Kadam
"Kadam (bKa gdams). Eine Lehrtradition, die ihren Ursprung in Tibet bei Atīśa hat und deren Popularität dazu führte, dass sie allmählich in die anderen religiösen Haupttraditionen Tibets aufgenommen wurde, vor allem in die Kagyü-, Sakya- und Geluk-Traditionen, wobei letztere manchmal als Neue Kadampa bezeichnet werden." Dakpo Tashi Namgyal 2018, Glossar
"Die Kadam-Schule wurde von Schülern des indischen Meisters Atiśa [...] im elften Jahrhundert gegründet. Vom Kloster Radreng in Zentraltibet ausgehend, verbreiteten sich die Kadampas schnell in ganz Tibet und erreichten im zwölften Jahrhundert sogar das Tangut-Königreich in Zentralasien. Die Kadampas waren ausschließlich monastisch und hatten eine ausgeprägte Gelehrtenmentalität. Sie sind auch für die Entwicklung des Genres der "Geist-Schulung" bekannt [...].
Die Kadampas popularisierten auch die Idee eines abgestuften Pfades (lam rim), der die Lehren des hīnayāna, mahāyāna und vajrayāna beinhaltet. Die Kadampas begannen Mitte des vierzehnten Jahrhunderts zu verfallen und verschwanden bald als unabhängige Schule. Dennoch blieben die Lehren und Linien der Kadam im tibetischen Buddhismus von großem Einfluss." (Van Schaik 2016, übersetzt)
"Die Schule von Atisha hieß Kadampa Schule. Sie hatte im 12., 13. und 14. Jahrhundert eine Hochblüte. Dann allerdings wurde sie allmählich schwächer bis sie Anfang des 15. Jahrhunderts von Tsongkapa reformiert wurde. Daraus entstand die Gelugpa -Linie. Die Stärke dieser Kadampa Schule war, dass sie die Bodhicitta Praxis verbanden mit einer ganz feinen Ethik und äußeren Disziplin, auch der Mönchsdisziplin. [...]
Unsere Linie verdankt diese Instruktionen Gampopa, der damals Schüler eines Schülers von Dromtönpa war. Er hat Atisha und auch Dromtönpa nicht direkt getroffen, aber Potawa und auch andere Schüler von Dromtönpa. Gampopa war damals auserkoren als zukünftiger Linienhalter der Kadampas und hatte die vollständige Übertragung von allen Aspekten erhalten. Zum Leidwesen der Kadampas hat er dann den Weg zu Milarepa gemacht und ist aufgrund des starken Einflusses von Milarepa einen eigenen Praxisweg gegangen, der ihn offiziell nicht mehr zum Linienhalter der Kadampas machte, aber dadurch ist der ganze Strom der Unterweisungen in die Kagyü-Linie gekommen." (Borghardt 2006)
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