Lischke etal 2018
Lischke A, Pahnke R, Mau-Moeller A, Behrens M, Grabe HJ, Freyberger HJ, Hamm AO and Weippert M (2018) Inter-individual Differences in Heart Rate Variability Are Associated with Inter-individual Differences in Empathy and Alexithymia. Front. Psychol. 9:229. doi: 10.3389/fpsyg.2018.00229
Abstract
„In dieser Studie haben wir geschaut, ob Unterschiede in der vagal vermittelten Herzfrequenzvariabilität (vmHRV) zwischen Leuten auch mit Unterschieden in Empathie und Alexithymie zusammenhängen. Dazu haben wir die HF-HRV im Ruhezustand bei 90 Leuten gemessen, die auch Fragebögen zu Empathie und Alexithymie ausgefüllt haben. Unsere kategorialen und dimensionalen Analysen zeigten, dass die Unterschiede in der HF-HRV unterschiedlich mit den Unterschieden in Empathie und Alexithymie zusammenhängen. Wir haben festgestellt, dass Leute mit einer hohen HF-HRV mehr Empathie und weniger Alexithymie hatten als Leute mit einer niedrigen HF-HRV. Außerdem haben wir sogar herausgefunden, dass eine höhere HF-HRV bei allen Teilnehmern mit mehr Empathie und weniger Alexithymie zusammenhing. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass Leute mit hoher HF-HRV empathischer und weniger alexithymisch sind als Leute mit niedriger HF-HRV. Diese Unterschiede in Empathie und Alexithymie könnten erklären, warum Leute mit hoher HF-HRV besser darin sind, die mentalen und emotionalen Zustände anderer zu teilen und zu verstehen als Leute mit niedriger HF-HRV.“ (Übers. m. DeepL)
Zusammenfassung
Überblick
Der Artikel untersucht den Zusammenhang zwischen der Herzratenvariabilität (HRV) und den Persönlichkeitseigenschaften Empathie und Alexithymie. Die Herzratenvariabilität beschreibt, wie stark sich der zeitliche Abstand zwischen einzelnen Herzschlägen verändert und gilt als Maß für die Anpassungsfähigkeit des autonomen Nervensystems.
Zentrale Begriffe
- Herzratenvariabilität (HRV)
- Schwankungen im zeitlichen Abstand zwischen Herzschlägen. Eine hohe HRV gilt als Zeichen guter Stress- und Emotionsregulation.
- Empathie
- Fähigkeit, die Gefühle und Gedanken anderer Menschen wahrzunehmen und zu verstehen.
- Alexithymie
- Schwierigkeit, eigene Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu beschreiben.
Ziel der Studie
Ziel der Studie war es zu prüfen, ob sich Unterschiede in der HRV zwischen Personen mit Unterschieden in Empathie und Alexithymie erklären lassen.
Methodik
- Untersuchung von ‘’‘90 gesunden erwachsenen Männern’’’
- Messung der HRV im Ruhezustand
- Erfassung von Empathie und Alexithymie mithilfe standardisierter Fragebögen
- Vergleich von Personen mit ‘’‘hoher’’’ und ‘’‘niedriger’’’ HRV
Ergebnisse
- Personen mit hoher HRV zeigten
- mehr Empathie
- weniger Alexithymie
- Personen mit niedriger HRV
- hatten größere Schwierigkeiten, eigene Gefühle wahrzunehmen
- waren weniger empathisch
- Insgesamt galt
- Je höher die HRV, desto höher die Empathie
- Je höher die HRV, desto niedriger die Alexithymie
Diese Zusammenhänge blieben bestehen, auch wenn Faktoren wie Alter, Körpergewicht oder körperliche Aktivität berücksichtigt wurden.
Interpretation
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gut regulierte Herzaktivität mit einer besseren emotionalen Wahrnehmung zusammenhängt – sowohl gegenüber anderen Menschen als auch gegenüber sich selbst. Menschen mit hoher HRV können Emotionen offenbar besser verarbeiten und regulieren.
Bedeutung der Studie
- HRV könnte ein ‘’‘biologischer Hinweis’’’ auf soziale und emotionale Fähigkeiten sein
- Erklärt teilweise, warum Menschen mit hoher HRV oft erfolgreichere soziale Beziehungen haben
- Relevant für Psychologie, Psychosomatik und Stressforschung
Einschränkungen
- Nur männliche Teilnehmer
- Keine Aussage über Ursache und Wirkung möglich
- Weitere Studien mit unterschiedlichen Altersgruppen und Frauen notwendig
Fazit
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen körperlicher Regulation (HRV) und emotional-sozialen Fähigkeiten. Eine höhere Herzratenvariabilität geht mit mehr Empathie und besserem Zugang zu eigenen Gefühlen einher.
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