unsere geistige Gesundheit wie auch auf unser alltägliches [[Wohlbefinden]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte fände hier ein glückliches Ende, wenn es nicht einen Haken dabei gäbe, den Dharma (die Lehren Buddhas) derart zurechtzustutzen. Im Äußeren sehen wir, wie die Umwelt der Erde vor unseren Augen kaputtgeht, wie die Bevölkerungszahl emporschnellt und wie unsere natürlichen Ressourcen abnehmen. Wir sehen, wie beispiellose Gier und Aggression auf einem ständig schrumpfenden Planeten zu immer größeren Spaltungen führen. Zu einer Zeit, in der die Welt nach Freundlichkeit und Mitgefühl hungert, sehen wir, wie Kulturen ihr altes Gezänk fortsetzen und dabei ihr gemeinsames Erbe vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerlich bestehen unsere Probleme ebenfalls weiter. Wir leiden und verstehen nicht, woran. Angst, Begehren und Kummer erfüllen unser Leben. Unsere ausgefeilten psychologischen Methoden sollten unsere Probleme eigentlich lösen, aber all die Therapien und Selbsthilfemethoden scheinen unsere Isoliertheit und Getrenntheit nicht mindern zu können. Wir würden gern Mitgefühl für alle Wesen empfinden, aber unsere eigenen Probleme nehmen uns so sehr in Beschlag, dass wir wenig Zeit haben, andere in unser Herz mit aufzunehmen. Wir versuchen diese Mängel durch mehr sozial engagierte Aktivitäten zu kompensieren, stellen jedoch fest, dass unsere Motivation oft auf Rechthaberei beruht, welche die Welt weiter aufspaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch all unsere Techniken und Behandlungsmethoden hindurch bleibt die Ichempfindung der Eckpfeiler unserer Existenz. Wenn wir unsere Erfahrung betrachten, scheinen wir der Mittelpunkt des Universums zu sein. Alle Erfahrungen scheinen unseren zentralen Platz im Leben zu bestätigen und jede Wahrnehmung wird durch die Brille des Ich betrachtet. Wir hören von der verderblichen Macht des Ego, scheinen jedoch unfähig zu sein, diese allgegenwärtige Ichempfindung abzuschütteln. Die Autorität des Ich scheint absolut zu sein und die meisten von uns beugen sich letztlich seiner Herrschaft. So üben wir denn den Dharma, indem wir die Ichempfindung im Herzen unserer spirituellen Entwicklung mit uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele von uns verbinden mit ihrer Praxis ein freundlicheres und sanfteres spirituelles „Ich“, das im Gegensatz zu dem weltlichen „Ich“ steht, dem uns Probleme bereitenden Zwilling, der einer Therapie bedarf. Wir spielen dann das vertraute Spiel von „Teile und herrsche“ und nehmen mit unseren spirituellen Idealen den Kampf gegen unsere weltlichen Reaktionen auf. Doch dem Ego nur verschiedene Namen zu geben, so erkennen wir schließlich, führt lediglich dazu, seine umfassende Kontrolle noch zu verstärken, was unausweichlich zu größerem Leiden und größerer Feindseligkeit führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige von uns folgen dem Weg der Weisheit und es gelingt ihnen, den Einfluss des Ego zu schwächen, sodass sie einzigartige Einsichten in die Substanzlosigkeit des Ego erfahren, aber sie können aus diesen Offenbarungen zurückkehren, ohne dass Macht und Stärke ihres „Ich“ wesentlich vermindert wurden. Das Ego bringt es fertig, auf seinen eigenen Untergang Bezug zu nehmen, indem es sagt: „Oh, ich habe gerade eine Erfahrung meiner eigenen Leere gemacht.“ Ganz gleich, was wir tun, ganz gleich, wie viele Einsichten in unsere wahre Natur wir gewinnen, wir scheinen die Welt noch immer um die Grundprämisse herum zu organisieren, die da lautet: „Ich“ bin hier drinnen und sehe nach draußen auf alles Übrige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann realisiert ein den Dharma Übender, dass seine innere Welt von abstrakten Diskussionen angefüllt und die äußere Welt von Konflikt und Kampf belastet bleibt, solange das „Ich“ die treibende Kraft hinter Gedanken und Emotionen ist. Wir beginnen zudem zu verstehen, dass die Ursache unseres Leidens nicht in dem liegt, was wir tun, sondern in der Weise, wie wir wahrnehmen, und solange wir mit diesem Hindernis nicht fertig werden, wird alles, was wir mit Körper, Rede und [[Geist]] tun, unweigerlich unsere alten Wahrnehmungen von Ich und anderen, Problem und Lösung, Einschränkung und Freiheit verstärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spirituelle Praxis heißt, der vermeintlichen Realität des „Ich“ zu entfliehen, indem man begreift, was das „Ich“ ist, und seinen ständigen Fixierungen Energie entzieht. Der Buddha stellte die Verwirklichung und Integration von Anattâ in den Mittelpunkt seiner Lehren. Wir besitzen keine getrennte Existenz; das ist eine Tatsache. Wenn wir all unsere Praktiken und Bemühungen auf diese Tatsache hin ausrichten, wird der spirituelle Weg recht einfach und transformiert alles, was wir tun. All die Klöster, Entsagungen, Beschränkungen, geschickten Mittel, Lotos-Sitzhaltungen und alles Richten der Aufmerksamkeit auf die Nasenspitze haben nur diesen einen Zweck. Ein wesentlicher Punkt wird sich in immer neuen Ausdrucksformen durch das ganz Buch ziehen, und der ist, dass wir sehr aufpassen müssen, die Annahme der Getrenntheit nicht in unsere Praktiken hineinzutragen, die den ausdrücklichen Zweck haben, die Selbsttäuschung hinter sich zu lassen. Tun wir das, werden wir die Konditionierung durch unser Ego nur noch verstärken und uns von der Freiheit Buddhas entfernen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatt%C3%A2&amp;diff=1661</id>
		<title>Anattâ</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatt%C3%A2&amp;diff=1661"/>
		<updated>2026-04-19T06:27:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Weiterleitung nach Anatman erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Anatman]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weiterleitung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1660</id>
		<title>Anatman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Anatman&amp;diff=1660"/>
		<updated>2026-04-19T06:25:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;quot;Das Konzept des Anattâ (skrt. anâtman)I, welches besagt, dass es kein dauerhaft bleibendes Ich beziehungsweise keine unsterbliche Seele gibt, bildet das Herzstück der buddhistischen Lehre, doch da wir im Westen die psychische Gesundheit dermaßen betonen, ist es vielleicht unvermeidlich, dass dieser wesentliche Aspekt der Lehre entweder heruntergespielt oder gar ausgespart wird. Leere steht schließlich im Gegensatz zu vielen unserer wichtigsten Werte…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Konzept des Anattâ (skrt. anâtman)I, welches besagt, dass es kein dauerhaft bleibendes Ich beziehungsweise keine unsterbliche Seele gibt, bildet das Herzstück der buddhistischen Lehre, doch da wir im Westen die psychische Gesundheit dermaßen betonen, ist es vielleicht unvermeidlich, dass dieser wesentliche Aspekt der Lehre entweder heruntergespielt oder gar ausgespart wird. Leere steht schließlich im Gegensatz zu vielen unserer wichtigsten Werte, wie etwa der Eigenständigkeit, der individuellen Initiative sowie dem Streben nach Vergnügen. Wir wünschen uns die Zufriedenheit und das Glück, die der Buddha uns versprochen hat, aber mit einem vollkommen stabilen und intakten „Ich“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese selektive Herangehensweise an den Buddhismus scheint es möglich zu machen, uns das Beste aus der östlichen und der westlichen Welt herauszupicken. Wir können die Techniken und Praktiken verwenden, die unseren unmittelbaren Zwecken dienen, ohne die spirituellen Fragen stellen zu müssen, die unsere Existenz betreffen. Das Tolle daran ist, dass die Methoden funktionieren und die größere Achtsamkeit intensive und wohltuende Auswirkungen sowohl auf unsere geistige Gesundheit wie auch auf unser alltägliches [[Wohlbefinden]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte fände hier ein glückliches Ende, wenn es nicht einen Haken dabei gäbe, den Dharma (die Lehren Buddhas) derart zurechtzustutzen. Im Äußeren sehen wir, wie die Umwelt der Erde vor unseren Augen kaputtgeht, wie die Bevölkerungszahl emporschnellt und wie unsere natürlichen Ressourcen abnehmen. Wir sehen, wie beispiellose Gier und Aggression auf einem ständig schrumpfenden Planeten zu immer größeren Spaltungen führen. Zu einer Zeit, in der die Welt nach Freundlichkeit und Mitgefühl hungert, sehen wir, wie Kulturen ihr altes Gezänk fortsetzen und dabei ihr gemeinsames Erbe vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerlich bestehen unsere Probleme ebenfalls weiter. Wir leiden und verstehen nicht, woran. Angst, Begehren und Kummer erfüllen unser Leben. Unsere ausgefeilten psychologischen Methoden sollten unsere Probleme eigentlich lösen, aber all die Therapien und Selbsthilfemethoden scheinen unsere Isoliertheit und Getrenntheit nicht mindern zu können. Wir würden gern Mitgefühl für alle Wesen empfinden, aber unsere eigenen Probleme nehmen uns so sehr in Beschlag, dass wir wenig Zeit haben, andere in unser Herz mit aufzunehmen. Wir versuchen diese Mängel durch mehr sozial engagierte Aktivitäten zu kompensieren, stellen jedoch fest, dass unsere Motivation oft auf Rechthaberei beruht, welche die Welt weiter aufspaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch all unsere Techniken und Behandlungsmethoden hindurch bleibt die Ichempfindung der Eckpfeiler unserer Existenz. Wenn wir unsere Erfahrung betrachten, scheinen wir der Mittelpunkt des Universums zu sein. Alle Erfahrungen scheinen unseren zentralen Platz im Leben zu bestätigen und jede Wahrnehmung wird durch die Brille des Ich betrachtet. Wir hören von der verderblichen Macht des Ego, scheinen jedoch unfähig zu sein, diese allgegenwärtige Ichempfindung abzuschütteln. Die Autorität des Ich scheint absolut zu sein und die meisten von uns beugen sich letztlich seiner Herrschaft. So üben wir denn den Dharma, indem wir die Ichempfindung im Herzen unserer spirituellen Entwicklung mit uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele von uns verbinden mit ihrer Praxis ein freundlicheres und sanfteres spirituelles „Ich“, das im Gegensatz zu dem weltlichen „Ich“ steht, dem uns Probleme bereitenden Zwilling, der einer Therapie bedarf. Wir spielen dann das vertraute Spiel von „Teile und herrsche“ und nehmen mit unseren spirituellen Idealen den Kampf gegen unsere weltlichen Reaktionen auf. Doch dem Ego nur verschiedene Namen zu geben, so erkennen wir schließlich, führt lediglich dazu, seine umfassende Kontrolle noch zu verstärken, was unausweichlich zu größerem Leiden und größerer Feindseligkeit führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige von uns folgen dem Weg der Weisheit und es gelingt ihnen, den Einfluss des Ego zu schwächen, sodass sie einzigartige Einsichten in die Substanzlosigkeit des Ego erfahren, aber sie können aus diesen Offenbarungen zurückkehren, ohne dass Macht und Stärke ihres „Ich“ wesentlich vermindert wurden. Das Ego bringt es fertig, auf seinen eigenen Untergang Bezug zu nehmen, indem es sagt: „Oh, ich habe gerade eine Erfahrung meiner eigenen Leere gemacht.“ Ganz gleich, was wir tun, ganz gleich, wie viele Einsichten in unsere wahre Natur wir gewinnen, wir scheinen die Welt noch immer um die Grundprämisse herum zu organisieren, die da lautet: „Ich“ bin hier drinnen und sehe nach draußen auf alles Übrige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann realisiert ein den Dharma Übender, dass seine innere Welt von abstrakten Diskussionen angefüllt und die äußere Welt von Konflikt und Kampf belastet bleibt, solange das „Ich“ die treibende Kraft hinter Gedanken und Emotionen ist. Wir beginnen zudem zu verstehen, dass die Ursache unseres Leidens nicht in dem liegt, was wir tun, sondern in der Weise, wie wir wahrnehmen, und solange wir mit diesem Hindernis nicht fertig werden, wird alles, was wir mit Körper, Rede und [[Geist]] tun, unweigerlich unsere alten Wahrnehmungen von Ich und anderen, Problem und Lösung, Einschränkung und Freiheit verstärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spirituelle Praxis heißt, der vermeintlichen Realität des „Ich“ zu entfliehen, indem man begreift, was das „Ich“ ist, und seinen ständigen Fixierungen Energie entzieht. Der Buddha stellte die Verwirklichung und Integration von Anattâ in den Mittelpunkt seiner Lehren. Wir besitzen keine getrennte Existenz; das ist eine Tatsache. Wenn wir all unsere Praktiken und Bemühungen auf diese Tatsache hin ausrichten, wird der spirituelle Weg recht einfach und transformiert alles, was wir tun. All die Klöster, Entsagungen, Beschränkungen, geschickten Mittel, Lotos-Sitzhaltungen und alles Richten der Aufmerksamkeit auf die Nasenspitze haben nur diesen einen Zweck. Ein wesentlicher Punkt wird sich in immer neuen Ausdrucksformen durch das ganz Buch ziehen, und der ist, dass wir sehr aufpassen müssen, die Annahme der Getrenntheit nicht in unsere Praktiken hineinzutragen, die den ausdrücklichen Zweck haben, die Selbsttäuschung hinter sich zu lassen. Tun wir das, werden wir die Konditionierung durch unser Ego nur noch verstärken und uns von der Freiheit Buddhas entfernen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1659</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1659"/>
		<updated>2026-04-19T06:12:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weise Achtsamkeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. Nichttun und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Samâdhi==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Samâdhi wird als Einssein oder Ganzsein des Geistes erfahren und ist daher der Höhepunkt von Weiser Sicht. Auf dem Pfad Buddhas ist Beständigkeit des Geistes wesentlich und das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit gestattet dem Geist, präsent zu sein, seine Natur zu begreifen und zu verstehen, wie er funktioniert. Alles hängt von der Stabilität der Sammlung ab sowie davon, dass wir die verkrampfte Natur unseres Lebens erkunden, und nur durch stetige Aufmerksamkeit können wir das Problem erkennen und die Ursache entschlüsseln. Es ist die Funktion von Samâdhi, den Unterschied zwischen dem Nachdenken über eine Sache und deren direkter Erfahrung zu erkennen. Durch die stille, durchgehende Aufmerksamkeit von Samâdhi erkennen wir deutlich, wie das Ich durch unsere Kommentare zu den Dingen und die Geschichten, die wir erfinden, entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Achtfache Pfad ist von Anfang bis Ende ein multidimensionales, transparentes Hologramm. Die Mittel, mit denen wir praktizieren, bestimmen, was wir entdecken werden. Wir gehen niemals davon aus, dass die Wirklichkeit des Einsseins nicht gegeben ist, nur, dass wir sie falsch wahrnehmen. Wir setzen auch nicht voraus, dass der Wirklichkeit etwas hinzugefügt oder etwas aus ihr entfernt werden muss, sondern nur, dass die Vorstellung, die der Geist sich von der Wirklichkeit macht, unzutreffend ist. Wir lernen, wie wir alle die Aufteilungen mit der Totalität des Geistes umfangen können, statt der Geteiltheit Ausdruck zu geben, indem wir die Ereignisse manipulieren. Spirituell gesehen bleiben wir offen für alles, denn durch diese offene Haltung erfahren wir die Verknüpftheit und die alles umfangende Haltung wird zur Grundlage all unserer Bemühungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dies basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre und der Wahrheit von Anattâ. Dieses Konzept ist das Herzstück des Achtfachen Pfades und wir werden es im nächsten Kapitel eingehender betrachten. Es geht nicht darum, Anattâ intellektuell zu lernen; Anattâ muss realisiert, verdaut und vollkommen in jede Facette unseres Lebens integriert werden. Die spirituelle Reise ist nur sinnvoll, wenn wir sie von Anattâ her angehen; kommen wir aus irgendeiner anderen Richtung, dann wird die Ichempfindung durch ihre Leistungen nur noch verstärkt und unser Streben nach Freiheit wird letztlich frustriert. Haben wir unsere Praxis jedoch erst einmal mit Anattâ in Einklang gebracht, dann fließt all unsere Energie in die Richtigstellung unserer falschen Wahrnehmungen und der Pfad entfaltet sich auf geradlinige Weise.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1658</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1658"/>
		<updated>2026-04-19T06:11:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weises Bemühen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Achtsamkeit==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Achtsamkeit beginnt für die meisten von uns mit einer individuellen Anstrengung, bewusst zu sein. Obwohl diese Art von Bemühung ihren Wert hat, werden wir in unserem Versuch, die Bewusstheit zu kontrollieren und zu steuern, schnell frustriert, denn Bewusstheit ist in dem Maße verfügbar, in dem wir in der Lage sind, das „Ich“, das bewusst zu sein versucht, loszulassen. Wir können, mit anderen Worten, nicht mittels unseres Willens (unweises Bemühen) bewusst werden. NichttunIII und Entspannung führen schließlich zu einem neuen Verständnis der Achtsamkeit, und Nichttun gibt allem seinen Wert. Wenn unser Ehrgeiz, unsere Achtsamkeit zu fördern, nachlässt, beginnen wir in dem zu verweilen, was auf natürliche Weise vorhanden ist. Achtsamkeit geht mühelos in eine durchgehende Bewusstheit über, die sich selbst aufrechterhält, wenn unser Ich abwesend ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1657</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1657"/>
		<updated>2026-04-19T06:09:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weiser Lebensunterhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Bemühen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unser Bemühen ergibt sich aus unserer Sicht des Lebens und den Absichten, die wir damit verbinden, und es befindet sich entweder im Einklang mit der natürlichen Einheit aller Dinge oder steht im Gegensatz dazu. Wenn wir uns für abgetrennt halten, wird ein großer Teil unserer Bemühungen auf eine stärkere Abgrenzung unseres Ich zielen, und damit laden wir uns nur noch mehr selbst erzeugtes Leiden auf. Dieses unweise Bemühen versucht ein Problem eher zu umgehen oder zu übergehen, anstatt dessen Energie zu nutzen, um die Natur des Problems an sich zu verstehen. Weises Bemühen wirkt mit Weiser Sicht zusammen und untersucht und hinterfragt ständig unser Bedürfnis, getrennt zu sein, und löst es auf. Es ist ein Bemühen, das mit dem ungeteilten Geist verbündet ist.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1656</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1656"/>
		<updated>2026-04-19T06:07:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weises Handeln */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiser Lebensunterhalt==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn wir auf den Dharma (den natürlichen Weg) eingestimmt sind, gerät unser Leben ins Lot. Die Weise, auf die wir unsren Lebensunterhalt verdienen, ist eine Fortsetzung des Weisen Handelns, das hierbei stärker darauf gerichtet ist, unsere berufliche Situation auf die Bedürfnisse unseres Haushalts abzustimmen, wobei es um unser finanzielles [[Wohlbefinden]] sowie die Bedürfnisse einer größeren Gemeinschaft geht. Ganz gleich, was unser Beruf ist, wenn die Bereitstellung unseres Lebensunterhalts im Einklang mit Weiser Absicht und Weiser Sicht ist, bringt dies unsere latenten Energien zum Vorschein und fördert unsere Lebendigkeit und unsere Interessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Weise, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, vor allem dem finanziellen Gewinn oder dem Statusdenken dient, geraten wir sehr leicht auf Abwege. Wir werden von den Absichten unweiser Sichtweise versklavt und rutschen häufig in eine Einstellung ab, die den „Job“ nur noch als „Plackerei“ versteht. Burn-out und Lustlosigkeit, von einem verminderten Selbstwertgefühl angetrieben, können einen Achtstundentag zur Qual werden lassen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1655</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1655"/>
		<updated>2026-04-19T06:01:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weise Rede */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weises Handeln==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weises Handeln ist spontan und unmittelbar und arbeitet mit der dem Körper innewohnenden Intelligenz, die den Intellekt des Geistes weit übertrifft. Unser Denken behindert die Intelligenz des Körpers oft und schränkt seine Handlungen auf ein vorwiegend auf alten Gewohnheiten und Konditionierungen beruhendes Schema ein. Handlungen, die von Gedanken regiert werden, basieren im Allgemeinen auf der Abwägung, ob eine Situation angemessen und sicher ist. Unser Denken hinkt einen Schritt hinter der notwendigen sofortigen Aktion hinterher, und wenn wir schließlich so weit sind, den Wert dessen, was jetzt geschehen sollte, „abgewogen“ zu haben, ist der Augenblick bereits vergangen und unsere überdachte Reaktion ist nicht mehr angemessen. Bei Weisem Handeln durchdringt der Geist zwar die körperliche Aktion, aber er dirigiert sie nicht mehr.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1654</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1654"/>
		<updated>2026-04-19T05:59:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Darstellung von Rodney Smith */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Rede==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Rede beginnt damit, dass wir verstehen, wie Worte die Wahrnehmung verzerren. Wurde unsere Wahrnehmung erst einmal durch unser Denken in einzelne und getrennte Objekte zersplittert (unweise Sicht), dann folgen unsere Worte gewöhnlich dieser Aufteilung und verstärken die Getrenntheit, da sie von dieser allgemeinen Annahme beherrscht werden. Solche Worte werden von Urteilen und Vergleichen, Einschätzungen und Erwartungen gefärbt sein. Sie werden ein Gefühl von Lust oder Unlust vermitteln und auf Selbstbestätigung hin wirken. Ganz gleich, wie nett und freundlich wir unsere Worte machen, wenn sie nicht von Weiser Sicht geprägt sind, werden sie energetisch die Botschaft von Abstand und Isolation vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weise Rede vermittelt einem selbst und anderen eine Empfindung von Einheit und drückt sich in Übereinstimmung mit dem Herzen aus. Die Worte sind energetisch freundlich, beziehen andere ein und sind darauf bedacht, Leiden zu verringern. Solche Worte sind wahrhaftig, ohne unbedingt hart zu sein, und sie entsprechen dem Augenblick, ohne jemanden zu verletzen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1653</id>
		<title>Edler achtfacher Pfad</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.dagpo.de/index.php?title=Edler_achtfacher_Pfad&amp;diff=1653"/>
		<updated>2026-04-19T05:54:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Maboe: /* Weise Sicht */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der edle achtfache Pfad ist ein zentrales Element der Buddhistischen Lehre. „Die wichtigste Überlieferung für den edlen achtfachen Pfad ist die 22. Lehrrede Buddhas im Digha-Nikaya des Pali-Kanon, dem Mahāsatipatthāna-Sutta von den Grundlagen der Achtsamkeit (D 22).“ ([https://de.wikipedia.org/wiki/Edler_achtfacher_Pfad Wikipedia])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Die acht Elemente des Pfades sind=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# rechte Sicht(weise), rechte Ansicht&lt;br /&gt;
# rechte Absicht, rechte Motivation&lt;br /&gt;
# rechte Rede&lt;br /&gt;
# rechtes Handeln&lt;br /&gt;
# rechter Lebenserwerb&lt;br /&gt;
# rechte Bemühung&lt;br /&gt;
# rechte Achtsamkeit&lt;br /&gt;
# rechte Sammlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Acht Zweige=&lt;br /&gt;
In seinem Text „Die Mitte von den Extremen unterscheiden“ ([https://www.rigpawiki.org/index.php?title=Distinguishing_the_Middle_from_Extremes Madhyantavibhanga)] teilt Maitreya den edlen achtfachen Pfad in vier Bereiche (vgl.[https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der gründlich abtrennt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies betrifft das Element &#039;&#039;rechte Sicht&#039;&#039;, &#039;&#039;rechte Ansicht &#039;&#039;oder &#039;&#039;rechte Einsicht&#039;&#039; oder&#039;&#039; Anschauung&#039;&#039;. Hier geht es um die hilfreiche Einsicht, was man als heilsam bzw als störend oder hemmend erkennt. Der Sanskrit-Ausdruck &#039;&#039;samyagdṛṣṭi &#039;&#039;meint zunächst die Einsicht, dass die Lehre des Buddha vertrauenswürdig und heilsam sei. Der Wert und Umfang dieses Ausdrucks wächst mit der eigenen Erkenntnisfähigkeit - von einem kognitiven Annehmen hin zu einer intuitiven und existenziellen Einsicht. Wie lässt sich diese Einsicht aus Mahamudra-Sicht beschreiben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Und was, Freunde, ist rechte Ansicht? &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Wir nennen das die Sicht, die Anschauung. Was ist das Seinsverständnis, das wirklich förderlich ist? – Direktes Wissen, und dieses Pali Wort &#039;&#039;ñāṇa &#039;&#039;ist dasselbe wie das Sanskritwort &#039;&#039;[[jñāna]]&#039;&#039;, was in manchen Kontexten im Tibetischen als &#039;&#039;rigpa &#039;&#039;oder &#039;&#039;[[yeshe]] &#039;&#039;übersetzt wird, im Deutschen manchmal Gewahrsein, Bewusstheit heißt und manchmal zeitloses Gewahrsein. Hier ist es in der Bedeutung von dem Wissen, das tatsächlich befreiend ist. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Direktes Wissen &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;– direkte Seinserkenntnis – &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(ñāṇa) vom Leiden, direktes Wissen von der Entstehung des Leidens, direktes Wissen von der Auflösung des Leidens und direktes Wissen von dem Weg, der zur Auflösung des Leidens führt, das, Freunde, wird rechte Ansicht genannt. &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Dieses Verständnis ist zuerst ein intellektuelles Verständnisiehe [[Wir beginnen mit einer]] Sicht, mit einem Verständnis von den vier Edlen Wahrheiten, was Leid ist, wodurch es kommt, dass es aufgelöst werden kann und wie der Weg dahin ist. Wir beginnen mit einem grundlegenden intellektuellen Verständnisiehe [[Wir kontemplieren das]]. Das ist der zweite Schritt aus dem Intellekt in die Kontemplation. Wir bringen es mit unserer Erfahrung in Abgleich und gehen damit in die [[Meditation]]. Wir werden sehen, dass sich dieses intellektuelle Verständnis immer mehr wandelt und zu einem Erfahrungsverständnis wird. Und dann wird dieses Verständnis zu einer Realisation, zu einer Verwirklichung. Wir verkörpern dieses Verständnis, wir brauchen gar nicht mehr nachzudenken. Es hat uns ganz durchwirkt. Wir sind aufgegangen, nicht in einem äußeren Verständnis, sondern das Sehen, um das es da eigentlich geht, hat in uns stattgefunden. Diese intuitive Einsicht ist gewachsen, wir sind in dieser Einsicht, dieser Sicht des Erwachens angekommen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Pali-Wort, diṭṭhi für Sicht, (sama-diṭṭhi für rechte Sicht), zählt der Buddha auf unter den Wurzel-Kleśas, den grundlegenden, primär beeinträchtigen Emotionen. In diesem Zusammenhang bedeutet es so viel wie Meinung oder Standpunkt. Ein echtes Erwachen beinhaltet, jenseits aller Standpunkte und Meinungen zu gehen, und jegliche Sicht hinter sich zu lassen. Unter „Sicht“ wird hier verstanden „meine Ansicht“, „meine Anschauung“, „mein Standpunkt“, „meine Meinung“. Schon der Buddha hat erklärt, dass es darum geht, jenseits aller Worte zu gehen. Es geht darum, in eine Seins-Erkenntnis zu gelangen, die nicht mehr von Begriffen abhängig ist, und die auch mit allen Begriffen leben kann. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jegliche Positionierung, jegliche Form der Kontrolle, alle Bedürfnisse, etwas über die Erfahrung auszusagen, das Erwachen zu definieren, all das muss letztendlich aufgegeben werden. Das bedeutet für uns, dass wir völlig wach, voller Vertrauen ganz im Ungewissen, im Nicht-Fassbaren aufgehen.Dieses Ungewisse, Nicht-Fassbare wird uns vertraut, und es gibt keinerlei Regung mehr, es fassen zu wollen. Diese Qualität des Nicht-Fassbaren ist die Qualität des Lebendigen. Diese unbeschreibbare, nicht in Begriffe zu prägende Dynamik des Seins ist genau das, was mit „So-Sein“ beschrieben wird. Das ist mit „Sicht und jenseits von Sicht gehen“ gemeint. Die [[Mahāmudrā]]-Sicht ist eine Sicht, die jenseits all der normalen Anschauungen in ein Nicht-Sehen führt. [...] Schlussendlich lässt etwas in uns los, bei völliger Klarheit. Frei von allen Schleiern gibt es kein Bedürfnis mehr, sich zu positionieren, weil die Ichbezogenheit wegfällt. Dieses Bedürfnis gibt es dann nicht mehr.&amp;quot; ([[Borghardt 2024]]:22, 27f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Zweig, der Verständnis hervorbringt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rechter Gedanke, rechte Gesinnung/Absicht&#039;&#039;&#039; (skr. &#039;&#039;samyaksaṃkalpa&#039;&#039;). In einer Beschreibung gemäß dem Pali-Kanon bedeutet dies „den Verzicht auf die weltlichen Dinge und ein annehmlich leidenschaftlicheres Bekenntnis zu dem spirituellen&amp;amp;nbsp;Weg, guter&amp;amp;nbsp;Wille&amp;amp;nbsp;und ein Bekenntnis zu Gewaltlosigkeit bzw. Unbedenklichkeit anderen lebenden Wesen gegenüber“ ([https://wiki.yoga-vidya.de/Achtfacher_Pfad Yoga-Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Absicht (saṅkappa) der Entsagung (nekkhamma), die Absicht des Wohlwollens (abyāpāda) und die Absicht der Friedfertigkeit (avihiṁsā), das wird rechte Absicht genannt. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hören Entsagung und denken, wir dürften kein Vanilleeis mit Erdbeeren mehr bestellen. So denken wir, aber das steht da gar nicht. Wir sollten genauso glücklich sein, ob wir die Erdbeeren kriegen oder nicht. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht mehr freuen dürfen, sondern wir entsagen den verstrickenden, den anhaftenden, greifenden Mustern. Der Buddha war kein Spielverderber, er erleichtert das Spiel. Man kann nur dann frei mit den Erscheinungen spielen, wenn man nicht anhaftet. Sonst ist man gefangen in den ichbezogenen Prozessen und Verstrickungen. Entsagung ist also zu unserem eigenen Wohl: raus aus den Verstrickungen, raus aus der Faszination, dem erhoffen und befürchten.&amp;quot; (Borghardt 2024:22)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die in anderen Vertrauen erzeugen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualitäten „Rechte Rede, rechte Grenze des Handelns und rechter Lebenserwerb sind die drei Zweige, die in andere Wesen Vertrauen hervorbringen“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Berzin in Study Buddhism]). Reinheit der Rede (&#039;&#039;samyagvāc&#039;&#039;), rechtes Handeln (&#039;&#039;samyakkarmānta&#039;&#039;) und rechter Lebenserwerb (&#039;&#039;samyagājīva&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür, drei Aspekte des Wortes &#039;&#039;[https://encyclopediaofbuddhism.org/wiki/%C5%9A%C4%ABla śila]&#039;&#039; (Pali: sīla; T. tshul khrims ཚུལ་ཁྲིམས་). Diese Aspekte werden oftmals mit &#039;Disziplin&#039; übersetzt, mir erscheint &#039;Heilsames Verhalten&#039; angemessener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Und was ist rechte Rede?&#039;&#039;&#039; Lügen, boshaft zu reden, verletzend zu reden und tratschen – sinnloses Geschwätz – zu vermeiden, das wird rechte Rede genannt. Wenn man die vier unterlässt, bleibt wirklich nicht viel übrig, dann können wir nur noch heilsam reden. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechtes Handeln?&#039;&#039;&#039; Töten von Lebewesen; nehmen, was nicht gegeben wurde, und sexuelles Fehlverhalten zu vermeiden, das wird rechtes Handeln genannt. Das sind die drei Formen rechten Handelnsiehe [[Dem gegen]]über stehen die Formen heilsamen Handelns: Leben zu schützen, Kranke zu pflegen, soziale Hilfeleistung zu geben; freigebig zu sein, statt zu stehlen und heilsame sexuelle Beziehungen zu pflegen beziehungsweise überhaupt heilsame Beziehungen zu pflegen. Das alles und noch vieles gehört zum rechten Handeln. [...]&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Was ist rechter Lebenserwerb?&#039;&#039;&#039; Nun, wenn ein edler Schüler falschen (laut MN 117: von Trieben nicht freien) – von Trieben besetzten – Lebenserwerb aufgibt, sorgt er für sein Leben durch rechten Lebenserwerb. Das wird rechter Lebenserwerb genannt.Der Buddha drückt das in dieser Passage des Sutta nuanciert ausiehe [[Er unterscheidet hier gar nicht eine]] äußere ethische Norm. Es ist nicht so, dass zum Beispiel jemand, der seinen Lebenserwerb damit verdient, Tiere zu schlachten, nicht Zuflucht nehmen könnte und kein Praktizierender werden könnte. Das ist damit gar nicht gemeint. Es geht darum, mich zu entwickeln innerhalb der verschiedenen Arten von Lebenserwerb, die mir offenstehen, immer mehr zum Heilsamen hin. Dabei lasse das, bei dem ich mit Emotionen verstrickt bin, immer mehr sein. Ich konzentriere mich auf das, was mir und anderen hilft, aus dieser Verstrickung, aus diesem Nicht-Heilsamen herauszufinden.&amp;quot; (Borghardt 2024:23)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Rechte Bemühung, rechte Vergegenwärtigung und rechter vertiefte Konzentration sind die drei Zweige, die als Gegenmittel dienen. Sie entstehen in den Phasen völliger Vertiefung“ ([https://studybuddhism.com/de/fortgeschrittene-studien/lam-rim/die-fuenf-pfade/der-edle-achtfache-pfad-auf-dem-pfad-der-meditation Benzin in Study Buddhism]). Rechte Anstrengung (&#039;&#039;samyagvyāyāma&#039;&#039;), rechte Achtsamkeit (&#039;&#039;samyaksm&#039;&#039;&#039;&#039;ṛti&#039;&#039;) und rechte Versenkung (&#039;&#039;samyaksamādhi&#039;&#039;) sind andere Ausdrücke dafür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Darstellung von Rodney Smith=&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Lehren Buddhas stellen eine umfassende Matrix für das Erwachen dar. Die Ursachen und Bedingungen für das Unbefriedigtsein haben sich in den etwa 2600 Jahren seit Buddha nicht verändert. Die in Buddhas Achtfachem Pfad enthaltene Medizin lässt sich heute noch genau so anwenden wie damals, als sie zum ersten Mal definiert wurde. [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle ist es hilfreich, den Achtfachen Pfad kurz zu beschreiben. Der Achtfache Pfad soll den ganzen Körper und den gesamten [[Geist]] in eine natürliche Beziehung zu allen Dingen bringen. Jeder Schritt auf dem Pfad ist so angelegt, dass man die Täuschungen des Geistes erkennt und die darin enthaltene grundlegende Schönheit offenbart wird. Jeder Schritt stellt ein Hologramm all der anderen Schritte dar und kann nicht unabhängig vom Ganzen bestehen. Die einzelnen Schritte sind so miteinander verknüpft, dass sie sich zu einem integrierten Ganzen zusammenfügen. Es ist wichtig, dies zu verstehen, denn wir versuchen oft, die einzelnen Schritte voneinander zu trennen und sie einzeln anzuwenden. Dabei versucht der Geist wieder einmal, selektiv das, was ihm gefällt, von dem abzulösen, was ihm missfällt, um einen Entwurf für ein geordnetes Leben zu erstellen.&amp;quot; ([[Smith 2011]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Sicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise (oder rechte) Sicht ist die wahrhaftige und natürliche Weise, die Dinge so zu sehen, wie sie im Grunde sind. Wie bereits am Anfang des Kapitels ausgeführt wurde, besteht eine weise Ausrichtung des Geistes darin, ihn nicht durch innere Konflikte und Zwiste zersplittern zu lassen. Der Geist ist ein ganzheitliches Organ, und die Wahrnehmung einer einheitlichen Wirklichkeit hängt davon ab, ob wir ohne Widerstände und Gegenargumente wahrnehmen können. „Normalerweise“ nehmen wir immer durch eine Folie aus Aversion und Attraktion hindurch wahr, was unweigerlich zu einer Aufspaltung der Welt in Subjekt und Objekt führt. Werden die Wahrnehmungen von Anschauungen befreit, kehrt der Geist wieder zu einer Sicht der Einheit zurück. Weise Sicht stellt alle Formen von Getrenntheit infrage, wobei die Wahrheit der Einheit in unserem Herzen stets an erster Stelle steht.&amp;quot; (ebd)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weise Absicht==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Weise Absicht bringt unsere Energien mit der Verknüpftheit aller Dinge in Einklang und begegnet unseren selbstzerstörerischen Neigungen mit Weisheit. Tief im Inneren wohnt jedem von uns der Drang inne, sich zu verbinden und zu vereinen. Dieser Drang hat viele Facetten, unter anderem die Bereitschaft, Zwistigkeiten zu überwinden, auf Leiden zu reagieren, zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, und Liebe. Absichten treiben unsere Bemühungen an, und unsere Absichten wurzeln in unseren Vorstellungen davon, worum es im Leben geht (unweise oder Weise Sicht). Beginnen wir das Leben als eine verknüpfte Totalität zu sehen, dann wird unsere Absicht unsere Energie auf dieses Ziel hin lenken. Unsere spirituelle Praxis gewinnt eine neue Bedeutung, wenn wir uns der gegenseitigen Abhängigkeit aller Dinge bewusst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den uns innewohnenden und auf Einheit gerichteten Absichten wirken die Wünsche und Befürchtungen unserer Ichempfindung entgegen. Dann wird diese innere Energie auf äußere Ziele hin kanalisiert, durch die wir das „Ich“ zu befriedigen versuchen. Unser Wunsch und unser Streben nach weltlichem Gewinn beginnen jedoch gegenüber der uns innewohnenden, auf Einheit gerichteten Absicht in den Hintergrund zu treten, wenn wir mit Gewissheit erkennen, dass die Befriedigung, die uns das Verlangen verspricht, nicht den Schmerz wert ist, der mit dem Streben danach verbunden ist. Viele der buddhistischen Praktiken sind darauf angelegt, uns diese Tatsache deutlich zu machen.&amp;quot; (ebd)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abhidharma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Definitionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maboe</name></author>
	</entry>
</feed>