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Baumann 2015

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Baumann, Martin (2015): Buddhismus in Europa - Geschichte und die zweite Immigrantengeneration.- In: Migration und Soziale Arbeit, 01.2015:38ff

Abstract

„Zuwanderer aus Ländern Asiens bilden die große Mehrheit aller Buddhistinnen und Buddhisten in Europa. Das Verhältnis von asiatischen zu ‚westlichen‘ Konvertierten dürf- te etwa drei zu eins betragen. In der medialen Aufmerksamkeit stehen jedoch vornehmlich westliche Konvertitinnen und Konvertiten. Sie haben in der Öffentlichkeit als weitgehend al- leinige Repräsentanten und Auskunftsperso- nen gedient und erklärten buddhistische Lehr- konzepte und Praktiken. Auf gemeinsamen buddhistischen Hauptfesten wie Vesakh, dem Fest der Geburt, des ‚Erwachens‘ und ‚Verlö- schens‘ des Buddha (im Mai), interpretieren westliche Lehrende die Lehre, während Gläu- bige aus Thailand, Tibet oder Vietnam in folk- loristischen Tanzauftritten für bunte Unterhal- tung und mit asiatischen Speisen für die will- kommene Exotik sorgen. Es zeigt sich hier sei- tens vieler Medien und nicht weniger westli- cher Buddhistinnen und Buddhisten ein, wenn wohl auch nicht beabsichtigtes, Deutungs- und Dominanzverhalten, das asiatische Buddhis- tinnen und Buddhisten in Europa auf Folklore, rituelle Praktiken und ferne Exotik festschrieb. Ist dieses Bild angesichts jüngerer Entwicklun- gen noch zeitgemäß? Zudem, welchen Platz nehmen Gläubige und Buddhismus im religiö- sen Pluralismus Deutschlands und Europas ein? Der Beitrag wird diesen Fragen nachgehen, indem er zunächst den Blick auf die mehr als 150-jährige Geschichte buddhistischer Re- zeption und Präsenz in Europa richtet und die Beteiligung im interreligiösen Pluralismus benennt. Im Anschluss wird die Ankunft und Etablierung von asiatischen Buddhistinnen und Buddhisten in Europa dargestellt, gefolgt von einer Skizze der je prägenden Zugänge westlicher und asiatischer Buddhistinnen und Buddhisten zu Praxis und Lehre. Schließlich gilt es, auf neuere Entwicklungen und Veränderungen bei asiatischen Buddhis- tinnen und Buddhisten mit Blick auf die zwei- te Generation hinzuweisen. Ziel des Beitrages ist es, zum einen die Herausbildung einer nach Gruppen, Zentren und Klöstern mittler- weile fest etablierten Präsenz des Buddhis- mus in Europa darzustellen. Es ist eine Prä- senz, die die Grundlage bildet, sich aktiv im entstandenen religiösen Pluralismus einzu- bringen. Zum anderen soll der Beitrag im Rahmen des Themenheftes dazu beitragen, die Rolle und Veränderung der Interpretation buddhistischer Praxis und Lehre im Migrati- onsprozess aufzuzeigen.“